Test und Technik

Supermoto auf Reisen

Kurzbericht: KTM 990 Supermoto


 

29.01.2008 00:00

Die KTM 990 Supermoto wurde zwar schon an der Motorradausstellung von Birmingham (GB) vorgestellt, und wir geben zähneknirschend zu, dass wir es versäumten, einen Korrespondenten zu entsenden. Glücklicherweise ist da noch der Schweizer KTM-Importeur Fabag, der die Ankunft der ersten 990er-Supermoto zum Anlass nahm, diese der Presse nochmals nahezubringen. Von Rolf Lüthi.


Gewaltigen Punch zum Alpenüberqueren: neue KTM 990 Supermoto. Dank 19 Liter-Tank auch endlich reisetauglich.

Dabei wurde eher beiläufig festgestellt, dass zur Erfüllung von Euro 3 bei grossvolumigen Serienmotorrädern Benzineinspritzung keineswegs obligatorisch ist: Die 950er-Supermoto R bleibt im Programm, nachdem die Euro-3-Nachhomologation (mit Vergasern) geschafft ist. Item, die 990er, deren Motor mit jenem der Superduke verwandt ist, weist Benzineinspritzung und Kat auf. Für den Hubraumzuwachs von 57 ccm – von 942 auf 999 ccm – wurde nicht einfach aufgebohrt – das auch –, sondern auch der Hub verlängert. Augenfälliger sind die neue Lampenmaske und der mit 19 Litern nun voll reisetaugliche Tank.

Sehr feine Gasannahme

Wir haben sie aber nicht nur angeschaut, wir sind damit auch gefahren. Zu einer detaillierten Aussage wollen wir uns angesichts der garstigen Strassenverhältnisse nicht hinreissen lassen, für einen ersten Eindruck reichte es schon mal. Natürlich ist man sensibilisiert aufs Ansprechen des Einspritzmotors. Man kann abwinken. Mit verbundenen Augen hätte man auf einen Vergasermotor getippt, doch mit verbundenen Augen fährt ja niemand Töff. Ob die 950er mit dem Vergasermotor feiner ans Gas geht, kann nur der direkte Vergleich klären.

Gewaltig Druck

Der Zweizylinder macht gewaltig Druck schon ab 3500/min, da ist bei nasser Fahrbahn feinfühlige Gasdosierung unabdingbar. Obwohl der Motor mit seiner sehr kräftigen Mitte nicht auf Höchstleistung ausgelegt ist, fallen 115 PS an. Damit haben sie bei KTM, wo das Segment der grossen Zweizylinder-Supermotos schliesslich erfunden wurde, die Kirche ins Dorf zurückgeholt: Die 990er-Supermoto ist klassenstärkste.

Gutes Gefühl fürs Vorderrad

Die Höchstgeschwindigkeit beträgt gemäss einer glaubwürdigen Quelle 217 km/h mit heftig flatterndem Wintergewand. Da dürfte an wärmeren Tagen im Leder noch mehr drinliegen. Das Fahrwerk (mit geänderter Lenkgeometrie, aber unverändertem Radstand) verbindet Handling und Stabilität gekonnt. Man sitzt mit dem geänderten Tank näher an der Front, und die Gabel vermittelt ein sehr gutes Gefühl fürs Vorderrad. Die Bremsen sind schön dosierbar und waren ansonsten bei Asphalttemperaturen um 5 °C unterfordert.

Allround-Reisetöff

Die 990 Supermoto bleibt ein üppig motorisiertes, leichtfüssiges Spassgerät, mit leerem Tank werden 191 kg versprochen. Ihre zweite Seite: Mit markeneigenem Zubehör (Tankrucksack, Topcase, Nylon-Seitentaschen) lässt sie sich vollwertig als Allround-Reisetöff nutzen.
Die KTM 990 Supermoto gibts in Schwarz oder Orange ab Februar für Fr. 17'480.–. Damit hat der Interessent die Qual der Wahl, wird doch für die 950er-Supermoto R (mit Vergasern) der gleiche Preis genannt.

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