Menschen und Politik

Rebranding der Marke Buell

Buells neues Logo


 

07.08.2009 00:00

Der amerikanische Motorradhersteller Buell hat ein Rebranding vorgenommen. Mit der Logo-Änderung will Buell wieder zurück zu seinen Wurzeln.


Das neue Buell-Logo mit dem Pegasus.

Beinahe unbemerkt von der Öffentlichkeit hat sich der Motorradhersteller Buell aus den USA einem Rebranding unterzogen. Verändert wurde dabei nicht nur das offizielle Buell-Logo - nein, auch die Ausrichtung von Buell wird in Zukunft anders sein.

Der Buell-Slogan nach dem Rebranding lautet: "Back to the roots" - zurück zu den Wurzeln. Dies zeigt schon das neue Logo an - plötzlich ist im Logo wieder der Pegasus anzutreffen. Der mythologische Pegasus, also das geflügelte Pferd, zierte schon einmal das Buell-Logo - in der Anfangsphase der Motorradfirma. Hier auf der Rückseite einer früheren Buell-Lederjacke:

Mit der Einflussnahme der Firma Harley-Davidson (seit 2003 zu 100 % im Besitz von Buell) dürfte das Logo aber immer mehr in Richtung "Life Style"-Logo umgebaut worden sein. Das wurde mit der jetzigen Logo-Änderung wieder rückgängig gemacht.

Buell-Logo bisher:Buell-Logo neu:

Buell-Motorradproduktion in East Troy im US-Bundesstaat Wisconsin:

Symbol Pferd, geflügeltes Pferd

Ein Pferd haben diverse Automobilhersteller im Wappen. Beispielsweise Ferrari (das steigende Pferd) oder Ford bei seinen Mustangs (galoppierender Mustang). Das Pferd also soll Kraft und Schnelligkeit symbolisieren. Ein geflügeltes Perd (also der Pegasu) wiederum kann als eine Steigerung der Geschwindigkeit des Pferds angesehen werden. Hinzu kommt, dass das neue Logo von Buell nicht einfach nur einen Pegasus darstellt. Nein, wer ganz genau hinguckt, sieht, dass eine Schraffur im Logo vorkommt. Sie erinnert etwas an gebürstetes Aluminium - was keineswegs ein Zufall ist. Das neue Logo soll nämlich an die "hemdsärmelige" Anfangsphase von Buell erinnern.

Erik Buell der Rennfahrer:

Mit der RW 750 fing alles an

Wenn wir nämlich die Buell-Geschichte um 30 Jahre zurückdrehen, kommen wir in die Zeit, als Erik Buell zu Hause in seiner Garage in East Troy, Wisconsin, zu tüfteln begann. Er war Rennfahrer gewesen und hatte als Entwicklungsingenieur bei Harley-Davidson gearbeitet. Als erstes, echtes Buell-Motorrad darf die RW 750 gelten (RW stand für "Road Warrior"). Befeuert wurde sie mit einem englischen Vierzylinder-Zweitaktmotor von Barton. Die Maschine war zwar unglaublich schnell (über 280 km/h), aber sehr unzuverlässig. Wie auch immer - dieses erste "Garagen-Buell" war die Begründerin des heutigen Buell-Imperiums mit 8 aktuellen Buell-Modellen.

Buell RW 750:

Zurück zum Tütfler-Image

Nun will Buell zu diesem erste "Pioniergeist" diesem Tüftler-Image, zurück. Die Maxime "No rules, just reasons" soll wieder vermehrt zum Tragen kommen: gebaut wird Eigenständiges, was nach Ansicht der Entwickler und Tüftler Sinn macht - nicht das, was die Marketing-Leute wollen. Buells zeichen sich ja vor allem durch innovative Technik (bsp. Benzin im Rahmen, Öl in der Schwinge), Massenzentralisation und sehr agiles Handling (unter anderem durch ultrakurze Radstände) aus.

Zurück zum Racing

Gleichzeitig steigt Buell wieder ins Racer-Business ein - vorerst lediglich in den USA. In verschiedenen Klassen (unter anderem in der AMA Pro Racing) will man mit den flüssiggekühlten wie luftgekühlten Buells antreten, dazu wurde über eine Million Dollar lockergemacht.

Buell-Racing-Aktivität 2009 in den USA mit der wassergekühlten Buell 1125 RR:

Was ändert sich für den Kunden?

Für den Endkunden ändert sich voerst nichts - ausser dass auf den Maschinen in Zukunft da neue Logo bzw Schriftzug und nicht mehr das alte Logo zu finden sein wird. Allerdings dürften wir längerfristig ganz neue Buells zu Gesicht bekommen - denn dass das Rebranding ein blosser Marketinggang ist, glauben wir nicht. Dafür steht zu viel auf dem Spiel und ist zudem mit Eriks Charakter nicht vereinbar. Nein, wenn Erik sagt, dass die Firma Buell zurück zu ihren Wurzeln müsse, dann meint er das auch so - und dann wird auch so gehandelt.

Erik Buell mit einer Firebolt:

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