Test und Technik

Überarbeiteter Kilogixxer fürs 2009

Suzuki GSX-R 1000 K9

08.10.2008 00:00

Suzuki hat ihr supersportliches Flaggschiff aufs Jahr 2009 überarbeitet. Die Anzahl Pferde (185 PS) blieben vermutlich gleich, alles andere wurde jedoch modfiziert: Fahrwerk, Motorelemente, Bremsen, Felgen, Verkleidung. Neu ist der Gixxer noch 203 kg (vollgetankt) schwer. Die Preise stehen noch nicht fest, erhältlich ab Frühjahr 2009.


Nach dem 600er-Rennerle gibt es die grosse GSX-R 1000 aufs Jahr 2009 auch ganz in Weiss.

Motor kurzhubiger

Erstmals seit der Lancierung der ersten Tausender 2001 hat Suzuki diesen Motor komplett überarbeitet. Wie bei der Yamaha R1 wurden die Zylinder zugunsten von höheren Drehzahlen kurzhubiger, wie bei Yamaha will man trotzdem auch in der Mitte mehr Dampf gefunden haben, vorab durch eine optimierte Brennraumform, neue Nockenprofile und ein höheres Verdichtungsverhältnis.

Verkürzter Randstand

Gründlich umgekrempelt hat man die Anordnung der Getriebewellen, sodass die Motor-Getriebe-Einheit um glatte 59,6 mm kürzer wurde. Das erlaubt den Ingenieuren einen verkürzten Radstand zugunsten der Agilität und trotzdem eine um 33 mm längere Schwinge, gut für Traktion und gegen das Einsacken des Hecks beim Beschleunigen.

Fünf Kilo ist die neue GSX-R 1000 im Vergleich zur Vorgängerin leichter geworden (jetzt noch 203 kg vollgetankt).



Hier haben wir euch anschliessend ein paar schöne Detailfotos zusammengetragen:

Fahrfotos:

 


Design allgemein:

Viel angrifflustiger präsentiert sich die Front der neuen GSX-R 1000. Der Scheinwerfer wurde viel weiter nach oben gezogen, der Ansaugschlund vergrösserte sich optisch ebenfalls etwas. Suzuki schreibt dazu noch, dass die neue Frontverkleidung die Windturbulenzen reduzieren würde:

Täuscht es, oder ist die GSX-R 1000 K9 äusserlich etwas schlanker geworden? Hier habt ihr zum Vergleich das Foto der GSX-R 1000 des Jahrganges 1007 (K7-Modell)

Einzig der Auspuff mutet nach wie vor wie ein Fremdkörper an. Gottlob gibt es hier im Zubehörhandel Besseres (erhältlich vermutlich nicht vor Frühjahr 2009).:

Das Heck behält seinen spacigen Eindruck bei. Es wurde im Vergleich zum 2007er-Modell etwas flacher. Das Rücklicht ist ein LED-Licht und soll heller leuchten.:

Das Chassis der K9er-1000er wurde komplett überarbeitet, es ist so gut wie total neu. Schaut euch einmal diese herrliche, leicht gebogene Schwinge an!! Ihre Form und die Aussparungen sind nötig - wie Suzuki schreibt - um den Endschalldämpfer besser integrieren zu können.

Bemerkenswert ist ausserdem, dass die neue Schwinge mit sehr wenigen Schweissnähten auskommt und um 33 mm länger als beim K7-Modell ist. Trotzdem sinkt der totale Radstand von 1415 mm auf 1405 mm.:


Ergonomie etc:

Auch das Cockpit wurde komplett überarbeitet. Zum Vergleich liefern wir euch hier das Cockpit der GSX-R K7. Am stärksten ins Auge fällt wohl der neue, silberne Ring, der das Auge auf das wichtigste Instrument lenkt - den Drehzahlmesser. Auch die 2009er-GSX-R hat eine Ganganzeige. Neu ist ein Laptimer, er wird vom Lenker aus bedient..

Die Fussrasten sind selbstverständlich verstellbar, und zwar in 3 verschiedenen Positionen. Die max. Unterschiede betragen je 14 mm in horizontaler und vertikaler Richtung.:


Technische Fotos:

Die Gabel stammt von Showa, sie soll ein verbessertes Ansprechverhalten aufweisen. Die Einstellschrauben oben sind für die Ein- und Auswärtsdämpfung und leicht mit einem Schraubenzieher einstellbar (vermutlich reicht schon das gute alte Schweizer Sackmesser). Design-technisch gesehen darf das Ganze als sehr gelungen bezeichnet werden:

Auch die Bremsen der K9er-GSX-R wurden komplett überarbeitet. Seht dazu hier das Foto der GSX-R 2007. Noch immer wird radial gebremst. Laut Suzuki soll die Monoblock-Bremse etwas leichter sein, ebenso die Gussfelgen. Da es sich bei beiden um ungefederte Massen handelt, können schon wenige Gramm einen grossen Unterschied machen:

Auch das Federbein ist von Showa und komplett einstellbar. Suzuki weist darauf hin, dass das Federbein dahingehend überarbeitet wurde, dass es direkter auf die "normalen" Fahrbahnzustände anspricht (also die Beschaffenheit der Fahrbahn unverfälschter an den Fahrer wiedergibt). Andererseits soll das Federbein so intelligent sein, um die massiven Höcker und Löcher im Fahrbahnbelag besser als zuvor rauszufiltern:

