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Mit dem Töff über den Gotthard
11.07.07 08:43

Pässefahren: Gotthard

Der Gotthard ist wahrscheinlich der bekannteste Pass der Schweiz - denn aufgrund seiner Tunnels ist er das wichtigste und schnellste Tor zum Süden. Doch wer mit dem Töff über den Pass fährt, wird reichlich beschenkt: eine grandiose Landschaft, Kurven mit Nervenkitzel und viel Geschichte fliegen einem da zu.

Geschichte

Bevor wir den Gotthard in Angriff nehmen, ist es dringend angesagt, etwas über die berühmte Geschichte des Gotthardpasses zu erfahren. Die ersten, die organisiert über den Gotthard kletterten, waren höchstwahrscheinlich die Römer. Allerdings benutzten diese den Gotthard nur selten – für die Alpenüberquerung gab es damals bessere Pässe. Das lag nicht am Gotthardpass selbst. Er ist auf der Urner Seite mit einer moderaten Steigung versehen und auch die Tessiner Tremola-Seite liess sich relativ problemlos überbrücken. Das Problem war das Stück, das hinter dem Gotthard lag: die Schöllenenschlucht. Überall abschüssig, steil, von ständigem Steinschlag gefährdet, war die Schöllenenschlucht eine wahre Höllenschlucht für die damaligen Wegbauer.

Die Teufelsbrücke machte den Weg frei

Erst um das Jahr 1200 nach Christus unternahm man die ersten zaghaften Versuche, über die Schöllenen einen gangbaren Weg zu legen. Mit dem Bau der Twärrenbrücke um 1220 und zehn Jahre danach mit dem Bau der ersten „Teufelsbrücke“ in der Schöllenen wurde aber erstmals der Grundstein für eine funktionierende Gotthard-Infrastruktur gelegt. Plötzlich merkten nun die Menschen, dass der Gotthard ja im Prinzip ein sehr geeigneter Pass ist, um die Alpen zu überqueren. Denn er ist der direkteste Alpenübergang überhaupt, da nur ein einziger, relativ niedriger Gebirgskamm zu überschreiten ist.

Foto: Teufelsbrücke. Gemälde von William Turner

Kampf um den Gotthard

Im Laufe der Jahrhunderte nahm der Güter- und Personenverkehr danach laufend zu. Seit dem 17ten Jahrhundert besteht auf dem Pass eine ständige Herberge, die von den Kapuzinernmöchen geleitet wurde.
1708 wurde in der Schöllenen das erste Alpentunnel gebaut, und ums Jahr 1799 wurde der Gotthard und die Schöllenen Schauplatz schwerer Kämpfe Napoleonischer Truppen und Russischer Truppen (unter General Suworow) statt.

Foto: General Suworow auf dem Gotthardpass

Gotthardpost und Baistunnel

1830 wurde die erste richtige Strasse über den Gotthard fertiggestellt, damals dauerte die Reise mit der berühmten Gotthardpostkutsche einen ganzen Tag. 1882 folgte die Gotthardbahn. 1934 war die Kantonsstrasse fertiggestellt. 1970 kam schliesslich noch der Gotthardtunnel hinzu, und im Jahre 2016 dürfte der Gotthard-Basistunnel fertig sein (zumindestens ist’s so geplant).

Airolo

Bon. Mit diesen Infos ausgestattet, dürfen wir nun beruhigt daran gehen, diesen berühmten Alpenpass zu überqueren. Vom Nufenen herkommend, bin ich versucht, gleich in Airolo schon einmal einen Zwischenhalt einzulegen. Mitten im Dorf kenne ich da nämlich eine Pizzeria, die einem zu vernünftigen Preisen einen dieser herrlichen Teigfladen zusammenbäckt. Aber leider, leider…die Beiz ist bis zuoberst voll mit anderen Biker. Der Samstagnachmittag und das schöne Wetter haben das ihre dazu beigetragen, halb Zürich ins Gebirge hochzulocken. Et bien, dann also weiter. An mächtigen Lawinenschutzmauern vorbei geht es in Richtung Gotthard. Ein letztes Mal halte ich noch, um bergan zu schauen – imposant, wie sich da die Gotthardpass-Strasse bergan windet.

Wo bitte gehts zum Gotthard?

