Menschen und Politik
Bei Harley-Davidson geht der Streik weiter
08.02.2007 00:00
Am Dienstag morgen dieser Woche legten die 2800 Arbeiter im Harley-Werk York im US-Bundesstaat Pensylvania die Arbeit nieder. Gestern Donnerstag nun wurden Gespräche zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmer geführt ohne Ergebnisse. Es wird weiter gestreikt. Sollte der Streik länger andauern könnte es weltweit zu Lieferengpässen bei den Touring- und Softail-Modellen kommen.

Hochrentabel: die Softail-Linie, die im Werk in York zusammengebaut werden. Auf dem Foto die Ikone Fat Boy.
Hintergrund ist der Betriebsvertrag zwischen dem Arbeitgeber H.-D. und seinen Arbeitern im US-Werk York, der nach fünf Jahren ausgelaufen war. In der Folge verlangte die Geschäftsleitung im neuen Vertrag Zugeständnisse von seinen Arbeitern. Konkret ging es um eine Kürzung in der Krankenversicherung der Angestellten ( auch in den USA steigen die Kosten für die Gesundheitsversorgung rasant).
Es ist dies der erste Streik bei H.-D. seit über 16 Jahren und insofern etwas eigenartig, weil H.-D. hochrentabel arbeitet. Die Umsätze wie auch die Gewinne steigen seit Jahren, der Börsenkurs der Harley-Aktie hat sich seit 2002 fast verdoppelt. Mittlerweile liegt er bei 70 Dollar, doch sollte weiter gestreikt werden, dürfte der Kurs stark fallen. Dies vor allem deshalb, weil im Werk in York die zwei hochprofitablen Modellpaletten Touring (E-Glide, Road King etc.) und Softail (Fat Boy, Night Train etc.) zusammengebaut werden. Und da kaum noch gross mit Lagerbeständen gearbeitet wird, sind auch 740 weitere Arbeiter in den Werken Menomonee Falls und Tomahawk (beide Wisconsin) betroffen, die Teile für das grosse Werk in York zuliefern.
Ein Analyst von A.G. Edwards & Son rechnete aus, dass die beiden Modellpaletten Touring und Softail für 60 Prozent des Konzergewinnes verantwortlich seien. Ein weitere Analyst der Bank of Amerika schätzte, das H.-D. durch den Streik rund 11 Millionen Dollar pro Tag verliere.
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