Sport
Verwirrungen und ein Doppelsieger
17.05.2010 00:00
Gemäss den Wetteraussichten wäre man nicht gerade von einem Motorradwochenende ausgegangen, aber der auf acht Meisterschaftsläufe angewachsene Terminkalender der Supermoto-SM hat für den Saisonauftakt in Bure nun einmal diesen feuchten Mai-Sonntag vorgesehen. Erstmals konnte auf dem Panzerübungsgelände der Armee ein Supermotorennen ausgetragen werden, in der Folgewoche wird hier die Enduro-SM durchgeführt. Die Infrastruktur scheint für Anlässe dieser Art wie geschaffen. Wo normalerweise Panzer herumfahren, sollte Lärmbelästigung kein Thema sein, und mit Motorrädern braucht man auch nicht allzu besorgt zu sein, einen Landschaden anzurichten, welcher nach der Durchfahrt des nächsten Panzers noch sichtbar wäre...
Multi-Meister Bidart
Am Start in Bure eine internationale Grösse der Supermoto-Szene: Sylvain Bidart (Honda), amerikanischer, französischer und spanischer Meister des vergangenen Jahres. Doch für ihn wie auch einige andere Toppiloten lief vieles nicht so rund wie erhofft.
Unglücklich verlief bereits das Zeittraining, welches neuerdings auf Sonntagvormittag angesetzt ist. Bei einem Unfall am Ende der Start-Ziel-Geraden wird eine Bretterwand durchschlagen, die Rennleitung verzichtet aber auf einen Unterbruch, stattdessen werden gelbe Flaggen geschwenkt. Diese Signalisierung wird von den Fahrern aber sehr unterschiedlich aufgefasst.
Zwar ist gemäss Reglement das Überholen unter gelber Flagge nicht gestattet, schnelles Fahren, solange kein Hindernis auf der Piste ist, jedoch nicht verboten. Die Rennleitung aber entscheidet, die Zeitspanne des Flaggenschwingens komplett zu streichen, also den Stand des Zeittrainings vor besagtem Unfall für die Startaufstellung anzuwenden. Fahrer wie Bidart und auch Meister Philippe Dupasquier (KTM), welche ihre schnellste Runde in dieser Phase fuhren, haben das Nachsehen. Dupasquier hat zwar hinter Cyrill Scheiwiller (Yamaha) die zweitschnellste Rundenzeit gefahren, leider jedoch in der umstrittenen Phase der Qualifikation, wird also auf Platz 6 zurückversetzt. Bidart rutscht vom vermeintlich dritten auf den siebten Startplatz. Scheiwiller hat das nötige Quäntchen Glück, zieht im Zeittraining von Anfang an am Kabel und sichert sich die Poleposition. Neben ihm starten die beiden Franzosen Eddy Petard (Kawasaki) und Thomas Verscheure (Honda) sowie Harry Näpflin (Kawasaki) aus der ersten Startreihe. Dahinter folgen Markus Volz (KTM), Dupasquier, Bidart und Marcel Götz (Kawasaki).
Scheiwillers gutes Timing
In Lauf 1 die nächste Unklarheit: Gestartet wir im Trockenen, nach wenigen Runden setzt aber Regen ein, der zunehmend stärker wird. Mit der roten Flagge bei Start und Ziel wird als Konsequenz das Rennen abgebrochen. So weit alles klar. Die Flagge wird aber geschwenkt, nachdem die Spitze bei Start und Ziel vorbeirauscht, und bis diese über den Abbruch informiert wird, finden in der Führungsgruppe noch Überholmanöver statt.
Gemäss Reglement ist der Stand eine Runde vor Rennabbruch zu werten. Der 25-jährige Franzose Bidart wird sich mit der Rennleitung aber nicht einig, denn nach eigener Rechnung war er bereits seit zwei Runden in Führung. Nichtsdestotrotz wird er auf Platz 2 zurückversetzt. Scheiwiller gewinnt stattdessen mit minimalem Vorsprung von 0,001 Sekunden vor Bidart, Volz, Petard und Götz.
Da bereits mehr als 75% der Renndistanz zurückgelegt worden sind, wird der erste Lauf nicht nochmals gestartet.
Der Regen hört nicht mehr auf und nimmt zeitweise tropische Heftigkeit an. An diesem Wochenende ist Petrus kein Motorradfan!
Dupasquier im Dreck
Der zweite Lauf wird im Dauerregen gestartet, und wieder kann sich Scheiwiller sofort an der Spitze absetzen. Verfolger Bidart taucht früh
Den ausführlichen Bericht lest ihr in SCHWEIZ 10/2010, das ab 16. Mai 2010 am Kiosk erhältlich ist. MOTO SPORT SCHWEIZ kann selbstverständlich auch online abonniert werden. Hier lang
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