Von ihr würden mir insgesamt fünf Wege über den Gotthard offen stehen. Erstens der Wanderweg, der sich weit im Osten des Gotthards hochschlängelt. Obwohl schön, ist er doch eine furchtbare Plackerei (was man in jungen Jahren doch nicht alles noch getan hat…) und heute nichts mehr für mich. Dann gibt es natürlich noch den Gotthard-Bahntunnel und den Gotthard-Strassentunnel. Beide Verkehrswege bleiben eiligen Zeitgenossen vorbehalten. Die neue Gotthardpass-Strasse ist ideal für Ausflügler, die mit dem Auto unterwegs sind. Auch würde ich sie Töff-Fahrern mit Sport-Motorrädern empfehlen. Wer aber wirklich viel Zeit und Musse hat, und zudem wirklich etwas erleben will, der nimmt die alte Tremola-Pass-Strasse.

Kopfsteinpflaster

Letztere ist zu mindestens 80 Prozent mit einem Kopfsteinpflaster ausgestattet und eine somit eine reine Aussichtsstrasse. Sinnlos ist’s, sie an regnerischen Tagen zu befahren – auf Kopfsteinpflaster bremst und kurvt’s sich einfach schlecht. Weil es nicht ganz einfach ist, die alte Tremolastrasse zu finden, habe ich euch hier einen Kartenausschnitt hinterlegt. Die Karte zeigt vor allem, was für ein Wust von Strassen, sich da hinter Airolo hochschlängelt. Militärstrasse, Privatstrassen, Kantonsstrasse, Tremolastrasse…sie alle müssen auf engstem Raum aneinander vorbei. Was es für ein Strassenchaos da oben wirklich gibt, zeigt dieses Foto. Grundsätzlich gilt: solange eure Töffpneus über Kopfsteinpflaster rollen, seit ihr auf der Tremolastrasse unterwegs.

An zahlreichen Militärfestungen hangle ich mich Kurve um Kurve nach oben und geniesse dann die schöne Aussicht auf Airolo, die Autobahn und die Leventina. Fürchterlich, was für ein Blechtazelwurm sich da jeden Tag in Richtung Süden oder Norden vorwärtsbewegt. Nun, wir sind auf der alten Tremolapass-Strasse, da ist gottlob nicht viel los. Kaum habe ich das gedacht, donnern an mir schon mehrere Töffs mit viel Tempo an mir vorbei. Ok…man kann die Strasse natürlich auch so angehen, aber wie gesagt: das Kopfsteinpflaster ist zum Gasgeben nicht ideal. Der Abrollkomfort ist bescheiden, zum Bolzen gibt’s bessere Pass-Strecken.

Vor einem futuristischen Betongebäude, das in etwa an eine moderne Kirche erinnert (es ist eine Abluftvorrichtung für den dreihundert Meter tiefer liegenden Gotthardtunnel), mache ich einen weiteren Halt. Und geniesse die raue Berglandschaft mit ungezähmten Bächen und donnernden Wasserfällen.
Zwei Velofahrer keuchen in der Hitze heran (die Dame links sogar bemerkenswert hübsch) – die armen Schweine! Der alte Markierungsstein sagt’s: noch 6 Kilometer geht es zum Pass. Und mindestens 1500 Höhenmeter sind’s auch noch. Mit der starken Bandit ist das natürlich eine Leichtigkeit, aber mit nem’ Drahtesel…

Tremola

Die nächste Sektion ist mein absoluter Lieblingsgotthard-Abschnitt: die kurvige Tremolastrasse. Das Google-Luftbild vermittelt euch immerhin einen ungefähren Eindruck, wie kurvig es dort zu und hergeht. Wäre die Strasse geteert, wäre sie ein Supermoto und 600er-Supersportler-Paradies. Aufgrund des Kopfsteinpflasters verirrt sich aber kaum einer aus der Sportsektion hierher, stattdessen sind hier sogar mächtige Gold-Wing-Schiffe zu sehen. Wer einigermassen sicher Motorrad fährt, kommt auch mit dem mächtigsten und schwersten Töff sicher um die engen Ecken. Für Anfänger empfehlen sich nach wie vor die zwei Grundsätze: „Wo du hinschaust, da fährst du auch hin“ (soll heissen: nicht zwei Meter vor sich auf den Boden starren, sondern weit um die Kurve gucken) und „zwei Finger an der Kupplung“. Sollte nämlich unversehens Gegenverkehr entgegenkommen, und man mit einem hubraumschwachen Einzylinder unterwegs sein, hilft das schnelle Ziehen der Kupplung ungemein. Nichts ist blöder auf einer Pass-Strecke, wenn einem plötzlich in der steilen Kurve der Motor abstirbt. Und ach ja: in jeder Kurve leichtes Zwischengas geben, das kann auch nie falsch sein…

