Test und Technik
KTM 1190 RC8 - Milano-Präsentation
09.11.2007 00:00
An der Mailänder Motorradmesse EICMA wurde sie endlich vorgestellt: Österreichs erstes echtes Superbike. 1190 ccm Power - verteilt auf einen V-2-Motor - eckige Kanten, geduckt, mit schöner Schwinge, hohem Heck und rein digitalem Cockpit: das ist die neue KTM 1190 RC8. Willkommen Österreicherin!
Nachfolgend Auszüge aus den Presseinformation, die KTM zur RC8 freigab:
Einordung, Geschichte der RC8
Das Jahr 2008 wird als einer der bedeutendsten Meilensteine in die Unternehmensgeschichte von KTM eingehen. Erstmals präsentiert der erfolgreiche Hersteller von Sportmotorrädern ein eigenständig entwickeltes Superbike made in Österreich und betritt damit die unbestritten höchste Ebene im Serienmotorradbau.
Im Juni 2005, fällt in der Firmenzentrale in Mattighofen die endgültige Entscheidung: KTM baut ein Superbike! Basierend auf einem Prototyp, der während der Tokyo Motorshow 2003 erstmals der Weltöffentlichkeit gezeigt wurde, wächst das aufwendigste Entwicklungsprojekt aller Zeiten mit rasantem Tempo. Während im Designstudio KISKA die ersten Modelle der stärksten KTM aller Zeiten entstehen, arbeiten die Techniker der Motoren- und Fahrwerksabteilung mit Hochdruck und realisieren in 30 Monaten das erste serienreife KTM-Superbike.
Völlig neuer Motor
Für die KTM 1190 RC8 entstand ein komplett neues Triebwerk. Das Ziel, eine ideale Mischung aus massivem Drehmoment, das über einen weiten Bereich abrufbar ist, und einer supersportlichen Spitzenleistung zu schaffen, konnte in der zweiten Generation des LC8-Antriebs nochmals übertroffen werden.
Zur Umsetzung der gewaltigen Motor-Performance auf den Asphalt wurden auch fahrwerksseitig sämtliche Register gezogen. So fügt sich der mit einem Zylinderwinkel von 75° kompakte Zweizylinder in ein stabiles und doch einzigartig leichtes Geflecht aus hochfestem Stahlrohr.
Völlig neues Chassis
Gewissenhaft ausbalanciert, bereitet das Chassis der 1190 RC8 gleichermaßen Freude auf verwinkelten Landstraßen wie auf superschnellen Rennstrecken. Ganz bewusst legten die Fahrwerkstechniker höchsten Wert auf ein harmonisches Zusammenspiel aus Handlichkeit und Stabilität. Um dem Fahrer des ersten KTM-Superbikes einen perfekten Ritt auf der Drehmomentwelle zu ermöglichen, wurden auch in den Bereichen Federelemente und Bremsen keine Kompromisse gemacht und ausschließlich hochwertigste, speziell für die RC8 entwickelte Komponenten verbaut.
Fixer Bestandteil der komplexen Superbike-Technologie ist ebenfalls die ausgefeilte Ergonomie, die mit umfassenden Einstellmöglichkeiten eine individuelle Anpassung an Fahrer und Einsatzzweck erlaubt.
Ziel Nr 1: perfekte Fahrbarkeit
Während der gesamten Fahrzeugentwicklung arbeiteten die Techniker daran, alle Baugruppen der stärksten KTM aller Zeiten perfekt aufeinander abzustimmen. Innovative Lösungen und akribische Detailarbeit garantieren dem Piloten der KTM 1190 RC8 ein bis dato unerreichtes Niveau an Fahrbarkeit. Die volle Kontrolle über das gesamte Motorrad in jeder Fahrsituation ermöglicht nicht nur grenzenlosen Fahrspaß auf öffentlichen Straßen, sie liefert auch auf abgesperrten Rennstrecken eine begeisternde Superbike-Performance.
