Die Kawasaki ER-6n und ER-6f sind enge Schwestern. Sie unterscheiden sich hauptsächlich durch eine andere Verkleidung und ein anderes Cockpit. Daher macht es durchaus Sinn, dass Kawasaki bei der Auffrischung des Erfolgsmodelles ER-6n auch Hand an die verkleidete Schwester ER-6f gelegt hat. In Punkto Design wurde die ER-6f sogar viel radikaler überarbeitet als die Schwester ER-6f.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: wurden beispielsweise im Zeitraum Januar bis Juni 2008 ganze 200 ER-6n von Kawasaki in der Schweiz verkauft, waren es im gleichen Zeitraum gerade einmal 27 ER-6f.
Am Preis selbst kann es nicht liegen - für die Vollverkleidung muss gerade einmal ein Tausender mehr bezahlt werden. Und auch das bisherige Cockpit der 2008er-ER-6f war bei weitem hübscher als das der Schwester ER-6n (Story zur neuen ER-6n hier lesen).
Es ist halt das Design...
Doch das nützt halt alles nichts, wenn das Äussere der nackten Schwester ER-6n gefälliger daherkam. Jung, frech, spritzig...das waren die Attribute, die man mit der ER-6n verband. Und da wir Menschen nun einmal auf die Optik sehr grossen Wert legen, hatte die verkleidete ER-6f keine Chance, um aus dem Schatten ihrer Schwester ER-6n zu treten.
Ob das in Zukunft auch so sein wird, bleibt abzuwarten. Ein erstes Studium der Studiofotos der ER-6f lassen den Schluss zu, dass Kawasaki bei optischen Überarbeitung der ER-6f viel mehr verändert hat als bei der Schwester ER-6n. Man darf auf die Reaktion der Kunden gespannt sein...
Hier die Übersicht alle ER-6-Modelle:
Kawasaki ER-6f, Modelljahrgang 2008:
Kawasaki ER-6f, Modelljahrgang 2009
(die neue ER-6f):
Kawasaki ER-6n, Modelljahrgang 2009:
Kawasaki Versys, Modelljahrgang 2009:
Offizielle, gekürzte Pressemitteilung von Kawasaki zur ER-6f, Jahrgang 2009:
Grundlage der neuen ER-6f
Auf der Grundlage der wesentlichen Merkmale der bekannten Vorgängerin bietet die neue ER-6f weiterhin ein Package, das sowohl Spaß macht als auch einfach zu fahren ist und dessen sportliche Straßen-Performance mit dem erfrischenden sportlichen Styling der Ninja-Modelle einhergeht.
Neues Design - Ninja-angehaucht
Die auffälligste Veränderung ist der entschieden sportlichere Auftritt der ER-6f. Das klarere, schnörkellosere und sportlicheres Design verleihen dem Motorrad das Aussehen einer modernen Sportmaschine – Ähnlichkeiten mit der Ninja-Supersportmodellen sind Absicht.
Kantigere, dynamischere Form der 2009er-Verkleidung der ER-6f:
Massigerer Tank (aber gleiches Tankvolumen), Tank Änderungen am Heck
Neuer Doppelscheinwerfer
Neue Windschutzscheibe mit mehr Schutzfunktion für den Fahrer:
Neue Blinker
Neuer Sitz
Neuer Spritzschutz vorne und hinten bietet verbesserten Spritzschutz.
Ein zusätzlicher, innen liegender Schmutzfänger hält die Unterseite der Heckschale sauber.
Überarbeitete Kennzeichenbeleuchtung
Neuer Heckbereich:
Insgesamt kommt die neue Kawasaki ER-6f tatsächlich deutlich dynamischer daher. Die optische Verwandtschaft zur Kawasaki Ninja 250R sind deutlich ersichtlich (Foto unten Ninja 250R):
Und auch optische Anleihen an der 2008er ZX-10R Ninja und an der 2007er ZX-6R Ninja sind auszumachen.
Motor
Bereits in der Vorgängerin, der ER-6f, war die Balance aus kompakten Abmessungen und guter Leistung der Schlüssel zum Erfolg. Um die Anforderung kompakter Abmessungen zu erfüllen, wären ein Reihenvierzylinder zu breit und ein V2 zu lang. Der einzige Motor, der sowohl gute Leistungscharakteristik als auch die erforderliche Kompaktheit bietet, ist der Paralleltwin. Während diese Ausgewogenheit beibehalten wurde, wurde eine Reihe technischer Kniffe angewandt, die sanfteres Ansprechverhalten im unteren und mittleren Drehzahlbereich sowie größere Drehfreude bieten.