Die Könner unter uns fallen angesichts der vielen Kurven nun natürlich in ein richtiges Kurven-Komma und jagen ihre Maschine mit viel Ach und Krach auf die Pass-Höhe. Doch wir nehmen es gemütlich, halten in den weitesten Kurven und blicken neugierig über die Kurvenränder. Echt, Leute, es ist ziemlich interessant, den anderen Töff-Fahrern beim Kurvne-Zirkeln zuzusehen. Kleine Fehlerchen machen fast alle (Kurvenscheitelpunkt zu früh genommen etc) – und so versuchen wir, es bei der Weiterfahrt besser zu machen. Doch halt! Wäre schade, wenn ihr für die Umgegend keine Augen mehr hättet. Zwar ist die Tremola nicht gerade eine Panormastrasse.

Alles Gotthardgranit?

Doch die Aussicht auf steile Berghänge und vom Gletscher abgeschmirgelten Granitfelsen ist wunderschön. Auf diesem Foto seht ihr übrigens unten die alte Tremolastrasse, während weiter oben die schnelle Kantonsstrasse in sicheren Gallerien verschwindet. Interessant auch die Schichtung der Gesteine, wie sie auf diesem Foto zum Ausdruck kommt. Das Gotthardmassiv selbst besteht aus einer sehr variantenreichen Anzahl aus Gesteinen, Hauptgesteine bleiben aber der Gneis und der harte, schöne Gotthardgranit. Dass aber halt eben nicht das ganze Massiv aus gutem Gestein besteht, erfuhren die Alp Transit-Ingenieure auf leidvolle Art und Weise, als sie östlich vom Gotthard vor ein paar Jahren die Pioramulde anbohrten. Was ihnen da mit Druck in die Tunnelröhre geschleudert wurde, war alles andere als hartes Gestein….

Hospiz

Auf dem Pass dann selbst fällt mir zuallererst dieses Gespann hier ins Auge. Es ist ein altes Gotthardpost-Gespann, das in den Sommermonaten die Touristen über den Gotthard befördert. Was eigentlich recht lustig tönt (Reisen wie vor 150 Jahren) relativiert sich im Hinblick auf die gewählte Strecke – denn von Hospental rauf bis kurz vor den Gotthardpass ist die Kutsche auf der normalen Kantonsstrasse unterwegs. Zusammen mit 180 PS-Motorrädern und Bussen mit 40 Plätzen…
Ein letzter Blick zurück auf den Anfang der Tremola-Schlucht….und schon habe ich den Gotthardpass mit seinem Hospiz, den zahlreichen Souvenirshops und Parkplätzen vor mir. Ja, hier ist im Sommer einiges los! Bratwürste duften, Camper hängen ihren dicken, nackten Bauch an die Sonne und aus einem Lautsprecher dudelt Ländlermusik. Woahhh…kaum zum aushalten. Ich versuche mir vorzustellen, wie vor zweihundert Jahren der General Suworow bei schlechtem Wetter mit seiner Truppe den Pass überquerte…nö, man kann es sich beim Anblick des heutigen Trubels kaum vorstellen. Ein Quad donnert an einer uralten Frau vorüber, Hunde bellen irgendwo, und inmitten des Sees auf dem Pass scheint eine Gotthardkutsche zu schwimmen. Dazu jede Menge Stein- und Bronzefiguren…

Festung Gotthard

Interessanter erscheint mir da schon ein Besuch im Festungsmuseum auf dem Pass…aber bei dem schönen Wetter habe ich keine richtige Lust dazu. Ausserdem sind die Festungsspuren sowieso überall im Gelände zu sehen. Auf dem Foto hier solltet ihr die Öffnung für die Maschinengewehre und Kanonen sofort entdecken…Die Schweizer Regierung hatte noch vor dem Zweiten Weltkrieg herausgefunden, dass sich der Gotthard ideal zum Verteidigen eignete. In der Folge wurden die nächsten fünfzig Jahre lang unermüdlich eine Kaverne nach der anderen in den Berg gesprengt. Die Idee dabei war, dass sich das Militär und ein Teil der Bevölkerung ins "Reduit" zurückziehen sollten, um von dort weiterzukämpfen. Erst Eingangs zum 21ten Jahrhundert merkte man dann aber, dass ja sowieso der grösste Teil der Bevölkerung im Mitteland lebte - und dass die Schweiz ohne Mittelland gar keine richtige Schweiz mehr war. In der Folge werden nun immer mehr Gotthardbunker aufgegeben, respektive an Private verkauft.

