Test und Technik
Metisse McQueen-Replica
25.03.2009 00:00
«Rennen fahren heisst leben, dazwischen ist Wartezeit», beliebte Filmstar Steve McQueen zu sagen. Seine Lieblings-Enduro, eine Métisse Triumph, gibts jetzt als Replica zu kaufen. Text: Alan Cathcart/dr Bilder: Kyoichi Nakamura
Auch drei Jahrzehnte nach seinem verfrühten Tod im November 1980 bleibt Steve McQueen für viele ein Begriff. Ihm galten und gelten die Sympathien als einem, der selbst für haarsträubende Stunts kaum Doubles brauchte und der gegen den Willen der Studiobosse immer auch Motorrad fuhr. Dabei begnügte er sich nicht mit Cruisen, er fuhr durchaus ambitioniert auch Rennen.
Erinnerungsstücke von McQueen sind entsprechend begehrt. Seine Belstaff-Töffjacke ging an einer Auktion kürzlich für 32760 US-Dollar weg.
21'500 Franken für 1 von 300
Da erscheint ein Preis von 12999 Englischen Pfund (vor Steuern), was derzeit rund 21500 Franken entspricht, für ein komplettes Motorrad nachgerade vernünftig. Für dieses Geld erhält man eine der auf 300 Exemplare limitierten Replicas der Wüsten-Enduro, die Steve McQueen 1966 gekauft und danach sehr oft eingesetzt hat. Das Originalmotorrad, eine Métisse Triumph, existiert vermutlich nicht mehr.
Die Nummer 000 erhält Chad McQueen, der Sohn des Schauspielers. Er teilt die Leidenschaft des Vaters für Motorräder, hat fürs Projekt grünes Licht gegeben und ermöglicht, die Replicas mit einem Faksimile-Autogramm des Stars auf dem Tank zu versehen:

Zweimal Orginal: McQueen mit seiner Métisse Triumph:

Die Replica, 40 Jahre später:
MRD Métisse, die Marke der berühmten Rahmenbauerbrüder Rickman, gehört seit 2001 Gerry Lisi. Der nach Grossbritannien ausgewanderte Italiener ist gelernter Dachdecker und Betreiber eines Golfclubs im beschaulichen Oxfordshire.
Auf die Idee einer McQueen-Replica brachte ihn vor vier Jahren Sir Anthony Bamford. Geschäftsmann Sir Anthony fährt nicht selber Töff, ist aber ein grosser Fan des Schauspielers und wollte sich deshalb eine Métisse Triumph in die Eingangshalle seines Baumaschinengeschäfts stellen. Lisi: «Viele Leute sahen das Bike und fragten, ob man es kaufen könne. Das Einzelstück wollte Sir Anthony natürlich nicht abgeben. So dachte ich mir, es wäre eine verpasste Chance, nicht eine Serie zu bauen!»
Métisse-Chef Gerry Lisi:

Von Links - Derek Rickmann, Gerry Lisi, Don Rickmann:
Derek und Don Rickmann:

McQueen-Sohn Chad musste Lisi nicht zum Einverständnis nötigen: «Er war gespannt, was rauskommt. Von den 200 Bikes seines Vaters sei die Métisse Triumph der Favorit gewesen.»
Steve McQueen war vom Motorrad schon kurz nach dem Kauf begeistert. Dessen Vorzüge schilderte er dem Magazin «Popular Science» im November 1966: «Der Rahmen ist revolutionär, er macht einen separaten Öltank überflüssig. Der Schmierstoff zirkuliert im Rahmen, so wird er auch noch gut gekühlt. Zudem mag ich die grossen Viertakter dieser hier hat richtig Dampf! Die Schutzbleche aus Fiberglas halten das Gewicht niedrig. Und die Ceriani-Gabel spricht extrem fein an, während die BSA-Gabelklemmen sehr robust sind. Das ist wichtig, manchmal hats mir bei Schlägen schon den Lenker verbogen.»
Den ausführlichen Bericht lest ihr in MOTO SPORT SCHWEIZ 04/2009; das Heft kann selbstverständlich auch online abonniert werden. Hier lang
Videos: Hier wird mit der Metisse Triumph der Great-Escape-Jumph von Steve McQueen nachgestellt:
Der Orginaljump aus dem Film selbst (tatsächlich sprang nicht Steve McQueen selbst, sondern der Stuntfahrer Bud Enkins):
Weitere Fotos:
Wenn man bei Métisse Auto fährt, dann nur mit dem "richtigen Nummernschild".



Der Paralleltwin ist ein Bijou:
Amal-Concentric-Schiebervergaser:

Muss reichen: Trommelbremse vorne:

Dürfte unter Umständen rutschig sein: Fussrasten ohne Gummi:

Kann man sicher auch mit Heizgriffen haben:

Volllgasss!: Auf kleinen Wald- und Wiesenwegen scheint die Métisse Triumph am meisten Spass zu machen:

Kann man bestimmt auch mit Sitzheizung haben:


Stereofederbeine hinten:

Und noch ein paar Fotos aus der Fertigung bei Métisse:



Technische Daten Métisse Mark 3 Triumph
Motor
| Bauart | Triumph TR6, luftgekühlter Parallel-Twin, |
| Ventilsteuerung | Stossstangen, OHV, 2 Ventile pro Zylinder |
| Bohrung x Hub | 71×82 mm |
| Hubraum | 649 ccm |
| Verdichtung | 9,0:1 |
| Gemischaufbereitung | 1 Amal-Concentric-Schiebervergaser R930/23, CDI-Zündung von Boyer Bransden |
| Vergaser-ø | 23 mm |
| Ventildurchmesser: Einlass/Auslass | |
| Schmierung | Trockensumpfschmierung |
| Auspuffanlage | |
| Starter | Kickstarter |
Leistungsdaten
| Max. Leistung | 47 PS (34,6 kW) bei 6700/min |
| Max. Drehmoment | |
| V-max. |
Kraftübertragung
| Kupplung | Kettenprimärtrieb, Seilzug-Sechsscheiben-Nasskupplung |
| Gänge | Vierganggetriebe |
| Endantrieb | Endantrieb Rollenkette links. |
Fahrwerk
| Rahmen | Doppelschleifenrahmen aus vernickelten Chrom-Molybdän-Stahlrohren. |
| Federung vorne | Vorn 35-mm-Telegabel von Ceriani, |
| Gabelinnenrohr-Durchmesser | |
| Federung hinten | hinten Rohr-U-Schwinge mit Stereofederbeinen von Hagon. |
| Federweg vorn/hinten | 190 mm / |
Räder
| Rädertyp | Speichenräder mit Stahlfelgen, Schlauchreifen Dunlop, |
| Felgendimension vorn | D803F (2.75-21") |
| Felgendimension hinten | |
| Reifendimension vorn | D756 (110/100-18") |
| Reifendimension hinten |
Bremsen
| Bremse vorn | Simplex-Trommelbremsen ø 178 mm |
| Bremse hinten | Simplex-Trommelbremsen ø 178 mm |
| ABS | nein |
Abmessungen und Gewichte
| Radstand | 1450 mm |
| Lenkkopfwinkel | |
| Nachlauf | |
| Trockengewicht | 135 kg |
| Sitzhöhe | |
| Tankinhalt (davon Reserve) |
Farben
| Battleship Grey | |
| x | |
| x | |
| x | |
| x |
Preis, Lieferung per, Import
| Preis | £ 12999., exkl. Steuern |
| Erstmöglicher Liefertermin | |
| Import über | Métisse Motorcycles Ltd. Fairingdon, Oxfordshire (GB) |









































