Sport
Är isch gfahre wie ne Sou
07.09.2009 00:00
Gratulation nach Bettwil: Egli-Racing steht nicht nur auf der Hayabusa, Racing steckt auch in Fritz W. Egli drin. Er fuhr mit 334 km/h einen neuen Seitenwagen-Speedrekord. Text: Daniel Riesen
In Sachen Power war man ja zuversichtlich, denn Fritz W. Egli ging bei den diesjährigen BUB-Speedtrials in Bonneville (USA) mit einem Seitenwagen an den Start, der sich gewaschen hat: Gegen 400 PS stecken in der mit Turbo-Aufladung verstärkten Suzuki Hayabusa drin, die ökologisch korrekt zu 85 Prozent mit nachwachsenden Rohstoffen (E85, Ethanol) läuft. Doch kann Fritz W., mit 73 Jahren nicht grad ein junger Spring-ins-Feld, diese Leistung auch auf den gschlifrigen salzigen Untergrund bringen? Zumal mit einem Dreirad, fahrdynamisch ja nicht unbedingt ein Pappenstiel.
Die Antwort gab der Mann mit Renn-Erfahrung mit seiner rechten Hand: Jawohl, er grub tiefe Furchen in den Salzsee, jawohl, es stellte ihn auch mal quer, aber jawohl, er brachte die Turbo-Leistung - auf dem MSS-Prüfstand von Exlusive Imports Maag feingetunt - tatsächlich auf Boden und holte sich einen neuen Geschwindigkeitsrekord für Motorräder mit Seitenwagen. Teamchef Ruedi Steck war begeistert. Är isch gfahre wie ne Sou.
208 stand bei senem schnellsten Run auf der Anzeige des. 208 Meilen notabene, das sind fast 335 km/h. Also so was, Fritz, ist das nicht gefährlich? Im Ernst: Wir ziehen den Hut. Und warten schon auf 2010: Wenn ich nächstes Jahr noch weiss, in welche Richtung man den Gasgriff drehen muss, komme ich wieder, kommentierte der tatendurstige Weltrekordhalter.
Auch die anderen Mitglieder des Swissperformance-Team gaben tüchtig Stoff: Teamchef Ruedi Steck fuhr mit seiner Turbo-Hayabusa zwar nur 318 km/h, aber auch nur, weil die Elektronik im 6. Gang ein Ausdrehen des Motors verhinderte, ein Wurm, den man vor Ort einfach nicht aus dem System kriegte. Sven Traber holte sich mit seinem grossen Turbo-V2 nicht wie geplant einen Rekord mit Verschalung, aber doch jenen ohne Kleid. Und Hans Versveld, mit einer Sauger-B-King am Start, fehlte nur wenig für einen Rekord in seiner Klasse.
Leslie Porterfield, die Amerikanerin im Swissperformance-Team, gab sich 2009 nicht mehr mit dem Label schnellste Frau zufrieden, sondern versuchte sich mit einer Turbo-Hayabusa am absoluten Rekord für teilverschalte Bikes bis 1350 ccm. Das gelang wegen der miesen Beschaffenheit des Untergrunds zwar nicht, 240 Meilen oder 386 km/h sind aber auch nicht übel.





































