Sport
Schlagabtausch im Titelkampf
06.07.2010 00:00
Seit Saisonbeginn führt Cyrill Scheiwiller das SM-Zwischenklassement an. Anlässlich der SM-Runde in Frankreich schlugen jedoch die Franzosen zu. Immerhin konnte Meister Philippe Dupasquier ihre Vorherrschaft mit einem Sieg brechen.

Meister Philippe Dupasquier (1) kann die Angriffe von Titelaspirant Sylvain Bidart (64) in Lauf 1 sicher abwehren. Bild: Pixelplus
Der 35-jährige Familienvater tröstete sich mit den Erfolgen der Nachwuchspiloten aus seinem Team: Marcel Baumgartner (Youngster 125/250) und Sohnemann Jason Dupasquier (Kid 65) fahren in ihren Kategorien erfolgreich um den Titel mit. Dupasquier: «Jetzt kommt eine neue Generation! Man kann nicht immer gewinnen.» Dass er es doch noch kann, hat er in Freiburg mit einem zweiten Platz bereits angedeutet. Auf der Berg-und-Tal-Piste von Villars-sous-Ecot (F) meldete sich der Evergreen in Topform zurück und bot dem Trainingsschnellsten Sylvain Bidart (Honda) Paroli. Nur gerade 0,032 Sekunden liess er sich im Zeittraining abknöpfen. Während auch die Franzosen Thomas Verscheure (Honda) und Eddy Petard (Kawasaki) mit etwas mehr als 0,2 Sekunden Rückstand nicht viel verloren, fehlten SM-Leader Cyrill Scheiwiller (Yamaha) schon mehr als 0,7 Sekunden auf die Spitze. In der Speedy Gonzales Super Pole setzte der 18-Jährige in der Hoffnung, doch noch in die erste Startreihe vorzudringen, alles auf eine Karte und stürzte; es blieb bei Startplatz 5 in der zweiten Reihe. Scheiwiller: «Jetzt hoffe ich auf einen guten Start. Angreifen wird schwierig, doch ich werde es probieren. Um die SM-Führung mache ich mir keine Gedanken, ich konzentriere mich lieber darauf, ein gutes Rennen zu fahren.»
Bidart, Scheiwillers Rivale im Titelkampf, ist mit 13 Punkten Rückstand auf den Ostschweizer angereist, konnte seine Trainingsbestleistung nicht wiederholen und fiel in der Super Pole hinter den 17-jährigen Verscheure und Dupasquier auf Rang 3 zurück.
Dupasquier ist wieder der Alte
Beim Start zu Lauf 1 zeigt sich Dupasquier in bester Verfassung. Er reagiert blitzschnell und übernimmt sofort die Führung vor Bidart, Verscheure, Pitard und Scheiwiller. Doch Bidart macht sofort Druck auf den Fribourger. Auch Pitard ist überzeugt, dass er schneller fahren kann als seine Vorreiter, zieht radikal am Kabel, fliegt bereits nach einer Runde mit einer Pirouette ab, fällt auf Position 9 zurück und muss sich nach einem weiteren Sturz schliesslich mit Platz 11 begnügen. Auch Verscheure kann nicht wunschgemäss mit dem Führungsduo mitmischen, er wird von Scheiwiller bedrängt und muss diesem schier wehrlos Rang 3 überlassen. In der Schlussphase bekommt es die französische Nachwuchshoffnung auch noch mit Altmeister Dani Müller (Yamaha) zu tun. Müller: «In der letzten Runde zog ich auf der Geraden sogar noch an Verscheure vorbei, doch dann fiel mir der Gang raus und ich auf Platz 5 zurück.»
An der Spitze leistet Dupasquier enorme Gegenwehr. Bidart, immerhin amtierender Meister von Frankreich, Spanien und den USA, lässt nichts unversucht und greift stetig an, wobei das Vorderrad immer wieder Dupasquiers KTM berührt! Bidart: «Ich versuchte, Dupasquier aus dem Rhythmus zu bringen, aber er ist ein Routinier und lässt sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen.» Im Gegenteil, er reduziert nach einem Rutscher sogar das Tempo, um möglichst sauber und fehlerfrei zu fahren und so Bidart keine Überholmöglichkeit zu bieten. Der Plan geht auf, er fährt den Sieg 0,2 Sekunden vor Bidart nach Hause. Im Fahrerlager zeigt er auf die schwarzen Streifen an seiner 2011er-KTM und lacht: «Das ist Bidart! Doch das ist kein Problem, man muss es nur wegputzen. Die Saison ist gelaufen und für mich nur noch Vorbereitung für 2011. Ich will wieder ganz nach vorne, und dieser Sieg ist dabei eine gute Motivation!»
Der zweite Streich?
Dem bisher erfolgreichsten Motocrosser der Schweiz gelingt auch beim Start zu Lauf 2 der Holeshot...
Den ausführlichen Bericht lest ihr in SCHWEIZ 14/2010, das ab 8. Juli 2010 am Kiosk erhältlich ist. MOTO SPORT SCHWEIZ kann selbstverständlich auch online abonniert werden. Hier lang
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