Menschen und Politik
KTM fängt sich wieder
03.08.2009 00:00
Gute News aus Österreich: zwar musste das Land Oberösterreich die Haftung für einen Kredit über 33 Millionen Euro übernehmen, doch KTM scheint wieder Fuss zu fassen: die Kurzarbeit kann auf den Oktober aufgehoben werden, die Lager wurden reduziert. Ausserdem scheint konnte KTM in den letzten Monaten Marktanteile gewonnen zu haben.
Medienmitteilungen von KTM:
Die KTM-Gruppe hat in Oberösterreich über 1500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise hat die KTM deutliche Absatzrückgänge zu verkraften und daher bereits im Spätsommer 2008 mit den erforderlichen Restrukturierungs- und Redimensionierungsmaßnahmen begonnen. Auch ein Kurzarbeitszeitmodell wurde eingeführt.
42 Millionen Euro gebraucht
Zum krisenbedingten Markteinbruch kam dazu, dass Anfang Mai 2009 eine Anschlussfinanzierung für eine auslaufende Unternehmensanleihe im Gesamtvolumen von 90 Millionen Euro erforderlich wurde. Im Zuge der Finanzierungsverhandlungen mit den Banken wandte sich KTM an das Land Oberösterreich und ersuchte, einen Teil - 42 Millionen Euro - der Anschlussfinanzierung mit einer Garantie des Landes Oberösterreich zu besichern.
Haftungsrisiko für Österreich gering
Gleichzeitig mit diesem Antrag legte die KTM eine Fortbestandsprognose für die Dauer der Landesgarantie von 5 1/2 Jahren und darüber hinaus vor. Ein Wirtschaftsprüfungsunternehmen bestätigte die Fortbestandsprognose der KTM und hielt wörtlich fest: "Die durchgeführte Plausibilisierung der Planrechnung und Analyse des Marktumfelds gemäß Analystenerwartung lässt das Risiko einer Inanspruchnahme der vom Land Oberösterreich gegebenen Haftung als gering erscheinen."
33.6 Millionen Euro übernommen
Das Land Oberösterreich hat mit einstimmigen Beschluss des OÖ. Landtages vom Donnerstag, 18. Juni 2009 entschieden, für 80 Prozent dieses Kredites in der Höhe von 42 Millionen Euro - das entspricht 33,6 Millionen Euro zur Überbrückung dieser Liquiditätsengpässen die Haftung zu übernehmen. Die Haftung gilt 5 Jahre und 6 Monate.
Diese Landesgarantie im Ausmaß von 33,6 Millionen Euro als Teil der gesamten Anschlussfinanzierung in Höhe von 90 Millionen Euro ist eine wesentliche Voraussetzung für diese Planrechnung der KTM.
Keine Dividendenausschüttung
Neben der mit dieser Landesgarantie verbundenen Standort- und Arbeitsplatzsicherung in Oberösterreich wurde im Zuge dieser Landesgarantie auch vereinbart, dass sich die Cross Industries AG als Kernaktionär der KTM Power Sports AG verpflichtet, ihr Stimmrecht in der Hauptversammlung so auszuüben, dass keine Dividende während der Laufzeit der Landesgarantie ausgeschüttet wird und
die Gesellschafter sich dafür verwenden müssen, dass keine erfolgsabhängigen Boni an KTM-Manager in dieser Zeit ausgeschüttet werden.
Außerdem erhält das Land ein Haftungsentgelt in der Höhe von 4,25 Prozent. Die Höhe dieses Haftungsentgelts ergibt sich aus der Differenz zwischen Zinssatz der garantierten Darlehenstranche und dem des nicht garantierten Darlehensrestbetrages. Diese ist für die KTM kostenneutral, weil dieser Differenzbetrag nicht in Form von Kreditzinsen an die kreditgebenden Banken sondern an das Land in Form eines Haftungsentgelts zu zahlen ist.
Zudem wurden dem Land Oberösterreich als Besicherung Pfandrechte für den Fall eingeräumt, dass die Landesgarantie schlagend wird.
Arbeitsplätze und Forschungsstandort sichern
"Mit dieser Lösung sichert das Land Oberösterreich sowohl wertvolle Arbeitsplätze für die Region als auch den Forschungsstandort und den Firmensitz in Mattighofen", so Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer.
"Wir haben mit dem Land Oberösterreich konstruktive Gespräche geführt und eine nachhaltige Lösung für KTM gefunden", so DI Stefan Pierer, CEO der KTM Power Sports AG.
Kurzzahlen zum 1.-3.Quartal 2008/09:
- Umsatz: 343,5 Mio. EUR (-22,4% zum Vorjahr)
- Absatz Fahrzeuge: 46.275 (-19.647 Fahrzeuge zum Vorjahr)
- EBITDA: 6,2 Mio. EUR (-79,1% zum Vorjahr)
Kapazitätsanpassungen abgeschlossen
KTM hat die Kapazitätsanpassungen abgeschlossen und beendet mit 31.10.2009 die Kurzarbeit. Das operative Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Restrukturierungskosten (EBITDA) verringerte sich auf 6,2 Mio. EUR (Vorjahr: 29,6 Mio. EUR).
Planmäßiger Abbau der Lagerbestände
Im dritten Quartal 2008/09 konnte das Fertigwarenlager planmäßig abgebaut werden. Der KTM-Lagerbestand reduzierte sich im dritten Quartal um 4654 Fahrzeuge; der Händlerlagerstand konnte um 3893 Fahrzeuge abgebaut werden. Bis Ende des Geschäftsjahres ist ein weiterer Lagerabbau geplant.
KTM performt besser als der Markt
Der europäische und US-amerikanische Markt entwickelten sich in den ersten sechs Monaten 2009 stark rückläufig. KTM konnte in diesem Zeitraum Marktanteile gewinnen.
Marktentwicklungen:
- Europa: -27% / KTM: -19%
- USA : -45% / KTM: -27%
Bis zum Ende des Geschäftsjahres werden aufgrund einer attraktiven Produktpalette weitere Marktanteilsgewinne erwartet.
Absatz von 300 X-Bow geplant
In der Division Sportcar konnten in den ersten drei Quartalen 249 KTM X-Bow verkauft werden. Bis zum Ende des Geschäftsjahres wird ein Absatz von rund 300 X-Bow erwartet. Aufgrund der Restrukturierung der Division Sportcar wurden aktivierte Entwicklungskosten sowie Werkzeuginvestitionen in Höhe von 33 Mio. EUR vorzeitig abgeschrieben.
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