Sport

GP Frankreich, Le Mans

Schweizer Stehaufmännchen


 

27.05.2010 00:00

Beim Grand Prix von Frankreich müssen alle drei Schweizer zu Boden, rappeln sich aber hoch und fahren weiter. Zu mehr als Ehrenmeldungen reichts aber nicht.


Von einem Sturz und Rang 30 lässt sich Dominique Aegerter die Freude am Töfffahren nicht verderben. Bild: Reinhold Trescher
Rennsport ist nicht immer gerecht, jedenfalls kurzfristig nicht. In Le Mans gehen im Rennen alle drei Schweizer zu Boden, doch derjenige, der am wenigsten dafür konnte, wurde mit dem schlechtesten Resultat «belohnt». Dies geschah Dominique Aegerter im Rennen der Moto2. Im Gewühl der ersten Schikane, wo 41 hungrige Wölfe durch ein Nadelöhr hechten, geht der Berner zu Boden, sammelt sein Bike ein und fährt weiter. Doch die Meute ist weg und kommt für Domi erst wieder von hinten, beim Überrunden, in Sicht. Wie gut er rundenlang mit der Spitze mithalten kann, zeigt, dass er mehr kann als den 30. und letzten Rang anzudeuten. Allerdings: Im Qualifying war er auch nicht über den 30. Platz hinausgekommen, wenn auch mit mickrigen 1,2 Sekunden hinter der Pole.


Im Laufschritt zum Crash-Töff
Schadlos, aber nicht besonders schnell kommt Thomas Lüthi durch die erste Schikane. Nur aus der fünften Startreihe ins Rennen gegangen (17. im Quali mit nur 0,666 Rückstand!) kommt er aus der ersten Runde bloss an 21. Stelle zurück. Trotzdem besteht noch Hoffnung auf Punkte, denn ab Runde 5 purzeln die Moto2-Artisten in schneller Folge. Lange trägt diese Hoffnung aber nicht, denn in der ersten Schikane rutscht Lüthi das Vorderrad weg. «Der Töff rutschte über den Asphalt, er blieb deshalb fast unversehrt. Ich musste weit rennen, konnte aber sofort weiterfahren.» 27 Sekunden verliert er in dieser Runde trotzdem, Tom bleibt noch knapp vor Domi, das Rennen ist gelaufen. Oder doch nicht: «Es ist gut, konnte ich weiterfahren. Die Zeiten waren ok, ich bin überzeugt, dass ich in die Top 5 hätte fahren können.» Ein Podestrang war angesichts des Chatterings (siehe Interview) aber nie in Reichweite.

Die schnellen Zeiten reichen, um in den verbleibenden 20 Runden 11 Fahrer zu überholen. «Das hat Spass gemacht, aber in der Endabrechnung bringts trotzdem nichts…» Punkte gibts für Platz 19 nicht, seinen 3. Platz in der Gesamtwertung büsst der Berner – hoffentlich vorläufig – ein.

Schon in den Trainings auf dem Circuit Bugatti belegt Randy Krummenacher, dass er diese Saison in die Top Ten der 125er-WM gehört: 6. Rang im ersten freien Training, Rang 7 im zweiten wie auch im Qualifying. Solche Tempo-Regelmässigkeit ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass man dabei ist. «In der Anfangsphase passte das Motor-Setup überhaupt nicht. Aber bei meinem ersten Boxenstopp hat mir meine Crew eine richtige Rakete aufgebaut. Im Anschluss daran lief die Aprilia sagenhaft gut!» Mehr Grip als zuletzt in Jerez machen den 20-jährigen Zürcher Oberländer zuversichtlich fürs Rennen.

Sein Ziel, in der Spitzengruppe der schnellen Spanier mitfahren zu können, begräbt er aber nach einem versemmelten Start…


Den ausführlichen Bericht lest ihr in SCHWEIZ 11/2010, das ab 28. Mai 2010 am Kiosk erhältlich ist. MOTO SPORT SCHWEIZ kann selbstverständlich auch online abonniert werden. Hier lang…

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