Test und Technik
Vmax endlich enthüllt
05.06.2008 00:00
Yamaha hat das Warten und Bangen auf die neue Vmax geschickt gehegt und gepflegt. Mit grossem Pomp wurde die Neuauflage des legendären Kraft-Bikes in Madrid gefeiert. So also sieht die 200 PS starke Vmax zweiter Generation aus. Text: Daniel Riesen Bilder: Yamaha
Auf Anhieb ist die neue Vmax als Vmax zu erkennen: Stilelemente wie die Lufthutzen im Bumerang-Design und die den Po bei Beschleunigungsorgien abstützende Stufensitzbank sind weitgehend vom 1985 geborenen Original übernommen. Ebenfalls wie beim Original ist die Kraftquelle ein V-Vierzylinder. Und doch, die Informationen deuten darauf hin, dass bisherige Vmax-Piloten bei der ersten Probefahrt der Neuen ihr Bike kaum wieder erkennen werden.
YCC-I statt V-Boost
Zuerst einmal natürlich wegen des Antriebs. Der von 1198 auf 1679 ccm angewachsene Hubraum verspricht massiv mehr Dampf von unten. Anderseits gibt Yamaha eine von damals 140 auf 200 PS gewachsene Spitzenleistung an. Für die optimale Beatmung sorgen neu die aus R1 und R6 bekannten, per Servomotor abhebbaren Ansaugtrichter (YCC-I) und nicht mehr wie damals das unter dem Namen V-Boost bekannte Kombinieren von zwei Vergasern. Setzte V-Boost bei 6000/min ein, stellt die Elektronik heute bei 6650/min auf leistungsfördernde, möglichst kurze Ansaugtrichter um. Natürlich ist auch die Airbox gewachsen (Volumenverdoppelung).
Die Topleistung von 200 PS werden bei 9000/min freigesetzt, das max. Drehmoment steht bei 6500/min an. Die Grundarchitektur des Motors (V4) wird übernommen, der Zylinderwinkel schmilzt aber von 70 auf kompakte 65 Grad. Die mittig angeordnete Steuerkette treibt die Einlass-Nockenwelle an, diese über ein Stirnrad die Auslassnockenwelle, auch dies im Interesse der Kompaktheit.
Zusätzlich soll eine variable Nockenwellensteuerung die Effizienz in der unteren Drehzahlhälfte optimieren. Stilbildend sind die kurzen Tital-Schalldämpfer, richtig praktisch wiederum der Endantrieb über eine Kardanwelle.
Nur 220 km/h
In einem Anflug von politischer Korrektheit inmitten emotionaler Unmässigkeit regelt Yamaha die Vmax elektronisch auf 220 km/h Topspeed ein. Immerhin gibts über die Dragster-Renndistanz von einer Viertelmeile (402 m) bis zuletzt die volle Dosis!
Fahrwerk: 2008
Nicht nur motorseitig hat sich extrem viel getan. So wie es aussieht, dürfte das Fahrwerk der extremen Motorleistung gewachsen sein was 1985 nicht unbedingt zu behaupten war. Kein minggeliges Stahlrohr, sondern massive Aluprofile umklammern den V4. Die Federelemente sind voll einstellbar. Massiv in der Länge gewachsen (um 35 Prozent) ist die Schwinge, die mit 662,5 mm für beste Traktion sorgen wird. Der Radstand beträgt massive 1700 mm, die neue Vmax ist also definitv ein Langschiff.
Grosse Räder
Die Vmax rollt auf heute nicht mehr üblichen Rädern im 18-Zoll-Format. Vorn ist ein 120er Pneu aufgezogen, hinten ein Reifen in der Dimension 200 mm.
Abfangen mit ABS
Verzögert wird vorne mit radial montierten Sechskolbenzangen, und damit dabei nie was schief geht, wird die Vmax serienmässig mit ABS ausgestattet.
Kostet ein bisschen was
Die neue Kraft-Ikone soll im November 2008 lieferbar sein. Wer sich eine der ersten Maschinen sichern will, muss dies Online tun: www.new-VMAX.com. Der Preis? Man spricht von rund 33 000 Franken für das High-End-Ross.
Wo Rauch ist...

Tacho plus Info-Konsole
Historische Vmax
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