Neu im Motorenbereich:
Überarbeitete Einstellungen der Kraftstoffeinspritzung bieten (besonders unter 4000 /min) ein gleichmäßigeres Ansprechverhalten und tragen zur größeren Drehfreude der neuen ER-6n bei.
Der Motor wurde auf eine fahrerfreundliche Leistungscharakteristik abgestimmt, die auch neuen Fahrern Vertrauen vermittelt.
Ein um 40 mm breiterer Kühler verbessert die Effizienz der Kühlung
Blieb gleich:
Der flüssigkeitsgekühlte DOHC-Parallel-Twin mit 8 Ventilen, 649 ccm Hubraum und Kraftstoffeinspritzung liefert gleichmäßige Leistung und gutes Ansprechverhalten, besonders im unteren und mittleren Drehzahlbereich.
Die hervorragende Leistungscharakteristik des Motors im mittleren Drehzahlbereich macht gerade bei Fahrten im Stadtverkehr mit mittlerer Geschwindigkeit besonders viel Spaß. Das Durchzugsvermögen ist außergewöhnlich und bietet damit beeindruckende Leistung beim Überholen.
Die großen Drosselklappengehäuse mit 38 mm Durchmesser verfügen über Sekundärdrosselklappen für mehr Leistung bei gleichmäßiger, seidenweicher Gasannahme.
Das flüssigkeitsgekühlte 649-ccm-Triebwerk der ER-6f ist der kompakteste Motor in seiner Klasse. Dieser Motor steckt voller innovativer Technologien, die die Realisierung kompakter Abmessungen und guter Leistungsdaten ermöglichen. Die Fülle an Know-how erklärt, warum dieser leichte und kompakte Motor so viele seiner Konkurrenten (und einige mit größerem Hubraum) übertrifft.
Die dreieckförmige Anordnung von Kurbelwelle und Getriebewellen ermöglicht sehr kurze Abmessungen in Längsrichtung.
Die Getriebeeingangswelle, die Ausgangswelle und die Schaltwalze sind als ein Kassettengetriebe ausgelegt, was sowohl kompaktere Abmessungen ermöglicht als auch Wartungsarbeiten erleichtert.
Die Semi-Trockensumpf-Konstruktion reduziert die Bauhöhe des Motors.
Die beschichteten Aluminium-Zylinder ohne Laufbuchsen sind leicht, und der geringe Zylinderabstand sorgt für eine geringere Baubreite des Motors.
Der Schalldämpfer unter dem Motor verbessert die Massenzentralisierung und senkt den Schwerpunkt des Motorrads.
Die Kombination aus effizienter Kraftstoffeinspritzung und einem 3-Wege-Katalysator im Schalldämpfer sorgt für sehr geringe Emissionen gemäß Euro-III-Norm.
Ein Katalysator mit 300 Zellen bietet gegenüber dem vorherigen Bauteil mit 200 Zellen eine kompaktere Größe und ein geringeres Gewicht. Die inneren Bauteile des Schalldämpfers wurden an den neuen Katalysator angepasst.
Chassis, Rahmen
Für den vollkommen neuen Rahmen wurden die wesentlichen Konstruktionsmerkmale seines Vorgängers übernommen. In Kombination mit dem kompakten Motor ermöglicht die elegante Konstruktion des neuen Rahmens ein Paket, das gleichermaßen schlank, niedrig, leicht und kompakt ist.
Der kompakte Motor erlaubt den Einsatz eines schlanken, minimalistischen Rahmens, dessen Konstruktion im Bereich der Knie und Füße sehr schmal ist. Der kompakte Motor erlaubt zudem einen extrem kurzen Radstand, der dem Motorrad ein leichtes und agiles Handling verleiht.
Neu am Rahmen, Chassis der ER-6f ist:
Durch Verwendung einer langen Schwinge wurden die Wirksamkeit der hinteren Federung und das Handling verbessert.
Mit einem 3D-Analyseverfahren wurde die Steifigkeit des Rahmens optimiert, was zu den überragenden Handling-Eigenschaften beiträgt.
Der Rahmen ist aus hochfestem Stahl gefertigt, dessen geringes Gewicht durchaus mit dem von Aluminiumrahmen konkurriert.
Silentblöcke anstelle von festen Verbindungen für die obere, hintere Motoraufhängung reduzieren die Vibrationen, die über den Sitz an den Fahrer übertragen werden.
