Test und Technik

Vergleichstest, Teil 1: Aprilia RSV4, BMW S 1000 RR, Ducati 1299 Panigale S, Kawasaki ZX-10 R, Yamaha R1M

1000 PS

30.07.2015 11:23 (lü,hs,rüdin,stamm/br)

Schon einmal, in den 90ern, sagten sie, Superbikes, das sei passé. Die Zukunft, das seien Chopper und Cruiser. Ich habe genickt – und ihnen nicht geglaubt.


Vier Hersteller brachten auf 2015 neue oder überarbeitete Superbikes auf den Markt.Wir nahmen noch die Kawasaki ZX-10R hinzu und begaben uns nach Brünn. (Für mehr Bilder klicken)

Meinungen über die Yamaha R1M

Roman über die Yamaha R1M

Racing, nichts anderes vermittelt die Sitzposition auf der Yamaha, und schon in der ersten Kurve wird mir klar: Ihr Handling ist sensationell. Die Bremsen sind gut, kein Wandern des Druckpunkts. Die elektronische Bremskraftverteilung spüre ich gar nicht, jedoch kommt das Hinterrad schnell mal ins Rutschen beim harten Anbremsen, und das könnte sehr wohl an der Bremskraftverteilung liegen und natürlich auch an der kompakten und kurzen Bauart dieses reinrassigen Racers. Der Motor mit der Big- Bang-Zündfolge ist herrlich gut zu beherrschen, jedoch geht ihm ab 12 500/min etwas die Drehfreude aus, das können Aprilia und BMW viel besser. Auch die Yamaha leidet unter leichtem Aufschaukeln im Kurveneingang, aber danach zieht sie die engsten Radien, und das mit spielerischer Leichtigkeit. Der Schaltautomat arbeitet perfekt, die Slide-Kontrolle hackt jedoch schon mal rein, wenn das Hinterrad seitlich ausbricht, ansonsten arbeitet ihre Traktionskontrolle ganz sanft.

 

Lukas über die Yamaha R1M

Beim Umsteigen auf die R1 entfällt, wie bei der Aprilia, die Angewöhnungszeit. Aufsitzen, wohlfühlen und losfahren. Schon im ersten Turn beginne ich, die Brems- und Schaltpunkte zu finalisieren, ich bin sofort sauschnell. Ihre Sitzposition gibt mir genau den nötigen Halt, gepaart mit der erforderlichen Bewegungsfreiheit fürs Hang-off, einfach perfekt. Dabei lässt sie sich kinderleicht einlenken und folgt dem anvisierten Kurs haargenau. Die Bremse ist perfekt dosierbar und in der Wirkung sehr gut, wenn auch nicht ganz so bissig wie diejenigen der Kawa oder BMW. Das Elektronik-Setting hat bei mir auf Anhieb getaugt, ich habe die feinfühligen Regelungen jeweils kaum oder gar nicht gespürt. Das aktive Fahrwerk macht seinen Job hervorragend. Mit der Yamaha verschmelze ich zu einer Mensch-Maschine-Einheit und bin mit ihr ganz stressfrei schnell.

 

Rolf über die Yamaha R1M

Auf der Rennstrecke wäre mir die auf dem Prüfstand vorgefundene Leistungspause bei 6000/min nicht aufgefallen – die fast intergalaktische Drehfähigkeit des Vierzylinders ab 8000/min hingegen schon: Der hört fast nicht mehr auf zu reissen und zu drehen, wobei sich die Leistungsabgabe gleichmässig-linear anfühlt. So etwas wie eine sanft abbrennende Interkontinentalrakete. Installiert ist dieses Triebwerk in ein sehr handliches, aber nicht zappeliges Chassis. Linienkorrekturen zur Kurveninnenseite gehen fast immer leicht von der Hand. Brünn ist eine recht ebene Strecke, doch anhand einiger Wellen, die da zu überfahren sind, habe ich trotzdem den Eindruck, dass die Yamaha das beste elektronische Fahrwerk hat.

 

Teil 1
1000 PS
Teil 2
Gleiche Reifen, unterschiedliche Fahrer

Teil 3
Die Töff: Das Beste, was für Geld zu haben ist
Teil 4
Noch nicht am Ende mit den fünf Schätzchen
Teil 5
Meinungen über die Aprilia RSV4
Teil 6
Meinungen über die Ducati Panigale
Teil 7
Meinungen über die BMW S 1000 RR
Teil 8
Meinungen über die Yamaha R1M
Teil 9
Meinungen über die Kawasaki ZX-10R
Teil 10
Meinung REDAKTOR - DER EUNUCH
Teil 11
Leistung und Technische Daten

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