Test und Technik
Achtmal günstiger?
20.08.2009 00:00
Die Titan-Herstellungskosten könnten, glaubt man neuesten US-Berichten aus dem Wissenschaftsbereich, in Zukunft dramatisch gesenkt werden. Das würde auch im Motorradbau neue Möglichkeiten ergeben...

Weil Titan so teuer ist, kam es bisher nur bei ganz wenigen Motorenkomponenten wie den Ventilen zum Einsatz. Aber auch Kolben und Pleuel aus Titan sind technisch machbar. Sollte der Werkstoff Titan in Zukunft tatsächlich günstiger werden, sollten höhere Motorenleistungen dank Titan-Grosseinsatzes im Bereich der Zylinder erreichbar sein.
Eigenschaften von Titan
Titan ist ausserordentlich leicht, wetterbeständig, fest und hält hohe Temperaturen aus (Link: Wikipedia). Kein Wunder, wird Titan oder Titan-Legierungen im Hightech-Bereich wie bei U-Boot-Druckkörpern, in der Raumfahrtstechnik oder bei Schiffsschrauben seit Jahren verwendet. Aber auch die Freizeitindustrie hat Gefallen an dem Wundermaterial gefunden: Man kann Tennisschläger aus Titan kaufen, ebenso Velos oder Golfschläger. Auch im Motorradbereich kommt Titan zuweilen zur Anwendung, beispielsweise bei den Ventilen oder Pleueln.
Nachteil: teuer
Doch Titan hat einen gravierenden Nachteil: es ist teuer. An seiner Häufigkeit kann es nicht liegen: es liegt auf Platz 22 der häufigsten Elemente im Universum (Link: Wikipedia). Doch leider kommt es in der Natur nur in geringen Konzentrationen vor. Ausserdem ist der Herstellungsprozess, bis Titan für industrielle Zwecke endlich verwendet werden kann, äusserst kostspielig.
Der hohe Preis erklärt hauptsächlich, warum Titan bei normalen Industrieprodukten relativ selten zur Anwendung kommt - es ist, im Vergleich zu herkömmlichem Stahl oder Aluminium einfach zu teuer. Daher wird es ibeispielsweise im Motorradbau nur bei den teureren Hochleistungsmotorrädern eingesetzt.
Aus Titanhydrid Titan herstellen
Doch nun scheint Bewegung in Sachen Titan zu kommen. Wie diverse US-Websites berichten, ist es anscheinend Labors unter der Führung des "US Departments of Energy" gelungen, aus Titanhydrid (TiH2) normales Titan (Ti) herzustellen. So veröffentlichte beispielsweise das zum Department of Energy gehörende Pacific Northwest National Labatory ein PDF, das auf die Vorzüge des neuen Verfahrens hinweist. (Siehe Link auf der Seite).
Achtmal tieferer Preis möglich
Anstatt 200 Dollar für ein Pfund reines Titan wie bisher, sind nun dank des neuen Verfahrens viel günstigere Titanpreise möglich. Laut einigen Websites wären sogar Kosten um 25 Dollar pro Titanpfund möglich - das ist gerade mal ein Achtel des bisherigen Preises.
Neue Möglichkeiten im Motorradbau
Sollte sich das neue Vefahren tatsächlich auch zur Massenproduktion von Titan eignen, würde das im Motorradbau zu ganz neuen Möglichkeiten führen. Selbst normale Standardmotorräder könnten dann mit Titankomponenten ausgestattet werden - was sowohl die Leistung steigern würde, wie auch das Gewicht des Motorrads senken würde.
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