Test und Technik

Vergleichstest BMW Megamoto

Im Fahrtest: BMW HP2


 

21.06.2007 00:00

Zusammen mit der KTM 950 Supermoto und der Ducati Hypermotard musste die neue BMW Megamoto zeigen, was sie wirklich kann. Daniel Riesen hat die Megamoto ausgiebigst getestet - hier lest ihr auszugsweise seine Erkenntnisse.


BMW HP2 Megamoto: am besten, man fährt die Wheelies tieftourig - sonst reisst es die Fuhre zur Seite.

Nur für Hochbeinige
Noch beeindruckender als die Kräfte der BMW sind deren Ausmasse. Jedenfalls für einen mit Bonsai-Gardemass wie der Autor. Doch auch die Testerkollegen mit Mitteleuropa-Mittelmass begegnen dem weiss-blauen Berg mit Respekt. Immerhin, die 890 mm Sitzhöhe liessen sich mit niedrigerer Sitzbank und mit runtergeschraubtem Federbein auf 845 mm korrigieren. Ganz lange Kerle geniessen indes den grosszügigsten Kniewinkel und die flache Sitzbank, die dem Fahrer viel Bewegungsspielraum lässt.

Komfort
Hat man sich einmal hinter dem breiten Lenker installiert, fällt ein erstes Mal auf, dass der HP2 jede Gemütlichkeit im GS-Stil abgeht. Das Polster ist dünner als bei KTM und Ducati, der Sitzbankrahmen drückt deswegen in die Schenkel, Beifahrer können nicht mitfahren.

Foto: Cockpit


Federung
Die Federelemente tun es der Sitzbank gleich. Sie sind hart, besonders vorn, wo eine USD-Gabel den BMW-üblichen Telelever ersetzt. Kombiniert mit straffer Dämpfung, garantiert dies grosse Stabilität, sei es beim Durchfliegen schneller Kurven oder beim harten Ankern. Anderseits leidet auf schlechten Strassen nicht nur der Komfort, sondern ein wenig auch die Effizienz: Auf Holperpisten im Jura, im Emmental oder im Zürcher Oberland könnte es gegen eine sauber gefahrene GS eng werden – und gegen die weicher gefederte KTM 950 Supermoto sowieso.   

Foto: Federbein hinten

Foto: Kardanstrang

Kurvenfahrt, Reifen
Trotz vergleichsweise enormem Radstand und flach angestellter Gabel lenkt die HP2 überaus leicht ein. Diese Leichtigkeit wird betont durch den spitz konturierten Reifen von Michelin (Pilot Power), ein Leichtigkeit, die erst nach einer Angewöhnungsphase nicht mehr als Kippeligkeit empfunden wird.

Bremsen
Der Cocktail von bissiger Bremse (kein ABS!), viel Schwungmasse, Einflüssen aus dem Kardan und der heftig zuschnappenden Einscheiben-Trockenkupplung fordern die Feinmotorik des Megamotoristen.

Foto: Vorderrad

Foto: Hinterrad


Fazit
Überhaupt, diese BMW ist ein sauschnelles Werkzeug in kundiger Hand, aber ganz bestimmt kein Spielzeug für Sonntagsfahrer.


TECHNISCHE DATEN

Preis inkl. NK:                        Fr. 24 800.–
Hubraum (B × H mm):           1170 cm3 (101×73)
Motor-Kühlung:                     Luft
Nennleistung:                        113 PS bei 7500/min
Drehmoment:                        115 Nm bei 6000/min
Radstand:                             1610 mm
Lenkkopfwinkel:                     61,4 Grad
Nachlauf:                               95 mm
Sitzhöhe.                                890 mm
Trockengewicht (voll):            178 kg (199 kg)
Tankinhalt:                             13 l (Res. k.A.)
Verbrauchs-ø/100 km:            6,0 l


Auf einen Blick (Max. Punktzahl möglich: 5)
In der Stadt                  3 Punke
Auf grosser Tour         2 Punkte
Sportlich fahren           4 Punkte
Zu zweit unterwegs       0 Punkte
Emotionen                    5 Punkte

««zurück

Video

Video

Video
##zone_38_2##