Sport

Supermoto-SM St. Stephan BE

Scheiwillers gewinnen auch im Doppel


 

22.06.2010 00:00

Bei klirrender Kälte konnte SM-Leader Cyrill Scheiwiller die Spitzen­piloten aus dem Ausland abschütteln. Dass ein Scheiwiller vorneweg fährt, ist nichts Neues, doch in St.Stephan waren es gleich zwei!


Starke Brüder: Cyrill Scheiwiller, Teamchef Christian Keller und Serge Scheiwiller (r.)
In den 90er-Jahren dominierten die Gebrüder Stéphane und Boris Chambon die Supermoto-Szene, in den letzten fünf Jahren waren es der dreifache Weltmeister Adrien und sein Bruder Thomas Chareyre, die kaum zu schlagen schienen. In St.Stephan gab sich Adrien Chareyre klar geschlagen (siehe Splitter), denn jetzt trumpft ein Schweizer Brüderpaar auf: Neben dem 18-jährigen Cyrill Scheiwiller (Yamaha), der nach seinen Youngster- und Rookie-Meistertiteln im Eiltempo zum Prestige-Spitzenpiloten und Titelfavoriten 2010 avancierte, liess an der verregneten SM-Veranstaltung auf dem Flugplatz von St.Stephan nämlich auch der 25-jäh­rige Serge Scheiwiller (Yamaha) aufhorchen. Der Youngster-Meister von 2002 – er hatte in den letzten fünf Jahren im Mittelfeld der Prestigeklasse gekämpft – war im Zeittraining bei winterlicher Kälte der Einzige, der bis auf 1,3 Sekunden an die sensationelle Bestzeit von Bruder Cyrill herankam.

In der anschliessenden Speedy-Gonzales-Superpole der Top 5 überflügelte das Brüderpaar die Herausforderer erneut und sicherte sich die Startplätze 1 und 2 vor den Franzosen Eddy Petard (Kawasaki) und Sylvain Bidart (Honda). Für Serge war es gar die Premiere in der ersten Startreihe der Prestigeklasse. Der 21-jährige Innerschweizer Kevin Reinhard (Honda), der auch bereits die Titel in den beiden Nachwuchsklassen verbucht hat, konnte sich vor dem Deutschen Julian Becher (Kawasaki) und Meister Philippe Dupasquier (KTM) in der zweiten Reihe aufstellen.


Scheiwillers Vorgeschmack
SM-Leader Cyrill Scheiwiller lässt in Lauf 1 nichts anbrennen, entscheidet den Start für sich und zieht gleich vorne­weg. Petard kommt optimal weg und setzt sich im Kampf um Position 2 in der ersten Kurvenkombination vor Serge Scheiwiller, Bidart und Reinhard durch. Bidart kommt auf der schnellen Piste mit den vielen Wasserlachen nicht recht in Fahrt und wird von Reinhard hart bedrängt. Nach vier Runden bremst sich der Schweizer frech am amtierenden Meister von Frankreich, Spanien und den USA vorbei auf Position 4, würgt aber bereits eine halbe Runde weiter den Motor ab und muss sich schliesslich mit Rang 8 direkt vor Dupasquier begnügen.

Petards Reifen sind allmählich am Ende, Serge Scheiwiller versucht krampfhaft, auf Platz 2 vorzufahren, findet aber keinen Weg vorbei. Während Serge Scheiwiller hinter dem Franzosen mit Platz 3 ein neues Karrierehighlight setzt, fährt Bruder Cyrill einen ungefährdeten Sieg ein und strahlt: «Hier stimmt einfach alles: Die neue Yamaha ist der Hammer, das Regenmapping passt ausgezeichnet, und die Metzeler-Regenreifen sind im Moment wohl das Beste, das es gibt.» Bidart, sein erster Verfolger in der Meisterschaft, kommt mit 11 Sekunden Rückstand ins Ziel, kann auf Platz 4 aber immerhin Mannschaftsweltmeister Becher und den französischen Heisssporn Thomas Verscheure (Honda) hinter sich halten. Bi­dart: «Das Besondere an der SM ist, dass es hier so viele schnelle Fahrer hat. 2009 konnte ich in drei Ländern den ­Titel einfahren, in der Schweiz bin ich aber nicht ganz vorne. Noch höher als hier ist das Niveau wohl nur in der ita­lienischen Meisterschaft.»


Scheiwiller: Doppeltes Doppel
Im Fahrerlager ist die Freude im Team Keller, für das die Scheiwillers fahren, natürlich riesig. Besser kann es kaum laufen! Serge hat Blut geleckt und schmunzelt: «Platz 2 ist mein Ziel für den zweiten Lauf. Ich würde natürlich auch um Platz 1 kämpfen, doch Cyrill ist zu schnell!» Bei Start 2 gelingt Cyrill Scheiwiller wieder der Holeshot, direkt hinter ihm folgt tatsächlich Bruder Serge …


Den ausführlichen Bericht lest ihr in SCHWEIZ 13/2010, das ab 24. Juni 2010 am Kiosk erhältlich ist. MOTO SPORT SCHWEIZ kann selbstverständlich auch online abonniert werden. Hier lang…

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