Test und Technik

Black Douglas Sterling Autocycle

Wie ein Gemälde, und erst noch praktisch

18.11.2015 00:00 (Cathcart/br)

Die Kombi aus funktionalem Nutzen mit schickem Design ist nicht ganz einfach, vor allem, wenn noch Retro-Coolness einfliessen soll. Doch dem in Grossbritannien ansässigen Custom Bike Builder Benny Thomas ist dies gelungen, als er die Sterling Autocycle kreierte, die bereits in Serie ging.


Fahren wie vor 90 Jahren, aber Euro-3-konformund mit zwei Jahren Garantie: Sterling Autocyclevon Black Douglas. (Für mehr Bilder klicken)

Kein Töff wie jeder andere

Kaum ein Exemplar wird wie das andere sein. Abgesehen von der Wahl praktisch jeder Farbe, stehen drei Lenker zur Wahl, drei verschiedene Scheinwerfer, acht verschiedene Benzinhahnen und acht verschiedene Farben fürs Sitzleder, dazu jede Menge Zubehör, Gepäcktaschen und Kleidung sowie eine Auswahl verschiedener Reifen. «Wir bieten handgemachte Individualität zu einem erschwinglichen Preis.» Für nächstes Jahr stellt Cardoni eine 400-cm3- «Imperial»-Version in Aussicht – mit verstärkter Federung, Bremsen und Reifen für 12 000 Euro (exkl. Steuer). Für 15 000 Euro gibt es die Imperial als Gespann mit geflochtenem Seitenwagen. «Anfänglich dachte ich, unsere Zielkunden wären vor allem ältere Menschen; aber gerade die 16- und 17-Jährigen dürfen (in einigen Ländern der EU) die 125er-Version fahren und finden das Bike einfach cool. Auf der anderen Seite hatte ich auch erwartet, dass Sammler von echten Oldtimern die Sterling Autocycle als Blasphemie empfinden. Aber tatsächlich war der Käufer unseres allerersten Exemplars ein russischer Sammler mit einer erstaunlichen Palette an Maschinen, allen voran eine Royal Enfield von 1908. Doch seine alten Motorräder sind sehr schwierig in Gang zu setzen und auch zu wertvoll, um sie zu fahren. So fährt er nun mit der Sterling und schaut sich die anderen nur an.» Die Sterling wird von einem Viertakt-Einzylinder mit 229 cm3 angetrieben, einer Nachbildung des Honda-CG-Motors, der in China von Zongshen unter Lizenz gebaut wird. «Anfänglich war ich sehr skeptisch, aber nach gründlicher Prüfung erstaunte mich die Qualität absolut», sagt Cardoni. Die Höchstgeschwindigkeit ist de facto irrelevant, sie liegt aber bei etwas über 110 km/h. Diesen Wert jedenfalls hatte Cardoni auf ebener Strecke während seiner Fahrt durch Frankreich am Tacho abgelesen.

 

Teil 1
Wie ein Gemälde, und erst noch praktisch
Teil 2
Wenn das Töffrasen nicht mehr kickt

Teil 3
Ein schottischer Rebell in Italien
Teil 4
Kein Töff wie jeder andere
Teil 5
Gerührt, nicht geschüttelt
Teil 6
Sanfter Fahrgenuss
Teil 7
Fahren wie in einer anderen Zeit
Teil 8
Technische Daten BLACK DOUGLAS STERLING AUTOCYCLE

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