Menschen und Politik

40 Jahre Hanspeter «Hämpu» Bolliger im Motorrad-Rennsport

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg

27.01.2016 00:00 (ff/br)

Hanspeter «Hämpu» Bolliger zählt zu den charismatischsten Personen der Schweizer Motorrad-Rennsportszene. Er gilt als Endurance-Urgestein, sass anfangs selber im Sattel und tritt seit 1993 als Teamchef auf. Wir blicken mit ihm zusammen zurück auf seine 40 Jahre im Rennsport.


Hanspeter «Hämpu» Bolligerschickt Horst Saiger in dielange Nacht von Le Mans. DasMedieninteresse ist gross. (Für mehr Bilder klicken)

Rasenrennen statt Kirche

Als kleiner Junge interessiert sich Hämpu überhaupt nicht für Motorräder. Erst als Zehnjähriger besucht er mit einem Schulkollegen ein Rasenrennen in Biel – anstatt in der Kirche der Sonntagspredigt des Dorfpfarrers zu lauschen. Da packt es ihn und seit jenem Tag ist für ihn klar: «Ich will Rennfahrer werden. » Am liebsten wäre ihm Motocross gewesen, doch nach einem Unfall plagten ihn Rückenprobleme. Diese zwangen Hämpu, eine Alternative zu suchen, die er im Strassenrennsport fand. «‹Ich han aber kei Mönsch kennt›, war noch in der Lehre, hatte kein Geld, bin bei der Grossmutter aufgewachsen und hatte auch niemanden, der mir den Rennsport finanziert hätte.» Doch Hämpu wäre nicht er selbst, wenn er sich nicht durchbeissen und mit dem hart erarbeiteten Geld aus der Stifti sein erstes Motorrad, eine gebrauchte 500er-Kawasaki Mach III, kaufen würde. Schlitzohrig sagt er seinem Chef, er müsse jeweils samstags bei der Grossmama aushelfen, um dann aber an seiner Maschine zu tüfteln, sie schneller zu machen und sich auf die Lizenzprüfung vorzubereiten – denn ohne Lizenz keine Rennen. 1975 ist es so weit, Hämpu bestreitet sein erstes Bergrennen in Sembrancher VS, wo er als Debütant Sechster wird. «Bergauf konnte ich fahren, das hab ich schon beherrscht, ich konnte ja bei uns am Buechibärg üben.» Der Draufgänger hat aber 14 Tage später einen Unfall, muss den Führerausweis abgeben und eine Zeit lang das Spitalbett hüten. So hat er Ende Jahr, trotz genügend Punkten, nicht die nötige Anzahl Rennen gefahren, um die nationale Lizenz zu erhalten. Er muss notgedrungen 1976 nochmals eine Saison als Debütant anhängen.

 

Teil 1
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg
Teil 2
Rasenrennen statt Kirche

Teil 3
Zollpapiere? Slicks? Was ist das?
Teil 4
Surfbrett ohne Wasser
Teil 5
Grossmutters Keller als Werkstatt
Teil 6
Der erste neue Töff
Teil 7
Die Ursprünge des Team Bolliger Switzerland
Teil 8
Jetzt gehts auf die Insel
Teil 9
Die Boxentafel ignoriert
Teil 10
Das Team Bolliger Switzerland wird zur festen Grösse
Teil 11
Bubentraum Kawasaki 750 H2
Teil 12
Steckbrief HANSPETER «HÄMPU» BOLLIGER

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