Yamaha hat den Sporttourer FJR 1300 gründlich überarbeitet. Durchwegs gibt es etwas mehr – mehr Komfort, mehr Sicherheit und leider auch mehr Gewicht. Die Version «AS» mit elektrisch unterstützter Schaltung war noch nicht verfügbar, aber ein Probegalopp mit der «A» zeigte auf, dass auch sonst einige neue Features angeboten werden.
Zunächst gehört das ABS mit Kombisystem und «schärferer» Abstimmung nun zur Serienausstattung, dann wurde die Verkleidung total neu gestaltet, wobei verschiedene Einstellmöglichkeiten verwirklicht wurden. Die Einstellhöhe der Frontscheibe geht nun über 120 statt 80 mm. Sie ist zudem insgesamt höher und näher am Fahrer positioniert bzw. stärker geneigt. Der lästige Sog im Rücken kann nun durch eine individuelle Justierung vermieden werden. Helfend sind zusätzliche Luftschlitze im oberen Verkleidungsteil. Eine längere Autobahnfahrt haben wir zwar noch nicht absolviert, aber es scheint zu funktionieren. Eine zweistufige Einstellmechanik erlaubt zudem die Kontrolle des Luftstroms im Bereich Knie und Oberschenkel. Die Breite der Verkleidung lässt sich um bis zu 30 mm variieren. Weiter sind Sitzhöhe und Lenkerposition verstellbar. Die Soziusfussrasten wurden neu positioniert.
Der Reihenvierzylinder schnurrt nun noch sanfter und hält bei Bedarf Leistung in echt ausreichender Menge bereit. Dabei ist der neu progressiv abgestimmte Gaszug eher gewöhnungsbedürftig. Bei unserer Fahrt auf nasser Strasse musste einiges an Feingefühl investiert werden, um mit dem doch recht ausladenden Schiff sauber um enge Ecken zu zirkeln. Als angenehme Beigaben erscheinen die Ganganzeige sowie das abschliessbare Handschuhfach mit Steckdose.
Die Auswirkungen der etwas längeren Schwinge sowie der insgesamt etwas längeren Untersetzung sind so gering, dass ein Unterschied wohl nur im direkten Vergleich festzustellen ist. Ob der neu gebogene Kühler die warme Luft besser vom Fahrer abhält, kann erst durch eine Fahrt bei sommerlichen Temperaturen schlüssig ermittelt werden. Wir werden über die FJR 1300 bald eingehend berichten, auch über die als revolutionär angepriesene elektrisch unterstützte Schaltung. Allerdings wird dabei oft vergessen, dass Viktoria schon vor über 50 Jahren einen Sporttourer auf den Markt gebracht hat, dessen Gänge sich elektromagnetisch über einen kleinen Hebel sortieren liessen, ohne dass gekuppelt werden musste.