Ratgeber

Politik will Töff-Abgastest in der Schweiz

CH-Abgas- und Lärmtests für Motorräder


 

18.01.2007 00:00 (Auszug aus der Berner Zeitung)

Nach dem Ständerat plädiert auch die vorberatende Nationalratskommission für diese Massnahme. Was seit 1984 für leichte Motorwagen und 1994 fürMotorwagen mit Dieselmotoren eingeführt wurde, wird künftig wohl auch auf Motorräder und Mofas ausgedehnt: wiederkehrende obligatorische Abgastests.


Ok, das Foto ist ne Fälschung....aber er käme mit seiner Nachbrenner-Enduro kaum noch durch einen Schweizerischen Abgas- bzw Lärmtest.

Die vorberatende Nationalratskommission (Urek) plädierte gestern mit 17 zu 5 Stimmen klar für die Annahme eines entsprechenden parlamentarischen Vorstosses.
«Der Beschluss fiel ohne grosse Diskussionen», bestätigt Urek-
Präsidentin Barbara Marty Kälin (SP, ZH) aufAnfrage.Der Ständerat
hatte diesem Anliegen bereits in der Herbstsession oppositionslos
zugestimmt.

Kein Referendum möglich
Wie schnell die geforderten Abgas- und Lärmtests eingeführt werden, sollte der Nationalrat dem Anliegen zustimmen, vermag man im Bundesamt für Strassen (Astra) noch nicht zu sagen. Es gebe noch keine detaillierten Vorabklärungen. «Klar ist lediglich, dass die Umsetzung auf dem Verordnungsweg eingeführt würde», betont Astra-Sprecher Michael Müller. Das bedeutet, dass ein Referendum nicht möglich ist.

Motorräder werden so sicher nicht sauberer
Motorräder unterstehen allerdings schon heute der periodischen
amtlichen Nachprüfung durch die Strassenverkehrsämter. Müller
dämpft Hoffnungen bezüglich verbesserter Umweltbilanz:
«Die Abgaswartung macht die Motorfahrzeuge nicht sauberer,
sondern verhindert, dass sie sich emissionsseitig gegenüber dem
Zustand bei der ersten Zulassung verschlechtern.»

IG Motorrad dagegen
Die IG Motorrad taxiert die Einführung der Abgas- und
Lärmtests als völlig unsinnig. «Ausser Kosten bringt diese
Übung überhaupt nichts», wundert sich deren Sprecher Jörg
Naumann. Offensichtlich sei es nicht mehr notwendig, sich mit
Sachargumenten auseinanderzusetzen, lieber gebe man populistischen
Sachzwängen nach.

ATB auch dagegen
Gegen dieses «unsinnige umweltpolitische Feigenblatt» zur Wehr setzen will sich auch der Verband für Sport-Freizeit-Verkehr (ATB). Nicht die Umwelt, sondern nur die Kontrollorgane und Motorradhändler würden davon profitieren, ist Bruno Heuberger vomATB überzeugt. Ausgehend von rund 750 000 Motorrad- und Motorfahrradlenkern und einem Testat à 75 Franken generiere dies einen Mehrumsatz von 56 Millionen Franken.

Bussenhagel
Auch die Staatskasse dürfte von der Einführung dieser
Massnahme profitieren. Denn wer sich nicht an die Verordnung
hält, wird wahrscheinlich ähnliche Bussen zahlen
müssen wie heute die Autofahrer. So wird beispielsweise mit
200 Franken zur Kasse gebeten, wer die vorgeschriebene Frist für
die Abgaswartung um drei Monate überschritten hat. Wer die
Frist um mehr als sechs Monate überschreitet,muss garmit dem
Führerausweisentzug rechnen.

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