So sieht der aus Aluminium bestehende Fuss des Federbeins aus. Dieser ist direkt mit der Schwinge verbunden:

 

 Der elektronisch kontrollierte Lenkungsdämpfer wurde ebenfalls überarbeitet. Neu soll er bei höheren Geschwindigkeiten noch mehr dämpfen, bei reduzierten Geschwindigkeiten wird die Dämpfung logischerweise begrenzt, was mehr Agilität in Kurven bedeutet:

Auch im Motor ging bei der Überarbeitung einiges. Hier im Blickfeld die neuen Ventile, sie sind ganz aus dem festen, aber superleichten Titan. Auch das Verhältnis Bohrung x Hub verändert sich.

2009 GSX-R: 74.5 x 57.3 mm

Zum Vergleich 2007 GSX-R: 73.4 x 59 mm)

Auch die Verdichtung steigt an, von 12.5 : 1 auf 12.8 : 1 (zum Vergleich 2009er-Yamaha YZF-R1: 12.7 :1):

Schön dieses Foto von der aufgeschnittenen Sugi. Schaut es euch in Ruhe an:

Und wenn wir schon dabei sind: hier das Foto der gestrippten GSX-R.

Vergleicht dieses Foto unten mit dem Motorfoto der GSX-R 2007. Es fallen euch bestimmt Dutzende von Unterschieden auf. Beispielsweise der komplett andere Rahmen oder der völlig neukonzipierte Ölkühler (Ganz unten bei den Auspuffkrümmern).:

Und wenn wir schon vom neuen Ölkühler sprechen, wollen wir ihn auch bildlich von vorne zeigen: Suzuki betont, dass der neue Ölkühler nicht nur leistungsfähiger sei, sondern dass er auch den Luftwiderstand verringere. Wie denn, denkt man da - er liegt ja beinahe komplett unter der Verkleidung versteckt.

Doch Suzuki weiss es zu erklären: dadurch, dass dem alten, vierreckigen Ölkühler "ade" gesagt wurde, konnte diese spezielle Trapezform entstehen. Sie soll eine schmale Verkleidung möglich machen - was wiederum den Luftwiderstand reduziert. Logo.:



Technische Daten Suzuki GSX-R 1000 K9 (soweit bekannt)

Motor

BauartFlüssigkeitsgekühlter Reihen-Viertakt-Vierzylindermotor
VentilsteuerungDOHC, Vier Titanventile pro Zylinder
Bohrung x Hub74.5 x 57.3 mm
Hubraum999 ccm
Verdichtung12.8 : 1
GemischaufbereitungEinspritzung
Drosselklappen-Durchmesser
Ventildurchmesser: Einlass/Auslass
SchmierungNasssumpf
Auspuffanlage
StarterE-Starter

Leistungsdaten

Max. Leistung
Max. Drehmoment
V-max.

Kraftübertragung

KupplungHydraulische Mehrscheiben-Ölbadkupplung
Gänge6
EndantriebKette

Fahrwerk

RahmenBrückenrahmen aus verschweissten Aluminiumbauteilen, Heck angeschraubt
Federung vorneUpside-Downgabel, voll einstellbar
Gabelinnenrohr-Durchmesser
Federung hintenBananenschwinge mit angelenktem Federbein, voll einstellbar.
Federweg vorn/hinten

Räder

RädertypAluminiumgussfelgen, Schlauchlosreifen
Felgendimension vorn17 M/C x MT 3.5
Felgendimension hinten17 M/C x MT 6.0
Reifendimension vorn120/70 ZR 17 M/C (58 W)
Reifendimension hinten190/50 ZR 17 M/C (73 W)

Bremsen

Bremse vornRadial montierte Doppelscheibenbremse (310 mm), Vierkolbenzangen von Tokico.
Bremse hintenEinscheibenbremse (220 mm), Einkolbenzange.
ABSNein

Abmessungen und Gewichte

Radstand1405 mm
Lenkkopfwinkel66.2 Grad
Nachlauf98.3 mm

Gewicht vollgetankt

203 kg

Sitzhöhe810 mm
Tankinhalt (davon Reserve)17.5 Liter

Farben

Schwarz
Rot-Schwarz
Weiss-Blau
Weiss-Silber

Preis, Lieferung per, Import

Preissteht noch nicht fest
Erstmöglicher LieferterminFrühjahr 2009
Import überCH-Import, Info  Frankonia AG, Hohlstr. 612, 8010 Zürich, Tel. 044 431 65 11 Fax 044 431 67 08

Sonstiges, Bemerkungen

Bemerkungnicht mit 34 PS erhältlich, ersetzt Suzuki GSX-R 1000 K7

Konkurrenten

Aprilia RSV4 (neues Modell 2009)
BMW S1000 RR (neues Modell 2009)
Honda CBR 1000 RR Fireblade
Kawasaki ZX-10R Ninja
KTM RC8
MV Agusta F4 1100 R 312 (Test der 1000er: hier klicken)
Yamaha YZF-R1


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