Test und Technik

Triumph Bobber

Späte Liebe

06.09.2015 00:00 (bb/br)

Motorradfahren war für Kunstliebhaber Samuel Leuenberger eher Mittel zum Zweck, bis er entschied, einen Bobber-Aufbau anzugehen – inspiriert von einem Triumph-Umbau von Altmeister Eugen Eicher.


Nach fünf Jahren Umbauzeit fährt Samuel (1974)seinen Triumph Bobber (1967) erstmals aus. (Für mehr Bilder klicken)

Endlich sind sie vereint – Samuel und seine metallene Lady, die Triumph Bonneville T 120 R von 1967. Lange, zähe Jahre sind ins Land gezogen, und eine schöne Stange Geld wurde umgesetzt, seit Samuel Leuenberger aus Birsfelden BL gemeinsam mit Eicher Motors Classic Bikes in Unterägeri ZG das Projekt «Bobber» startete. «Ich war nicht gänzlich frei vom Zweirad-Virus, bevor es mir den Ärmel richtig reinnahm», erzählt der sympathische 41-jährige Basler, der an seinem Wohnort einen Ausstellungsraum namens SALTS betreibt. Vespa sei er gefahren, aber ab 30 habe er das Töfffahren dann an den Nagel gehängt – Beruf, Familie, ja, wir wissen schon. Dann fand sich Samuel eines Tages in Zürich vor einem Triumph-Händler wieder: «Ich will mit Motorradfahren anfangen», erklärte er dort im Laden, und fuhr mit einer gemieteten Triumph Bonneville ein paar Wochen später zur grossen Prüfung. Den Check im Sack, kaufte er sich 2005 eine neue Bonneville, der 2007 eine Triumph Thunderbird letzten Baujahrs (1995) folgte. «Beide wurden optisch verschönert, man ‹isst› ja schliesslich auch mit den Augen», fügt er schmunzelnd hinzu. Auf den sogenannten Bobber (siehe Kasten) stiess Samuel schon während seiner Recherchen für die Umbauten der Bonneville und der Thunderbird. Zu einer Zeit, wo das Phänomen noch kein Trend, geschweige denn Mode war wie heute. «Es gab noch fast keine Bobber auf der Strasse, und als ich auf diese traditionellen, aber doch sehr speziellen und unkonventionellen Selbstumbauten stiess, die nie von einer Marke serienmässig hergestellt worden waren und werden, sondern immer nur von einzelnen Personen mit sehr viel Aufwand und sehr viel Interpretationsspielraum, da wusste ich, was ich als Nächstes wollte: so einen Bobber! Einen selbst umgebauten, nach meinen ästhetischen Vorgaben. » Samuel stellte sich dieser Herausforderung und wagte sich, im Innern sein perfektes Motorrad vor Augen, an die Umsetzung.

 

Teil 1
Späte Liebe
Teil 2
Die alte Dame von 1967

Teil 3
Den Geist der 1960er-Jahre eingefangen
Teil 4
Zierlicher Racer mit starrem Heck – und alles eidgenössisch-legal
Teil 5
Ausgeklügelte Details
Teil 6
Hintergrund
Teil 7
Technik

««zurück