Ratgeber

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Weniger Verkehrstote

19.04.2004 00:00 (Text: Raoul Studer (ar) / Bild: bfu)

Bis ins Jahr 2010 soll die Zahl der Verkehrstoten in der Schweiz auf 300 pro Jahr gesenkt werden. Ende 2004 wird der Bericht mit den geplanten Massnahmen (Vesipo) dem eidgenössischen Verkehrsdepartement übergeben werden.


Bei Verkehrsunfällen in Europa sterben jedes Jahr 127 000 Menschen. Das teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vergangene Woche am Weltgesundheitstag mit. Und mindestens 2,4 Mio Personen werden verletzt. Die daraus entstehenden Kosten werden auf 180 Mia Euro pro Jahr veranschlagt.

Die Schweiz rangiert mit 7,1 Toten pro 100 000 Einwohner hinter Grossbritannien, Schweden, den Niederlanden und Norwegen an fünfter Stelle. Allerdings hat die positive Tendenz nach den neuesten provisorischen Zahlen einen Dämpfer erlitten, indem die Zahl der Getöteten vergangenes Jahr um 7% auf 549 zunahm (zum Vergleich: Anno 2001 gingen auf das Konto Haus und Freizeit 1070 Tote, und 1336 nahmen sich das Leben).

Angaben der Polizei zufolge ist die Ursache bei 40% aller Getöteten in der zu hohen Geschwindigkeit begründet, und bei 20% ist Alkohol im Spiel.

77 Vorschläge in Prüfung
Mit dem Programm «Vision Zero», wonach als Utopie kein Mensch bei einem Strassenverkehrsunfall sterben soll, stellte die bfu (Beratungsstelle für Unfallverhütung) einen Massnahmenkatalog mit 77 Vorschlägen vor. Ende dieses Jahres sollen die zu realisierenden Vorschläge in einem Bericht dem Verkehrsdepartement abgegeben werden. Darnach beginnt der politische Prozess.

Vergangene Woche fand der erwähnte Jahrestag des Weltgesundheitstages in Dublin statt, welcher der Verkehrssicherheit gewidmet ist. An dieser Tagung forderte Verkehrsminister Moritz Leuenberger strenge Vorschriften und Kontrollen im Strassengüterverkehr. Daneben lancierte die Konferenz der europäischen Verkehrsminister an diesem Treffen eine Charta für die Sicherheit im Strassenverkehr. Es geht darum, mit verschiedenen Massnahmen die Zahl der Verkehrsopfer bis ins Jahr 2010 um die Hälfte zu reduzieren.

Dieses Ziel verfolgt auch die Schweiz. Bis ins Jahr 2010 soll laut Rudolf Dieterle, Direktor des Bundesamts für Strassen (Astra), die Zahl der Verkehrstoten auf 300 und diejenige der schwer Verletzten auf 6000 gesenkt werden, wie er kürzlich an einer Pressekonferenz erklärte. Einige der Massnahmen treten auf 2005 in Kraft: die Herabsetzung des zulässigen Alkoholgrenzwertes auf 0,5 Promill, die Nulltoleranz bei Drogen sowie härtere Strafen im Wiederholungsfall.

Wie bfu-Direktorin Brigitte Buhmann darlegte, könnte das Ziel einer Halbierung der Zahl der Verkehrstoten schon jetzt erreicht werden, wenn alle Autofahrer im Durchschnitt um 5 km/h weniger schnell fahren würden, sich stets angurteten und nicht mehr unterwegs wären mit mehr als 0,5 Promill. Das hätten Modellrechnungen ergeben.



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