Wunderschöner Blick von der Kante in die Ardèche-Schlucht. Hundertausende von Jahren mächtiger Erosionsarbeit liegen vor einem. Aktuelle Artikel aus "Auf Achse":
Mit einem letzten Gasstoss lasse ich die Suzuki Bandit 1250 auf dem kleinen Parkplatz vor dem Hotel Le Carmel in Les Vans ausrollen. Ein staubiger, salziger Geschmack lastet mir auf der Zunge – die Anfahrt durch die Provence war lang und sehr heiss. Doch ich habe noch nicht einmal die Spanngurten gelöst, als vom Hotel her auch schon ein bärtiger Mann auf mich zugeeilt kommt: Jochen Ehlers, unser Tourguide. Freudig heisst er mich willkommen, lädt mich zu einem Bier ein, will tragen helfen, will mir Sachen erklären – aber ich will bloss noch eine kühle Dusche. Jochen und das Fremdenverkehrsamt des Departements Ardèche haben uns eingeladen, ein paar Tage hier im sonnigen Süden zu verbringen. Denn Jochens Unternehmung «Endurofun Tours» hat es sich zum Ziel gesetzt, Motorradfahrern die Ardèche-Schluchten näherzubringen. Zielpublikum ist die etwas ältere Kundschaft, aber auch Töfffahrer, die Kultur, Land und Leute näher kennenlernen wollen – ohne sich jeden Abend darüber den Kopf zerbrechen zu müssen, wo es am folgenden Tag hingehen soll.
Unsere Reisegruppe versammelt sich an diesem Abend zum ersten Mal. Da ist beispielsweise der Belgier Bart, ein baumlanger Kerl, dessen trocken-sarkastischer Humor auf die Dauer selbst den grössten Miesepeter versöhnt. Oder der Holländer Peter, der mit einer riesigen Moto Guzzi Norge angereist ist und dessen Behäbigkeit und Gutmütigkeit beinahe perfekt zu seiner Reisemaschine passen. Schnell hat er den Spitznamen «de Gusi-Peter». Am nächsten Morgen tausche ich meine schwere Bandit gegen eine flinke Kawasaki ER-6. Für die Strassen der Ardèche ist das quirlige Motorrad wie gemacht: Blitzschnelle Kurven wechseln hier ab mit kurzen Geraden – die Power der Bandit könnte ich also gar nie richtig ausspielen.
Unsere erste Fahrt führt gleich entlang dem berühmten Flüsschen Ardèche in der gleichnamigen Schlucht (franz. «gorge» – oder eben «Gorsch» ausgesprochen), beim grossen Pont d’Arc legen wir einen Fotohalt ein. Unser Gruppenjüngster, der Holländer Twan, kann sich an der natürlichen Brücke aus Stein kaum sattsehen und fotografiert sie immer wieder aus allen möglichen Winkeln.
Ein Kanu wäre die bessere Wahl Ich selbst kenne die Ardèche von zahlreichen früheren Besuchen her – aber ich bin immer wieder beeindruckt, wie sich hier das Wasser im Laufe der Jahrmillionen so tief ins – zugegebenermassen weiche – Kalkgestein reinfressen konnte. Die Ardèche kann übrigens auch mit einfachen Miet-Kanus befahren werden – sie ist kein besonders wilder Fluss. Allerdings hat sie ein paar ganz hübsche Stromschnellen.
Den ausführlichen Bericht lest ihr in MOTO SPORT SCHWEIZ 14/2007; das Heft kann selbstverständlich auch online abonniert werden. Hier lang…
Touren-Info Ardèche
Reiseziel Provinz Ardèche, zu Frankreich gehörendes «Département». Reisezeit
Frühling oder Herbst. Etwas anderes gibt es nicht. Wer im Hochsommer da runterfährt, verbrät sich schon am ersten Tag fürchterlich die Birne – in den Gorges de l’Ardèche kann es selbst im milden Frühling bis zu 35 Grad heiss werden. Anreise
Übers Rhonetal mit dem eigenen Töff. Per Autobahn (megalangweilig) in einem halben Tag strammer Fahrt zu erreichen; interessanter ist eine Anreise über die französischen Alpenpässe (viel, viel Zeit einplanen …) Unterkunft/Verpflegung Jochen Ehlers sorgt komplett für Unterkunft und Verpflegung. Tipps für Individualreisende (Links: siehe Linkblock): - La Magnanerie Schweizer Hotel mit gutem Service
- Mas de la Madeleine: Spitzenessen
- Hotel Carmel: tolles Hotel, nur fünf Minuten vom Stadtzentrum von Les Vans
- Musée Alphonse Daudet: Dort scheint die Zeit stehen geblieben zu sein
- Château des Roure: interessante Seidenraupenzucht
- Musée de la lavande: Lavendelmuseum mit garantiertem Riecherlebnis
- Weinkooperative: guter und günstiger Wein.
- Endurofun-Tours Endurofun-Tours, Postfach 43, 25710 Burg/Dithmarschen, Tel. 0049 48 25 16 95, info@endurofuntours.com;
- Offizielles Tourismusamt Ardèche, deutsche Auskünfte erteilt: emmanuelle.istier@ardeche-guide.com; Tel. 0033 4 75 64 15 65.
Preise
Seit der Kurs des Schweizer Frankens so tief liegt, ist Frankreich generell recht teuer geworden. Reiseführer
Entfällt eigentlich – man hat ja Jochen als Reiseführer. Recht detailliert sind die «Grünen Reiseführer» aus dem Michelin-Verlag. Zwar geht die Übersichtlichkeit in diesen Reiseführern «flöten» – aber es steht wirklich zu fast jedem Kaff ein Eintrag drin. Karten
Diverse Kartenanbieter. Idealerweise kauft man sich eine Karte, bei der auch die Provence und ein Teil der Rhône-Alpes mit darauf sind.
Fotogallerien: Weindegustation Fotos aus Vals-les-Bains Fotos aus dem Seidenraupenmuseum Thilo fuhr den 250er-Piaggio-Roller Passfahrt zu den Bergen in der Ardèche Musée Alphonse Daudet Peter fuhr die Moto Guzzi Norge Bart fuhr die Moto Guzzi Breva 850 Lavendelmuseum Largentiere und Mas de la Madeleine Nach dem grossen Regen... Markt in Les Vans Höhle Arven D'Orgnac Jürgen fuhr die Kawasaki ER-6n Spezialumbau MSS fuhr die gelbe Kawasaki ER-6n Baumklettern Motorradfahren in der Ardèche
Grossformatige Fotos: Oldtimer und Jochen auf der Versys Blick in die Schlucht Fahrt mit den Kawasaki über die Brücke Gaststube Mas de la Madeleine Burg Gepflegtes Essen in der Mas-de-la-Madeleine Höhe Arven D'Orgnac Largentiere Pont D'Arc Blick aufs Wasser Swimmingpool Rot-blau-grüne Ardèche
Karte zur Ardèche:
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