Der Lenker ist in Gummi gelagert, um über die Lenkergriffe übertragene Vibrationen zu reduzieren.
Die Fußrasten für Fahrer und Sozius sind mit Gummi ummantelt, um die Vibrationen weiter zu reduzieren.
Gleich blieben:
Die Konstruktion des seitlich montierten Einzelfederbeins erlaubt die Montage der Batterie neben dem Stoßdämpfer anstatt darunter. Diese elegante Anordnung erlaubt eine niedrigere Sitzhöhe sowie ein schlankes Design.
Die selben Eigenschaften, die für Fahrspaß sorgen (agiles Handling und fahrerfreundliche Ergonomie) machen die ER-6f auch zur idealen Einsteigermaschine.
Ein kurzer Radstand und ein kleiner Wendekreis tragen zur guten Manövrierbarkeit der ER-6f bei.
Fahrwerk:
Die Modifikationen am schlanken, kompakten Fahrwerk gingen über reine Kosmetik hinaus. Überarbeitungen an der Steifigkeitsbalance und den Federungseinstellungen sowie die zusätzliche Gummilagerung des Motors an der hinteren oberen Aufhängung führen zu leichterem Handling und reduzierten Vibrationen, wodurch die ER-6n gegenüber ihrer Vorgängerin fahrerfreundlichere Handlingeigenschaften und mehr Komfort bietet.
Schwinge:
Die neue Schwinge ist steifer ausgeführt, um die (hauptsächlich durch die Gummi-Motoraufhängungen verursachte) verminderte Steifigkeit des Rahmens auszugleichen. Insgesamt ist die Stabilität des Fahrwerks mit der des Vorgängermodells identisch.
Gabel, Federbein:
Die Einstellungen der vorderen und hinteren Federung wurden den Veränderungen an Rahmen und Schwinge entsprechend überarbeitet. Gemeinsam mit dem neuen Rahmen bieten diese ein leichteres, fahrerfreundliches Handling.
An Modellen mit ABS wurden zur Optimierung der Bremsleistung an der Vorderradgabel etwas härtere Federn verbaut.
Noch immer bilden Rahmen, Schwinge und Federbein eine optische Linie:
Bremsen:
Neu:
Der vordere Bremshebel verfügt über ein neues Kugelgelenk (anstelle eines modularen Bauteils), dessen Drehpunkt für eine gleichmäßigere Betätigung des Hauptbremszylinder-Kolbens leicht versetzt wurde.
Jetzt verfügen die Standardmodelle und die Modelle mit ABS beide über einen vorderen Hauptbremszylinder mit 14-mm-Kolben und Doppelkolben-Bremssättel vorn mit 27-mm-Kolben.
Während Bremsleistung und Druckpunkt an der Bremse bei den Standardmodellen unverändert beibehalten wurden, sind beide Kriterien an den ABS-Modellen mit den neuen Hauptbremszylinder-Kolben und den größeren Bremssattelkolben deutlich verbessert. Wenn der Hebel betätigt wird, greift die Bremse sofort (minimales Hebelspiel), und ein neues ABS-Programm trägt mit seiner Abstimmung unterschiedlichsten Fahrsituationen Rechnung, um eine gleichbleibende Bremsleistung zu garantieren. Die neuen Fahrwerkseinstellungen tragen besonders auf Strecken, die nicht so topfeben wie eine Rennstrecke sind, zum satten Fahrbahnkontakt – auch beim harten Bremsen – bei.
Beibehalten wurden:
Doppelscheibenbremsen im Petal-Design mit 300 mm Durchmesser vorn und eine Einzelscheibe im Petal-Design mit 220 mm hinten sehen großartig aus und liefern jede Menge Bremskraft.
Zusätzlich zu den sehr effizienten Bremsscheiben im Petal-Design können Kunden, die sich zusätzliche Sicherheit des Bremssystems wünschen, auch ein ABS-Bremssystem optional erwerben.
Sitzposition, Komfort, Ergonomie:
Neu:
Die Verjüngung des Rahmens unmittelbar hinter dem Tank ermöglichte eine überarbeitete Sitzkonstruktion, mit der die Füße den Boden noch leichter erreichen können.
Der Tank wurde massiger, muskulöser. Allerdings blieb das Tankvolumen gleich.:
Die Sozius-Handgriffe aus Aluminium (zuvor Kunststoff) sind niedriger angebracht und haben eine neue Form, an der sich Beifahrer noch einfacher festhalten können. Da sich der Sozius dank der verbesserten Griffe sicherer fühlt, ist das Fahren mit Sozius auch für den Fahrer einfacher.
