Sport
Lüthi aufs Podest abonniert
06.07.2010 00:00
Mit gebrochenem Schlüsselbein wird Tom Lüthi in Assen Dritter, nach einer Operation eine Woche später in Barcelona gar Zweiter. Er will gar nicht mehr vom Podest runter.

Harter Fight für Tom Lüthi in Barcelona gegen 125er-Weltmeister Julian Simon. Zuletzt lag der Schweizer Silberpfeil vorn. Bild: Reinhold Trescher)
Vor dem Rennen in England hatte er beim Motocross-Training nicht einfach ein Spass, sondern unabdingbares Fahrtraining für die Piloten, die an den Rennwochenenden nur wenig Zeit im Sattel verbringen das schon in früheren Jahren verletzte linke Schlüsselbein angeschlagen und ausgerenkt.
Dennoch holte sich Lüthi in Silverstone fast den Sieg. Im Training zum GP von Holland gab ein abgefangener Rutscher und der damit provozierte Schlag auf die Schulter dem Schlüsselbein den Rest. Es brach. Was Tom aber erst einmal nicht wusste. Mit einer schmerzstillenden Spritze bestritt er das Rennen. Nach gutem Start aus der ersten Reihe fiel er etwas zurück, kam aber gegen Rennende auf und wurde Dritter. WM-Leader Toni Elias (wie Lüthi auf Moriwaki unterwegs) konnte er aber nicht mehr schnappen und verlor so vier weitere Punkte.
Grosser Service am Schlüsselbein gleich nach dem Rennen
Trotz des Podestplatzes war klar: Am Schlüsselbein gibts ein ernstes Problem. Noch gleichentags flog der Berner in die Heimat und wurde im Regionalspital Münsingen vom Vertrauensarzt Marc Mettler operiert. Unter Vollnarkose wurde ihm eine alte Titan-Platte ersetzt. Die Express-Aktion war nötig, denn Tom blieben nur wenige Tage bis zum GP von Katalonien. In Barcelona tritt der 125er-Weltmeister von 2005 erstaunlich gelassen und zuversichtlich an. Und tatsächlich: Im ersten freien Training fährt er einfach mal kurz die viertschnellste Zeit. Am Samstagmorgen, im zweiten freien Training, legt er nach: Schnellster! «Die Hitze ist anstrengend, ansonsten läufts aber gut. Kraft und Stabilität sind da. Die Kombi drückt auf die verletzte Schulter, doch das spüre ich nur, wenn ich normal stehe.»
Auch das Qualifiying läuft gut. Lüthi steht auf Startplatz 3, so gut wie seit Jahren nicht mehr. Nur der ultraschnelle Sieger von Mugello und Assen, Andrea Iannone (Rahmen: Speed Up), macht ihm Sorgen: «Wir müssen aufpassen, dass er uns nicht abhaut.»
Genau dies geschieht im Rennen aber doch. Vorerst kann Lüthi zwar die Spitze übernehmen, doch der Italiener kommt relativ mühelos am Schweizer vorbei, wie später auch Julian Simon (Suter) und Yuki Takahashi (Tech 3).
Iannone gleich zweimal blind
Die Flucht nach vorn von Iannone hat allerdings einen Schönheitsfehler. Als er Anfang Runde 2 den Japaner Takahashi überholt, werden noch die gelben Flaggen geschwenkt. Gleich nach dem Start war es zu einer Massenkarambolage gekommen, in die auch Dominique Aegerter (Suter) verwickelt war. Aus für Domi, der erst in drei von sieben Rennen punkten konnte.
Item, Iannone fährt vorne weg und erhält von der Box die Aufforderung, sich auf Rang 2 zurückfallen zu lassen, als Wiedergutmachung fürs Überholen unter gelber Flagge. Doch der Mann in Grün sieht nichts und fährt weiter...
Den ausführlichen Bericht lest ihr in SCHWEIZ 14/2010, das ab 8. Juli 2010 am Kiosk erhältlich ist. MOTO SPORT SCHWEIZ kann selbstverständlich auch online abonniert werden. Hier lang
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