Markenzeichen von hochwertigen Motorrädern ist oftmals eine schöne Einarmschwinge - man soll möglichst viel vom Rad und der Felge sehen. Noch toppen lässt sich das ganze mit Rädern, die gar keine Speichen mehr haben...oder ist auch das nur ein Trick?
Suzuki Hayabusa von CSC in Florida mit scheinbar speichenlosen Rädern. Stückpreis für so eine Felge: 5800 Dollar.
Gleich vorneweg: natürlich ist es ein Trick, auch die Motorräder und Autos mit den neuen "Clear wheels" haben sehr wohl eine Art Speichen in den Felgen...doch zuerst wollen wir kurz auf die Geschichte der Speichen- und Nabenlosen Fahrzeuge eingehen.
Speichenlose Felgen
Seit der Erfindung des Rads, spukt diese Idee wohl schon in den Köpfen der Menschen herum: was, wenn man ein Fahrzeug bauen könnte, das keine Speichen und keine Radnabe mehr aufweist? Meistens verwarf man den Gedanken nach einem Weilchen wieder - es schien einfach unmöglich. Der deutsche Designer Luigi Colani schaffte es zwar, ein Rad ohne Speichen zu bauen - doch auch sein Entwurf beruhte auf einer optischen Täuschung. Heute gibt es eine ganze Reihe von Speichen- und Nabenlosen Fahrzeugen zu kaufen (bsp. die Firma Osmos). Ihnen allen gemein ist, dass der äussere Ring der Felge quasi als riesige Radnabe funktioniert und den Reifen antreibt. Das ist clever - aber natürlich auch nur eine Täuschung.
Wohl nur mit Magneten wirklich machbar
Technisch machbar wäre es wohl heute einzig auf Basis eines enorm starken Elektromagneten (in einer frei schwebenden Radnabe), die auf die äussere Felge einwirken würde. Doch so etwas dürfte wohl nur unter Laborbedingungen auch wirklich funktionieren...
Extrem hartes Material
An der Las Vegas Motorshow SEMA sah man 2006 Chopper-Motorräder und Autos mit speichenlosen Rädern stehen (siehe Video unten). So zumindestens war der erste Eindruck. Wer genauer hinsah, bemerkte allerdings, das da sehr wohl eine gewaltige Speiche vorhanden war: sie war einfach nur durchsichtig. Der Trick: mit einer Lexanplatte (ein extrem hartes Polycarbonat, das sogar Gewehrkugeln abprallen lässt) ist mit der äusseren Felgenring verbunden. Die Bremsscheiben müssen dementsprechend riesig sein und grenzen gleich an den eigentlichen Reifen an.
7000 Franken für ein Rad
Technisch ergibt sich kaum ein Vorteil - ganz im Gegenteil. Es stellt sich nämlich die Frage, wie stabil eine solche Lexan-Felge wirklich ist. Dazu haben wir leider nichts gefunden, vermutlich gibt es noch zu wenige Anwendungsdaten dazu. Optisch hingegen ist die durchsichtige Felgen natürlich ein Hingucker. Und der Preis? Im Web fanden wir bereits eine US-Firma namens CSC in Florida, die diese Art Felgen schon für diverse Bikes vertreibt. Sie kosten rund 5800 Dollar das Stück (rund 7000 Franken). Ob und wann solche "speichenlosen Felgen" den Weg in die Schweiz finden, können wir leider auch nicht sagen.
Soweit ich mich errinnern mag, erfand Franco Sparro diese nabenlose Felge (Wer hat's erfunden? ) Er baute auch einen Prototypen. In einer Zeitschrift mitte der 80'er beschrieb er damals die Ausfahrt mit dem Motorrad. Leider find ich keine Bilder dazu.