Menschen und Politik
Immer mehr Autos mit Licht
11.08.2009 00:00
In der Schweiz sind deutlich mehr als die Hälfte der Autofahrerinnen und Autofahrer tagsüber und bei schönem Wetter mit Abblendlicht unterwegs. Dies geht aus der jährlich durchgeführten Zählung der bfu Beratungsstelle für Unfallverhütung hervor.
Aus der Sicht der Biker:
Dass ein Auto mit Licht in fast allen Fahrsituationen besser wahrgenommen wird, scheint logisch zu sein. Infolgedessen wäre ein Tagesfahrlicht-Obligatorium, wie es in Skanidnavien gehandhabt wird, das Sinnvollste. Doch es gibt auch Gegenargumente. Zum einen kostet das "Lichtermeer" Batterieleistung. Um diese wieder aufzuladen braucht es den Motor - also wird ein Auto, das mit Licht fährt, immer etwas mehr Benzin brauchen als ein Auto, das ohne Licht fährt.
Zum anderen haben diverse Motorraderer keine Freude an den vielen Autos, die am helllichten Tage ihre Scheinwerfer brennen lassen. Sie argumentieren, dass man die Motorradscheinwerfer dann weniger beachten würde. In einigen Gegenden Frankreichs wird man von den Bikern deshalb beschimpft, wenn man die Autoscheinwerfer tagsüber brennen lässt.
Medienmitteilung der bfu:
Die Zahl der Personenwagen, die tagsüber mit Abblendlicht fahren, ist von 11 (2001) über 39 (2004) und 53 (2007) auf nunmehr 59 Prozent im Jahre 2009 gestiegen. Je nach Sprachregion findet diese Sicherheitsmassnahme allerdings unterschiedlich grosse Zustimmung. Während sie in der Deutschschweiz von 65 Prozent der Automobilisten umgesetzt wird, sind es im Tessin noch 52 Prozent und in der Romandie lediglich 37 Prozent auch wenn diese Ziffer in den letzten fünf Jahren um 17 Prozentpunkte gestiegen ist (2004: 20%).
Die Zählung 2009 bestätigt frühere Ergebnisse. So wird auf Autobahnen (70%) häufiger mit Licht am Tag gefahren als ausserorts (54%) oder innerorts (52%). Doch gerade bei dichtem Verkehr, beispielsweise in der Stadt, entfaltet die Massnahme ihre grösste Wirkung. Da sich Fahrzeuge mit Licht besser von der Umgebung abheben, werden sie leichter wahrgenommen.
Die anderen Verkehrsteilnehmer können so ihre Distanz und Geschwindigkeit korrekter einschätzen. Dies hat für alle mehr Sicherheit zur Folge, denn auch die Schwächsten wie Fussgänger oder Radfahrer können Gefahren früher erkennen und sich vor ihnen schützen.
Fahren mit Licht am Tag stösst zudem weiterhin auf grosse Akzeptanz: Gemäss einer repräsentativen Umfrage, die das Marktforschungsinstitut Demoscope im Auftrag der bfu im Mai 2007 bei mehr als tausend Personen durchgeführt hat, äusserten 68 Prozent der befragten Autofahrer ihre Zustimmung zur seit 2002 geltenden Soll-Vorschrift in der Verkehrsregelnverordnung (VRV).
Die bfu, das Schweizer Kompetenzzentrum für Unfallprävention, befürwortet nach wie vor ein Lichteinschalt-Obligatorium für alle Motorfahrzeuge. Im Vordergrund stehen dabei technische Lösungen (automatischer Einschaltmechanismus), was die Zustimmung von 67 Prozent der Befragten findet.





