Wertige Soziushandgriffe:
Unverändert belassen:
Dank der geringen Sitzhöhe und der insgesamt schlanken Form ist es leicht, im Stand beide Füße fest auf den Boden zu stellen, was für viele Fahrer ein wichtiges Argument ist.
Die Sitzposition wurde darauf ausgelegt, dem Fahrer Vertrauen zu vermitteln. Eine ideale Anordnung von Lenker, Sitz und Fußrasten führt zu einer natürlichen und bequemen Sitzposition für unterschiedlichste Fahrer.
Cockpit:
Auch im Design der neuen, vom MotoGP inspirierten Multifunktions-Instrumente finden sich fließende Linien. Die Funktionen umfassen eine neue Kraftstoffanzeige, einen digitalen Tachometer, eine Uhr, einen Kilometerzähler, zwei Tageskilometerzähler und einen digitalen Drehzahlmesser mit Balkenanzeige wie bei unseren MotoGP-Rennmaschinen.
Die neue Anordnung erlaubt das gleichzeitige Ablesen von Uhr und Kilometerzähler. Die rote Hintergrundbeleuchtung der LCD-Anzeige trägt zum sportlichen Image bei.
Bemerkung: Ob dieses Cockpit wirklich ein Fortschritt ist, wagen wir zu bezweifeln. Zum Vergleich haben wir euch hier das Cockpit der 2008er-Kawasaki ER-6 aufgeführt: Hier klicken..
Aussenspiegel
Das neue Design der Spiegel im sportlichen Styling ähnelt dem an der neuen Ninja ZX-6R. Von der Mittelachse um 14 mm weiter nach außen verlegt, bieten sie außerdem eine verbesserte Sicht nach hinten.
Insgesamt mehr Qualität:
Der überarbeitete Hauptbremszylinder-Vorratsbehälter hat eine neue, ansprechendere Form.
Der neue Kupplungshebel hat eine abgerundete Form, die den Bereich der Bedienungselemente ästhetisch aufwertet.
Die unteren Enden der Gabel (um die Achse) sind neu gestaltet, was ebenfalls zum hochwertigeren Aussehen des Motorrads beiträgt.
Das überarbeitete Design des Ketteneinstellers trägt zur verbesserten Optik in diesem Bereich bei.
Vier Befestigungshaken ermöglichen die Sicherung von Gepäck oder einem zweiten Helm am Sitz.
Die Blinkerleuchten haben eine zusätzliche Warnblinkfunktion.
Die Oberflächenbearbeitung an den Rahmenverbindungen ist deutlich sauberer ausgeführt und trägt zur insgesamt höheren Qualität des Motorrads bei.
Technische Daten Kawasaki ER-6f (soweit bekannt):
Motor
Bauart
Flüssigkeitsgekühlter Viertakt-Reihenzweizylinder
Ventilsteuerung
DOHC, 4 Ventile pro Zylinder
Bohrung x Hub
83 x 60 mm
Hubraum
649 ccm
Verdichtung
11,3:1
Gemischaufbereitung
Einspritzung
Drosselklappen-Durchmesser
38 mm x 2 (Keihin)
Ventildurchmesser: Einlass/Auslass
-
Schmierung
Auspuffanlage
Starter
E-Starter
Leistungsdaten
Max. Leistung
53 kW (72,1 PS) bei 8500 /min
Max. Drehmoment
66 Nm bei 7000 /min
V-max.
-
Kraftübertragung
Kupplung
Mehrscheibenkupplung im Ölbad, mechanisch betätigt
Gänge
6
Endantrieb
Dichtringkette
Fahrwerk
Rahmen
Diamond-Rahmen aus hochfestem Stahl
Federung vorne
Teleskopgabel
Gabelinnenrohr-Durchmesser
41-mm
Federung hinten
Rechtsseitig montiertes Monofederbein mit stufenlos einstellbarer Federbasis
Federweg vorn/hinten
120 mm / 125 mm
Räder
Rädertyp
Alugussräder
Felgendimension vorn
Felgendimension hinten
Reifendimension vorn
120/70ZR17M/C (58W)
Reifendimension hinten
160/60ZR17M/C (69W)
Bremsen
Bremse vorn
Doppelscheibenbremse, Ø 300 mm, semischwimmend, Petal-Design, Doppelkolben-Schwimmsättel
Bremse hinten
Einzel-Scheibe, Ø 220 mm, Petal-Design Einkolben-Schwimmsattel