Ratgeber
Pirelli Angel ST
01.05.2009 00:00
Pirelli wählte für die Präsentation seines neuen Sporttourenreifens etwas Spektakuläres aus: nämlich ein 24 h-Highspeed Test. Einen vollen Tag und eine volle Nacht lang wurde eine Kawasaki 1400 GTR und eine Suzuki Hayabusa auf dem Highspeedkurs von Nardo gequält. Die Pirellis hielten es aus. Text: Markus Schmid. Fotos: Schmid, Pirelli.
Gefahren wurden die Rekorde in Nardò mit dem neuen Sportourer-Reifenpaar Angel ST, der bei Pirelli den bewährten Diablo Strada ablöst.
Den Namen Angel (engl. «Engel») wählte Pirelli in Anlehnung an die im Mai in die Kinos kommende Verfilmung des Bestsellers «Illuminati» dessen englischer Filmtitel «Angels and Demons» (Engel und Dämonen) heisst.
Was für ein Kreis! Nardo:
Dieses duale Thema nimmt Pirelli bei der Profilgestaltung des Angel ST auf: Der Reifen soll einerseits mit sehr guter Stabilität und überragendem Nassgrip der Schutzengel seines Fahrers sein, aber dank Top-Werten bei Trockengrip und Handling auch dämonische Fahrfreuden ermöglichen.
Die Profilgestaltung des Angel ST illustriert dieses Engel-und-Dämon-Konzept durch ein sich im Verlauf der Reifenabnutzung veränderndes Profilbild. Neu und bis etwa 1000 km Laufleistung ist in der Reifenmitte eine Engel mit Heiligenschein und Flügelkonturen sichtbar , nachher sind nur noch die tiefen Profilrillen und damit der Dämon sichtbar.
Netter Marketingag: Ist der Heiligenschein ab (mit zunehmender Laufleistung), wird aus dem Engel der Teufel. Rechts daneben der Reifen von oben:

Wer den Reifen nicht bis ganz aussen ausnützt, wird die Flügelkanten des Engels nicht los.
Technisch gesehen, dient die profillose Mittelzone des Hinterreifens der hohen Laufleistung Pirelli spricht von 10000 bis 15000 km auf der Strasse während die diagonalen Profilsektionen genau wie die über die ganze Reifenkontur laufenden Rillen des Vorderreifens der Drainage dienen. Die aussen an den Schultern abgewinkelten Profilenden verbessern Stabilität und Kurvengrip gegenüber diagonalen Profilelementen.
Der Aufbau besteht hinten aus einer 90-Grad-Rayon-Karkasslage (vorne zwei Lagen, für Maschinen über 240 kg auch hinten zweilagig als Typ E in 180/55-17), über die der übliche Nullgradstahlgürtel gelegt ist. In der Laufflächenmischung kommen hochfeine, vollsynthetische Russ- und Silica-Komponenten zum Einsatz.
Bruttopreise (vorn): von Fr. 242.- bis 252. und (hinten) Fr. 306.- bis 339.; alle 17-Zoll-Grössen ab sofort oder in Kürze lieferbar.
Allein in Nardo mit Motorrad, Zeit und Raum:
Die Videos dazu:
Zum Weltrekord in Nardo:
Der offizielle Werbespot von Pirelli zum Reifen:
Weitere Fotos:

Die Testfahrzeuge für die 24 h: Suzuki Hayabusa und Kawasaki 1400 GTR:
Klare Vorgabe an die Testfahrer: nutzt das angegebene Drehzahlband (weisse Striche auf Geschwindigkeits- und Drehzahlmesser) - nur so lassen sich bei sehr hoher Geschwindigkeit in kurzer Zeit sehr hohe Reichweiten erreichen. Alle anderen Drehzahlgrössen sind auf Dauer weniger gut für Motor und Reifen:

Abriebsbild nach 5000 km:

Natürlich ist der Reifen nicht nur für die Hochgeschwindigkeitsfahrzeuge gemacht. Auch eine Allround-CBF rollt gut auf den Angeln:

Die Testreifen auf der GTR:
...und der Hayabusa:
So gibt Pirelli selbst den Einsatzraum für den Angel ST an:

Auch bei Pirelli schwört man auf die Mehrkomponenten-Technologie. Nur so lassen sich gute Abriebleistungen mit hohen Laufleistungen paaren:











































