Sport
Das Lorenzo-Monopol
22.06.2010 00:00
Lorenzo stürmt in Eilschritten seinem ersten MotoGP-Titel entgegen, aber auch Thomas Lüthi qualifiziert sich in der Moto2-Klasse als Titelanwärter.
MotoGP: Hektische und schwierige Zeiten für die Motorrad-Königsklasse: Der verletzte Yamaha-Superstar Valentino Rossi fehlt bis mindestens August, Honda-Privatier Hiroshi Ayoama konnte in Silverstone nach einem Trainings-Crash nicht antreten und liess das Starterfeld auf 15 Bikes schrumpfen. Und Honda-Werksfahrer Dani Pedrosa, erster Verfolger von WM-Leader Jorge Lorenzo (Yamaha) und damit einzige Hoffnung auf einen halbwegs spannenden Titelkampf, beschädigte sich und seine Siegchance im Qualifying mit einem heftigen Abflug. Pedrosa startete trotzdem, kämpfte kurz mit Lorenzo um die Führung, fiel im Rennen aber bis auf Rang 8 zurück. Das bedeutete bloss Schadensbegrenzung für Pedrosa und neu 37 Punkte Rückstand auf seinen nicht wirklich geliebten Landsmann.
Ganz vorn war das Rennen ab Runde 2 äusserst eintönig, ganz im Sinne des jungen Toreros aus Mallorca: Lorenzo setzte sich ab, sein Vorsprung pendelte zwischen 8 und 10 Sekunden, der Rest des Feldes hatte schlicht keine Chance. Dabei hätte einer vielleicht den Speed gehabt, Lorenzo zu folgen: Casey Stoner. Der Ducati-Mann fuhr in der Mitte des Rennens Rundenzeiten von ähnlicher Qualität, doch lag er da nach einem schwachen Start und anschliessend zögerlichem Beginn nur auf dem achten Rang. Im letzten Renndrittel fuhr der Weltmeister von 2007 als Fünfter an die Lorenzo-Verfolgergruppe heran, doch an ein Überholen dieses Trios war trotzdem nicht zu denken.
Dieses Trio sorgte für die beste Unterhaltung des ganzen Rennens. Pedrosa-Teamkollege Andrea Dovizioso (I) gelang es, einen minimalen Vorsprung zu halten, während der Fight um den letzten Podestplatz als inneramerikanische Angelegenheit bis zum Zielstrich spannend blieb: In der letzten Runde wusste der amtierende Superbike-Weltmeister und MotoGP-Rookie Ben Spies (Yamaha) einen kleinen Fehler von Ex-MotoGP-Weltmeister Nicky Hayden auszunützen. Damit vereitelte Spies den längst fälligen ersten Podestplatz Haydens im Sattel seiner Werks-Ducati.
Moto2: Üblicherweise berichten wir an dieser Stelle über das Geschehen an der Spitze des Rennens und im Moto2-Bericht (Bericht in MSS 13/2010) speziell über die Schweizer Helden. Diesmal ist dies erfreulicherweise identisch, eine separate Berichterstattung erübrigt sich.
125 cm³: Zwei starke Spanier sorgten dafür, dass in der 125er-Klasse für einmal kein grosses Feld bis in die letzte Runde um den Sieg kämpfte. Schon im Training hatte sich angedeutet, dass der Sieg über das Derbi-Duo Pol Espargaro (jung) und Marc Marquez (sehr jung) führen würde. Ab Rennmitte waren die beiden für die Konkurrenz unerreichbar, zeitweise betrug ihr Vorsprung zehn Sekunden. In den zwei letzten Runden überholten sich die Kampfhähne mehrmals mit teils haarsträubenden Manövern. Entschieden wurde der Fight durch einen Vorderradrutscher von Espargaro, der diesen zu einem sturzfreien Ausflug neben die Piste zwang. Marquez holte sich nach seiner Premiere in Mugello gleich den zweiten Sieg seiner Karriere in Serie, während Espargaro seinen Landsmann Nicolas Terol (4.) als WM-Leader entthronte, wenn auch nur um ein Pünktlein.
Inmitten der Spanier-Flut konnte sich ein Einheimischer über Wasser halten: Bradley Smith begeisterte das Publikum in Silverstone mit Rang 3, seinem ersten Podestplatz der Saison.
Den ausführlichen Bericht über die Schweizer am GP lest ihr in SCHWEIZ 13/2010, das ab 24. Juni 2010 am Kiosk erhältlich ist. MOTO SPORT SCHWEIZ kann selbstverständlich auch online abonniert werden. Hier lang
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