Wasserscheide

Also weiter…vorbei an Wohnwagen, Hochstrommasten und Staumauern, der Urserental zu. Zuerst geht es noch ein paar Kilometer auf der alten Pass-Strasse weiter. Auch sie ist mit Pflastersteinen versehen und einen Abstecher wert. Wer nämlich gleich nach dem Pass die gewöhnliche Kantonsstrasse wählt, muss zumeist in Steinschutz-Gallerien seine Reise fortsetzen. Und dann sähe er nicht die Schönheiten, die uns die Natur hier anzubieten hat. Beispielsweise den massiven Gotthardgranit oder die zahlreichen Bäche und Flüsse. Der Gotthard hat nämlich auch Wasserscheidefunktion: südlich fliesst alles in den Ticino, danach in den Po und schliesslich in die Adria. Nördlich strömt das Wasser der Reuss, später der Aare und schliesslich dem Rhein zu. Und dieser fliesst bekanntlich nach Norden zur Nordsee.

Bald jedoch müdet die alte Passstrasse in die geteerte Kantonsstrasse. Hier ist fertig mit Bummeln, hier wird Gas gegeben. Denn die Strasse hier ist sehr schnell ausgelegt mit schönen, weitgschwungenen Kurven, kaum Bitumen und nur ganz wenigen „Blind Corners“.

Überholen?

Aha, da ist auch schon das Postauto vor mir. Ich pirsche mich hinter den gelben Koloss heran, als ich im Rückspiegel eine schnelle Bewegung sehe. Sofort bin ich hellwach. Tatsächlich: zwei Superbikes sind hinter mir aufgetaucht. Eine blauweisse und eine rotweisse Maschine. Vermutlich GSX-R und R1. Und der GSX-R-Fahrer fährt schon auf dem Mittelstreifen….oje…die sind hypernervös. Wollen nach vorne, wollen vorbei. Wollen keine Sekunde mit Warten vergeuden…soll ich nach vorne schiessen? Hinter der nächsten Kurve, das weiss ich von früher, wäre eine Möglichkeit. Doch wie früh startet der Gixxer hinter mir? Im schlimmsten Fall haut er den Blinker noch vor der Kurve selbst rein, einfach nur, um seine Überhol-Ansprüche anzumelden. Ich entscheide mich gegen ein Überholmanöver und lasse mich also zur rechten Seite „rollen“. Danach gebe ich mit der Kupplungshand rückwärts ein Zeichen. „Überhol,“ sag ich ihm so, und „ich bleib dahinter.“ Sekunden später schiesst er an mir vorbei, bedankt sich aber artig mit dem Bremsstiefel. Klar, auch er weiss: es gibt beim Töff-Fahren kaum eine gefährlichere als die gerade beschriebene Situation. Missverständnisse und das enorme Beschleunigungspotential unserer schweren Töffs haben da schon manch einen Töff-Fahrer ins Krankenhaus befördert.

Hospental

Kurz vor Hospetal, nach einem kleinen Tunnel, empfiehlt es sich, nach rechts auzuscheren und vom dortigen Parkplatz die Sicht über das Urserental zu geniessen. Direkt unter euch befindet sich das hübsche Hospental, das nur noch von dem wenigen Durchgangsverkehr lebt und im Vergleich zu früher jegliche Bedeutung verloren hat. Wer hier oben zu übernachten gedenkt, hat gleich in Hospental schon Unterkunftsmöglichkeiten. Natürlich lockt auch das ungleich grössere Andermatt mit Zimmern und Restaurants – aber Hospental ist etwas günstiger. Für gerade einmal 50 Franken bekommt ihr hier ein gutes Zimmer und ein Frühstück.
Doch wo wir schon einmal hier oben sind, wenden wir unseren Blick Richtung Westen…und sehen in Richtung der Furka.

Richtung Osten geht es nach Andermatt, und was sich da auf dem Foto so den Berg hochschlängelt, ist einerseits die Oberalpbahn, andererseits die tolle Oberalp-Passtrasse (die perfekte Strasse für Speedfreaks!).

Luxus-Ferienanlage fürs Urserental?

