Sport

Der Dakar folgt das Bol d’Or

Porträt Robby Knecht


 

25.03.2009 00:00

Bei seiner zweiten Dakar-Teilnahme erreichte Robby Knecht erstmals das Ziel, allerdings als Letzter mit 153 Stunden Rückstand! Text: Roland Keller Bilder: Keller, zvg.


Von seinem Scheitern an der Dakar 2005 liess sich der Genfer Robby Knecht nicht abschrecken, trat an der diesjährigen süd­amerikanischen Auflage erneut an und biss sich unermüdlich durch. Für seine Odyssee benötigte er dreimal so lange wie der Sieger und verlor auf diesen an 15 Wertungstagen durchschnittlich je 10 Stunden. Trotzdem biss der ehemalige Polizist unermüdlich durch. MSS traf den Unentwegten.

MSS: Macht es dir nichts aus, dass du Letzter geworden bist?
Robby Knecht: Überhaupt nicht. Mancher hätte teuer bezahlt, um an meiner Stelle noch im Rennen zu sein! Es war mein erklärtes Ziel, das Rennen fertig zu fahren. Und ich halte mein Wort! (lacht)

Irgendwann bist du plötzlich vom Radar verschwunden.
Die Etappe 5 war reich an Rückschlägen. Auf den ersten dreissig eher schnellen Kilometern habe ich rund 20 Töffler überholt. Mir lief es so gut, dass ich unter dem Helm jubelte. Doch im hohen Gras lauerten Felsbrocken. Ich rammte sie, schlug mit dem Helm gegen die Rallye-Armaturen, flog einen zirkusreifen Looping und blieb leicht benommen liegen. Dann, 60km vor dem Ende der Sonderprüfung, geriet ich beim Hineinfahren in das Dünengebiet in ein heftiges Gewitter mit Sturmböen, Regen und Hagel.

Gleichzeitig merkte ich auch, dass beim Sturz offensichtlich mein Wasserkühler zerquetscht wurde und ein Teil der Halbverschalung fehlte. Das Motorrad dampfte, das Kühlwasser war schnell alle. Als ich die Hilfscrew anrief, erfuhr ich, dass das Rennen inzwischen gestoppt worden war, da sich viele Teilnehmer, wohl vor allem Autos, im Sand eingebuddelt hatten. Als ich endlich gerettet wurde, blieben mir nur noch eineinhalb Stunden Schlaf. Am nächsten Morgen um etwa 10 Uhr erreichten wir das Basislager.

Was bleibt dir von dieser Dakar in Südamerika hängen?
Vor allem bin ich stolz und glücklich, dass ich es ins Ziel geschafft habe. Weit über dem sportlichen Aspekt stehen jedoch die ungemein herzlichen Kontakte mit der argentinischen und chilenischen Bevölkerung. Die andauernden Ermutigungen über die ganzen 9500km haben sich allmählich zu einer Verbundenheit gewandelt. Ich durfte sie nicht enttäuschen. Dann diese herrlichen Landschaften! Unglaublich, wir fuhren auf der Höhe des Montblanc!

Den ausführlichen Bericht lest ihr in MOTO SPORT SCHWEIZ 04/2009; das Heft kann selbstverständlich auch online abonniert werden. Hier lang…


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