Gewaltige 120 Nm Drehmoment, 155 PS Spitzenleistung, 198 kg Gewicht mit vollem Tank. Spektakuläre Eckdaten, die sich zu einem einzigartigen Fahrgefühl verbinden, die die 1190 RC8 zu einem potenziellen Superbike und vor allem zu einer echten KTM machen.
Basierend auf dem leichtesten und modernsten Serienzweizylinder überhaupt, entstand für die 1190 RC8 ein völlig neues Triebwerk, das nicht nur allen Anforderungen eines topmodernen Superbikes gerecht wird, sondern gleichzeitig ein Musterbeispiel für das perfekte Zusammenspiel aus hoher Spitzenleistung und gewaltigem Drehmoment darstellt. Sein sehr geringes Gewicht und die besonders kompakten Abmessungen ermöglichen zudem eine ideale Positionierung innerhalb des Fahrzeugs. Mit maximal zur Verfügung stehenden 155 PS bei 10.000/min, 120 Nm Drehmoment und sowie den lediglich 64 kg Gewicht ist neueste LC8-Motorengeneration die ideale Superbike-Kraftquelle.
Kurbelwelle
In dem mit einer platzsparenden Trockensumpfschmierung ausgestatteten Motorgehäuse mit integriertem Öltank rotiert eine gleitgelagerte, geschmiedete Kurbelwelle mit 69 mm Hub. Zusammen mit einer Bohrung von 103 mm ergibt sich ein Hubraum von 1149 ccm. Hochfeste Schmiedepleuel und ultraflache Kolben sowie zwei Ausgleichswellen für eine hohe Motorkultur sind weitere grundlegende Bestandteile des modernen Kraftpakets.
DOHC Zylinderkopf
Jeweils zwei per Kette angetriebene Nockenwellen betätigen über Schlepphebel die insgesamt acht Ventile. Die komplett neu konstruierten Zylinderköpfe haben einen wesentlichen Anteil am kraftvollen und kultivierten Motorauftritt.
Getriebe
Ein klauengeschaltetes Sechsganggetriebe leitet die üppige Kraft des V-Zweizylinders ans Hinterrad. Die Übersetzungen der einzelnen Gangstufen sind für eine bestmögliche Beschleunigung ausgelegt.
Motormanagement
Der stärkste KTM-Serienmotor aller Zeiten wird über ein elektronisches Keihin Einspritzsystem beatmet, das einen Drosselklappen-Querschnitt von 52 mm, einen automatischen Kaltstart mit Leerlaufregulierung, eine Lambdaregelung und Höhenkompensation sowie eine Wegfahrsperre aufweist. Zusätzlich kommt ein zukunftsweisendes CAN-Bus-System zum Einsatz, das unter anderem eine direkte Kommunikation mit der modernen Instrumenteneinheit ermöglicht.
Fraglos ist die aufwendig konzipierte Auspuffanlage eines der Technik-Highlights der 1190 RC8. So entweichen die Abgase über einen großvolumigen Schalldämpfer an der Unterseite des Motorrads. Das Underfloor-Prinzip vereint gleich mehrere Vorteile. Neben einer optimalen Leistungsausbeute und der günstigen Baulage für den Motorradschwerpunkt garantiert die Lösung einen minimalen Geräuschpegel, der geregelte Katalysator die mühelose Einhaltung der Euro-3-Abgasgrenzwerte.
Mithilfe des bei KTM vorhandenen Know-how entstand für das erste österreichische Superbike ein innovativer Rahmen aus hochfestem Chrom-Molybdän-Stahl. Neben der bestmöglichen Positionierung des Motors ermöglicht die Verbindung der unterschiedlich dimensionierten Rohre ein einzigartig geringes Gewicht. Mit weniger als 7,5 kg unterbietet das Rückgrat der 1190 RC8 vergleichbare Leichtmetall-Brückenrahmen um rund 5 kg.
Bei einem Radstand von 1429 mm sowie einem Lenkkopfwinkel von 67,8° bietet der in Mattighofen geschweißte Rahmen überzeugende Stabilität in jeder Situation. Auf Wunsch kann die Geometrie des Fahrzeugs zudem variiert werden.
