Test und Technik

MV Agusta Turismo Veloce Lusso 800

Volle Hütte

23.01.2016 00:00 (Hamprecht/br)

Kurz vor der EICMA lädt MV Agusta im Stammsitz Varese zur Probefahrt seines Top-Tourers. Hauptmerkmal der Lusso-Variante ist neben gehobener Ausstattung ein semiaktives Fahrwerk von ZF-Sachs.


Auf kurvigen Strassen ermöglicht die luftig-leichte Turismo Veloce schnellen Tourismus. (Für mehr Bilder klicken)

Keine Spur von Leistungsmangel

Sich in italienischer Manier durch den Berufsverkehr zu mogeln, war die erste Prüfung. Mit schmalem Heck und perfekter Übersicht auf dem 86 Zentimeter hohen Polster ein Kinderspiel. Die entspannt aufrechte Sitzposition und vor allem die bestechende Wendigkeit generiert aber auch nach dem Ortsschild reichlich Fahrspass. Kein dicker Konkurrenz-Tourer kurvt annähernd so leichtfüssig durchs Hinterland wie die kompakte 800er. Von Leistungsmangel oder gar Langeweile nicht die Spur. Temperamentvoll feuert der 110 PS starke Dreizylinder aus den Ecken. Inzwischen hat MV nach zwei Software-Updates auch störende Lastwechsel im Griff. Mit dem neuen Mapping der Drive-by-Wire-Drosselklappen gelingt selbst der Sprint ab Standgas ohne Kettenschlagen. Fast linear legt der Zwölfventiler Kohlen ins Feuer: 90 % der 83 Nm stehen bereits ab 2000/min bereit. Hinter der 7000er-Marke zeigt die Lusso, aus welchem Stall sie kommt. Die Zeichen auf Sturm gestellt, bläst die Lusso in den unteren zwei Gängen gerne auch mal mit gelupftem Vorderrad zum Angriff. Wer vom feurigen Temperament nicht genug bekommt, wechselt die Gänge in beide Richtungen blitzschnell und ohne Griff zum Kupplungshebel mit dem Blibber-Schaltassistenten. Früher nicht frei von Tadel, sind auch bei diesem Feature Unzulänglichkeiten behoben.

 

Teil 1
Volle Hütte
Teil 2
Keine Spur von Leistungsmangel

Teil 3
Elektronik greift bei Regen helfend ein
Teil 4
Ohne iPhone kein individualisiertes Fahrwerk
Teil 5
Meine Meinung
Teil 6
Technische Daten MV AGUSTA TURISMO VELOCE LUSSO 800

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