Bei einem technischen Workshop zum Thema Motorradsicherheit hat der weltgrösse Motorradproduzent, die Firma Honda, angekündigt, bis aufs Ende Jahr 2008 eine ABS-Version der Supersportmaschine CBR 600 RR anzubieten. Das ist das erste Mal, dass ein Supersportler mit einem ABS-System angeboten wird.
Weltneuheit: Als erster Motorradhersteller wird Honda im Supersportbereich ein ABS-System anbieten. Die CBR 600 RR ABS soll Ende des Jahres auf den Markt kommen.
Der erste Honda Technische Workshop zum Thema Motorradsicherheit fand vom 9. bis 10. Juni statt. Über 150 Motorrad-Experten aus ganz Europa trafen sich im LUK Driving Center in der Nähe von Baden-Baden zu diesem gesamteuropäischen Event. Zu den Teilnehmern zählten Journalisten und Vertreter zahlreicher wissenschaftlicher Disziplinen und Fachverbände. Hier wurde auch Hondas neues, elektronisch gesteuertes „Combined ABS“ für die Supersport-Kategorie vorgestellt.
Hondas Präsident Takeo Fukui hat bestätigt, dass Honda bis 2010 nahezu alle Modelle ab 250 ccm mit diesen modernen Bremssystemen ausstatten wird. Im Rahmen dieser Strategie entwickelte Honda jetzt ein vollkommen neues, elektronisch gesteuertes „Combined ABS“ speziell für Supersport-Motorräder.
Kombiniertes ABS-Bremssystem für Supersportler
Elektronisch gesteuertes „Combined ABS” für Supersport-Motorräder Der Nutzen des ABS, das das Blockieren der Räder verhindert, und die grundlegenden Vorteile des CBS - leichtere Kontrolle und höhere Stabilität - sind unbestritten.. Bei diesem neuen System werden diese Funktionen jetzt auf die Supersport-spezifischen Anforderungen abgestimmt. So tendieren Sportbikes aufgrund ihres kurzen Radstands zum Bremsnicken. Hier sorgt das neue elektronisch gesteuerte Combined-„Brake by Wire“-System für hervorragende Stabilität und Kontrollierbarkeit sowie exzellente Bremswirkung.
Single CBS oder Dual-CBS?
Unklar ist bis zum jetzigen Zeitpunkt, ob Honda in den Supersportlern ein Combined Single-ABS-System (Bei der Betätigung der hinteren Bremse hat das Hinterrad die Hauptbremslast zu leisten, wird aber unterstützt durch die Teilbremslast am Vorderrad) oder ein Combined Dual-ABS-System (eine Weiterentwicklung des Single-Systems mit dem Vorteil, dass bei der Betätigung der Vorderradbremse auch das hintere Rad abgebremst wird) verbauen wird.
Ende Jahr angeboten?
Erste Spekulationen gehen dahin, dass die erste Honda CBR 600 RR ABS schon Ende Jahr 2008 auf den Markt kommen wird, eine Honda CBR 1000 RR Fireblade ABS dürfte vermutlich folgen.
Preis?
Wir vermuten einen Aufpreis der Version CBR 6000 RR ABS von rund 1000 - 1500 Franken gegenüber dem normalen CBR-Modell. Aber das ist nur eine Vermutung...
Nachfolgend hat Honda noch die Vorteile seines ABS-Systems für Supersportler vorgestellt:
Mit dem weltweit ersten elektronisch gesteuerten „Combined ABS“ für Supersport-Motorräder verfolgt Honda nicht nur das Ziel, ABS- und CBS-Systeme zu einem System zu verbinden, das die grundlegenden Vorteile von beiden bietet. Auch die spezifischen Gegebenheiten von Supersport-Maschinen werden berücksichtigt, wie z.B. der kurze Radstand. Das System beeinträchtigt nicht den sportlichen Fahrstil, sondern unterstützt die Kontrolle durch den Fahrer.
Die Lösung
Das System besteht aus einem elektronisch gesteuerten „Combined Brake by Wire“-System mit innovativem „Stroke Simulator“. Die direkte Motorsteuerung des Modulators gewährleistet eine besonders präzise Funktion des Antiblockiersystems. Die Komponenten sind in mehrere kleinere Einheiten unterteilt, so dass es mehr, aber kleinere Einheiten als bei früheren Systemen gibt.
Die Technologie
Elektronische Steuerung des CBS für eine bessere Steuerung der Bremskraft. Das sorgt für eine sensiblere Verteilung der Bremskraft auf beide Räder.
Messung der vom Fahrer ausgeübten Kraft an jedem Bremshebel. Die ideale Bremskraft an beiden Rädern wird entsprechend erzeugt und optimal verteilt, wodurch Einflüsse auf das Fahrverhalten der Maschine minimiert werden.
Ein „ABS Modulator” sorgt dafür, dass das ABS spät ausgelöst wird und geschmeidig eingreift.
Aufgrund ihrer geringen Größe lassen sich die einzelnen Systemkomponenten gut in die Maschine integrieren. Dadurch wird die Massenzentralisierung als wichtiges Merkmal von Supersport-Motorrädern unterstützt.
Wie fährt sich das?
Alle grundlegenden ABS- und CBS-Funktionen sind vorhanden: es wird verhindert, dass die Räder blockieren, die Balance wird verbessert und die Bedienung ist einfach. Das wird ohne Kompromisse bei der Stabilität im ABS-Betrieb erreicht. Nickbewegungen werden minimiert, so dass das Motorrad seine normale Position behält. Insgesamt wird das sportliche Fahrgefühl nicht beeinträchtigt - das Kurvengefühl bleibt gleich und die Gesamtkontrolle wird verbessert.
Eindrückliches Video: zwei Honda. Links im Bild mit Stützräder eine Honda ohne ABS, rechts eine mit ABS. Bremsung aus circa 60 km/h, leicht feuchter Asphalt. Ohne Stützräder wäre die Nicht-ABS-Honda böse auf die Schnauze gefallen.
Bedenkenloses Reingreifen (immer mit voller Kraft bei einer Notbremsung!!) bei einer ABS-Maschine (hier Suzuki V-Strom).