Unter uns wie gesagt, Hospental. Ein zweiter Blick zeigt auch auf, in wie vielen Etappen die Gotthardstrasse gebaut wurde. Der Kreisel gehört zur Kantonsstrasse und ist am Wochenende einer der am stärksten befahrenen Kreisel der Schweiz. Darüber die alte Kantonsstrasse, die inzwischen für den Verkehr gesperrt ist und auf der nur noch Wanderer, Schafe und Mountainbiker unterwegs sind. Einen weiteren Blick wollen wir in die Ebene zwischen Hospental und Andermatt tun. Der ägyptische Unternehmer Samih Sawiris will genau dorthin nämlich eine riesige Luxus-Ferienanlage hinklotzen. Das Bauvorhaben dürfte mehrere Millionen verschlingen und dem Tal unglaubliche Umsätze bringen. Damit wäre die Abwanderung gestoppt und die Zukunft des Tales gesichert. Soweit die Theorie. Bund und Bewohnerschaft des Tales sind ja mit wehenden Fahnen ins Sawiri-Lager hinübergewechselt. Ich bin da eher skeptisch. Einerseits dürfte das schöne Tal mit den Luxus-Hotelanlagen ziemlich verschandelt werden, andererseits finde ich es dämlich, alles nur auf die Luxus-Tourismus-Karte zu setzen. Aber das ist Politik, wir wollen weiterbiken…

Andermatt

Nach Andermatt ist’s nun nur noch ein Katzensprung. Auch Andermatt bietet sich mit seinen zahlreichen Restaurants und Hotels zum Übernachten an. Zwar dürfte euch das Dorf auf den ersten Blick sehr touristisch vorkommen…doch Andermatt hat auch seine praktischen Seiten: es hat seinen alten Kern bewahrt und liegt beinahe ideal an den grossen Bikerrouten. Von hier geht es in Richtung Vierwaldstättersee. Aber auch zum Furkapass und dem Wallis. Und natürlich nach Süden über den Gotthard. Und schliesslich noch nach Osten und den Kanton Graubünden über den Oberalppass. Ausserdem verschwindet der Jubel/Trubel immer gegen Abend aus Andermatt. Dann wird das Dörfchen still, und man blickt versonnen hinüber zu den majestätischen, bis zu 3500 hohen Berge….



Kurzinfos:
Max. Passhöhe:  2108 Meter
Länge: rund 27  Kilometer
Wintersperre: von November bis Mai

Gastrotipp

Die Passrestaurants sind aufgrund des starken Tourismusstromes nur bedingt empfehlenswert. Gute und preisgünstige Restaurants gibt es in Hospental und Airolo.

Übernachtungstipp:

Siehe Text. In Andermatt habe ich schon im Hotel Badus übernachtet und war mit Service/Preis vollauf zufrieden.


Schwierigkeitsgrad für Töff-Anfänger:
Mittel bis schwer für den Tremolaabschnitt auf der Tessiner Seite. (Enge Kurven, Kopfsteinpflaster)
Leicht, wer die normale Passstrasse benützt. An Wochenenden allerdings viel Verkehr.


Empfohlene Fahrtrichtung:
Wunderschön ist es, vom Norden in Richtung Süden zu fahren, wenn es in Norden kalt und regnerisch ist. Dann wird es in der Tremolaschlucht mit jedem Meter in Richtung Tessin wärmer - einfach ein herrliches Erlebnis. Wer einfach sonst den Gotthard einmal kennenlernen will, fahre besser von Süden nach Norden - so kommt die Tremolaschlucht besser zur Geltung.


Racingfaktor für erfahrene Töfffahrer:
Tremola völlig ohne Racingfaktor. Wer schnell fahren will, muss auf die normale Passstrasse ausweichen. Weit geschwungene, schnelle Kurven auf der Tessiner Seite. Ebenfalls gut ausgebaut ist die Urner Seite. Wer es engagiert angehen will, meide Wochenenden und befahre den Pass frühmorgens oder spät am Abend.


Aussichtsfaktor/Erlebnisfaktor:
Schöne Aussicht vom Tremolaanstieg auf Tessiner Seite auf Airolo und die Leventina. Danach Erlebnis Tremola-strasse mit Ausblick auf zahlreichen Kurven. Schöner Ausblick vom Hospiz Richtung Süden. Auf Urner Seite erhebender Ausblick auf das breite Gotthardtal. Der Gotthard wird erst mit etwas Kenntnis des historischen Kontexts (siehe Text) wirklich zum grossen Erlebnis. Er gehört somit zu einem der ganz grossen Schweizer Pässen

Passrating total: (Note Maximum: 6 Punkte, Miniumum: 1 Punkt)
Note 5.3



Gotthard und Tremola:



Hier die Karte zum Gotthard:

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