Eine wichtige Komponente des RC8-Fahrwerks ist die auffällige, aus eloxierten Guss- und Blechteilen gefertigte Zweiarmschwinge. Bereits optisch ein Highlight, begeistert die Konstruktion auch im Fahrbetrieb mit mustergültiger Traktion und Stabilität. Liebe zum Detail zeigt sich an den Achsaufnahmen, die für einen besonders schnellen Radwechsel ausgelegt sind.
Federelement
KTM vertraut auf die Erfahrung und die Kompetenz von WP Suspension und montiert in der 1190 RC8 hochwertigste Federelemente. Vorne federt und dämpft eine fein ansprechende 43 mm Upside-Down-Gabel, die über eine Vielzahl von Einstellmöglichkeiten verfügt. So lassen sich die Vorspannung der Feder über einen Bereich von 10 mm, die Druckstufe 32-fach und die Zugstufe 28-fach auf den jeweiligen Einsatzzweck abstimmen.
Über ein durchdachtes Umlenksystem im Heck stützt sich ein renntaugliches Zentralfederbein ab, das zusätzlich zu den Einstellmöglichkeiten der Federvorspannung (stufenlos) sowie der Zugstufe (28-fach) auch eine getrennte Einstellung der Druckstufe im Low- und Highspeed-Bereich und damit eine extrem präzise Adaption an die Strecke zulässt. Serienmäßig besitzt das neue KTM-Superbike außerdem einen ebenfalls einstellbaren WP Lenkungsdämpfer.
Ergonomie
Bereits beim Beginn des Entwicklungsprojektes war eine ideale Sitzergonomie fixer Bestandteil des Gesamtkonzeptes. Die RC8 offeriert ein lückenloses Angebot an Möglichkeiten, die Position des Fahrers individuell anzupassen. Diese konsequent umgesetzte Idee erlaubt es Fahrern unterschiedlichster Statur, sich ihren Arbeitsplatz perfekt einzurichten sei es auf der Rennstrecke oder Landstraße.
So ist beispielsweise die Höhe des Hecks um 20 mm veränderbar, die Lenker sind in der Höhe ebenso einstellbar wie die Fußrasten. Weitere Anpassungen sind auf Wunsch über die Höhe des Sitzes möglich. Zusätzlich sind sämtliche Bedienhebel (Hand- und Fußbremshebel, Kupplungshebel, Schalthebel) einstellbar.
Bremsen
Rundum verbaute Spitzenkomponenten von Brembo garantieren vehemente Verzögerungen unter allen Bedingungen: Vorne sorgen zwei 320 mm schwimmend gelagerte Scheiben in Verbindung mit radial verschraubten Vierkolben-Monoblock-Zangen und vier Einzelbelägen für ausgezeichnete Dosierbarkeit und immense Reserven. Die Betätigung findet über eine radiale Bremspumpe statt.
Das Hinterrad wird über einen Zweikolben-Schwimmsattel und eine 220 mm Bremsscheibe wirksam gestoppt.
Räder
Zur Unterstützung der ausgewogenen Fahreigenschaften und des leichten Handlings kommen Leichtmetall-Gussräder im Fünfspeichendesign in den Dimension 3,50 x 17 sowie 6,00 x 17 zum Einsatz. Supersportliche Straßenreifen, vorne in 120/70 ZR 17 und hinten in 190/55 ZR 17, verbinden die 1190 RC8 mit dem Asphalt.
Mit der Premiere der 1190 RC8 feiert auch eine neue Instrumentengeneration ihr Debüt. Das ultraleichte Multifunktionsdisplay ist per CAN-Bus-Technik mit dem Motormanagement und der Bordelektrik verbunden und bietet neben Informationen zu Geschwindigkeit, Drehzahl, Wasser- und Lufttemperatur eine Vielzahl weiterer Funktionen. Per Menütaste am Lenker können diese entweder in einem Straßen- oder Rennstreckenmodus abgerufen werden.
