Test und Technik

Husqvarna 701 Supermoto und Enduro

Ausdauernde Sprinter

24.01.2016 00:00 (gautschi/br)

Mit den 701er-Modellen tritt Husqvarna erstmals seit der Übernahme durch KTM aus der Sportmotorrad- Nische heraus. Supermoto wie Enduro basieren technisch auf den 690er-Modellen von KTM – jedoch mit Unterschieden.


Die Rückkehr des Beat Gautschi: «1988 löste ich meine ersteRennlizenz, ich begann mit dem Endurosport und stieg dazu voneiner Yamaha TT 600 auf eine Husqvarna 501 TE um.»Und nun, 27 Jahre später, kommt er auf einer Husqvarna 701angeflogen. (Für mehr Bilder klicken)

Enduro im ursprünglichen Sinne

Für den Nachmittag steigen wir um auf die 701 Enduro. Würde ich in Portugal leben, meine Wahl fiele trotz meiner Supermoto-Vergangenheit auf die Enduro. Wir fahren auf Pisten unterschiedlicher Güteklassen kilometerweit übers Land. Kommen wir mal durch ein Dorf, begrüssen alle erfreut unseren Tourguide. Alles entspannt also, was auch für den Töff gilt. Die Enduro erfreut mit der gleichen untadeligen Stabilität, mit der schon die Supermoto brillierte. Grobe Wellen und Löcher werden auch bei hoher Geschwindigkeit ohne Aufhebens weggesteckt. Wunderbar neutral liegt die Enduro auch mit rutschenden Reifen. Wir haben den Offroad-Dongle eingesteckt, das ABS regelt nur vorne. Mit leicht überbremstem Hinterrad kann man in die Kurve reindriften und danach in weiten, runden Drifts wieder rausbeschleunigen, gut einsatzbare Leistung ist immer im Überfluss parat. Die Gewichtsverteilung mit dem Hecktank passt, zumal man bei Bedarf bis zum Lenkkopf vorrücken kann, um den Grip am Vorderrad zu erhöhen. Man merkt, dass KTM aus dem Offroad-Sport kommt: Auch im Stehen passt die Ergonomie. Wie schon die 2016er-Motocrossmodelle von Husqvarna hat auch die 701er eine Kante in den seitlichen Verkleidungen, an der man in stehender Position mit den Unterschenkeln zusätzlichen Halt findet. Trotz des Gitterrohrrahmens ist der Lenkeinschlag ausreichend. Auf der Strasse läuft die Enduro wegen einer kürzer gewählten Übersetzung nicht gar so schnell wie die Supermoto, und die gröber profilierten Reifen – montiert waren Conti TKC 80 – verursachten zusätzliche Vibrationen. Wie die Geometrie sind auch die Federelemente von Supermoto- und Enduroversion nicht identisch. Die Enduro hat mit 275 mm Federweg vorne und hinten Reserven für zügige Gangart auf groben Pisten. Verbaut ist an der Front das WP-Spitzenmodell mit aufwändigem Vierkammer-Dämpfungssystem namens 4CS, in der Supermoto ist eine Open Cartridge Gabel drin, in sogenannter Split- Fork-Version: Wie an der 4CS sind Zug- und Druckstufe beide von oben einstellbar, rechts Zug-, links Druckstufe. Beide Versionen sind mit LED-Blinkern und -Rücklicht ausgerüstet, für den Sporteinsatz lässt sich der Nummernhalter samt deren Beleuchtung einfach demontieren. Beide Motorräder sind auch recht leise. Wenn sich auch Gashirne wie wir im ersten Moment mehr Sound wünschen, so ist ein leiser Töff doch taktisch geschickter: Man fällt weniger auf und kann darum schneller fahren.

 

Teil 1
Ausdauernde Sprinter
Teil 2
Holiday on Ice in Portugal

Teil 3
Racing-Dongle für die Kartstrecke
Teil 4
Enduro im ursprünglichen Sinne
Teil 5
Zwei Geheimtipps entdeckt
Teil 6
Meinung HUSQVARNA 701 SUPERMOTO
Teil 7
Meinung HUSQVARNA 701 ENDURO
Teil 8
Technische Daten HUSQVARNA 701 SUPERMOTO (701 ENDURO)

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