Gewicht
Auch beim größten Entwicklungsprojekt der Unternehmensgeschichte gelang es, das Gewicht (fahrfertig und mit vollem Tank) gemäß der Philosophie Ready to Race auf einen Rekordwert zu drücken. Mit 198 Kilogramm unterbietet die 1190 RC8 die gesamte Superbike-Konkurrenz und unterstreicht den KTM-Anspruch auf technische Höchstleistungen.
Farben
Erhältlich in den Farben Orange/Schwarz und Weiß/Schwarz, wird die KTM 1190 RC8 nicht nur in Beschleunigung und Schräglage für Furore sorgen.
Zubehör
Selbstverständlich bietet KTM auch für das schnellste Motorrad, das jemals in Mattighofen entwickelt wurde, ein umfangreiches Angebot an hochwertigstem Zubehör. Von speziell für den Rennstreckeneinsatz konzipierten Teilen wie der leistungssteigernden Akrapovic Racing-Auspuffanlage, ultraleichten Karbonrädern oder Verkleidungsteilen bis hin zu Racing-Fußrastenanlagen und nützlichen Accessoires stehen dem KTM-Superbiker exklusive KTM-PowerParts zur Verfügung.
Motor
| Motor | 2-Zylinder, 4-Takt-Motor, V 75° |
| Hubraum | 1148 ccm |
| Bohrung x Hub | 103 x 69 mm |
| Leistung | 113 kW bei 10'000/min |
| Max. Drehmoment | 120 Nm bei 8'000/min |
| Verdichtung | 12,5 : 1 |
| Starter / Batterie | E-Starter / 12 V 11,2 Ah |
| Getriebe | 6 Gänge, klauengeschaltet |
| Gemischaufbereitung | Keihin elektr. Einspritzung (Drosselklappe 52 mm) |
| Steuerung | 4 V / DOHC |
| Schmierung | Druckumlaufschmierung mit 2 Ölpumpen |
| Motoröl | Motorex, vollsynthetisch, SAE 10W-50 |
| Primärtrieb | 40 : 76 |
| Sekundärübersetzung | 17 : 37 |
| Kühlung | Flüssigkeitskühlung |
| Kupplung | Mehrscheibenkupplung im Ölbad, hydraulisch betätigt |
| Motormanagement / Zündung | Keihin EMS |
Fahrwerk
| Rahmen | Chrom-Molybdän-Gitterrohrrahmen, pulverbeschichtet |
| Rahmenheck | Aluminium 7020 |
| Lenker | Aluminium-Stummellenker |
| Federung vorne | WP-USD Ø 43 mm |
| Federung hinten | WP-Monoshock |
| Federweg vorne / hinten | 120 / 125 mm |
| Bremse vorne | 2 x Brembo Vierkolben-Radialfestsattel, Bremsscheiben Ø 320 mm |
| Bremse hinten | Brembo Zweikolben-Festsattel, Bremsscheibe Ø 220 mm |
| Felge vorne / hinten | Alugussräder 3,50 x 17'' / 6,00 x 17'' |
| Bereifung vorne / hinten | 120/70 ZR 17; 190/55 ZR 17 |
| Kette | X-Ring 5/8 x 5/16 |
| Schalldämpfer | Edelstahl-Unterflur-Schalldämpfer mit geregeltem Katalysator |
Masse und Gewichte
| Steuerkopfwinkel | 66,7° |
| Nachlauf | 90 / 92 mm |
| Radstand | 1430 mm |
| Bodenfreiheit | 110 mm |
| Sitzhöhe | 805 / 825 mm |
| Tankinhalt | ca. 16,5 Liter / 3,5 Liter Reserve |
| Gewicht (fahrfertig) | ca. 188 kg (ohne Benzin) |
Preis:
Noch unbekannt
Lieferbar ab:
Noch unbekannt, vermutlich Frühjahr 2008
Import:
Fabag Schweiz (siehe Link)
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