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Der Spass mit dem Pass
25.03.09 08:39

Auf Achse: Südamerika

Dass wir mit unseren Alteisen auf Schotterstrassen keinen Schnitt von 60 km/h erreichen würden, war uns schon klar. Aber dass unser erster Passübergang von Chile nach Argentinien als «slow race» mit mehrmaliger Wiederholung in die Geschichte eingehen würde, hätten wir nicht gedacht. Text: Sandra Aufdenblatten, Bilder: Mac Fröhlich, Sandra Aufdenblatten

Da wir ausser dem Rückflugtermin keine Vorgaben für unsere Südamerika-Tour haben, bauen wir auf dem Weg Richtung Süden einige Grenzhüpfer zwischen Chile und Argentinien in unsere Route ein. Beim Studieren der Strassenkarte fällt uns ein kleiner Passübergang mit dem malerischen Namen Pichachén auf, der durch die atemberaubende Vulkanlandschaft Chiles führt.

Gemäss dem Motto «Klingt gut – ist gut!» fetzen wir über eine schöne Schotterstrasse Richtung Pass. Die Bedeutung des Hinweises auf einem Strassenschild «No vehículo bajo» schafft es zu jenem Zeitpunkt– angesichts der traumhaften Landschaft – nicht bis zur entsprechenden Hirnzelle.

Frisch gewaschen am chilenischen Zoll

Die Piste windet sich auf eine Hochebene hinauf, und wir fahren zwischen Vulkanen und tiefblauen Seen erstmals auf einer Lava-Schotterstrasse; immer weiter weg von jeglicher Zivilisation. Als die Zivilisation genug weit weg ist, endet die Strasse dann auch an einem 15 m breiten Bachbett. Mit nur 10 cm Tiefe jedoch noch kein schreckeneinflössendes Hindernis. So erreichen wir mit frisch gewaschenen Füssen und Reifen den chilenischen Zoll.

Der grösste Teil unserer Papiere interessiert die Herren nicht  – wir bekommen hingegen ein neues zum Ausfüllen! Das Carnet für die Motorräder sei nicht nötig, heisst es. Da das internationale Carnet ATA nicht auf Spanisch geschrieben ist, versteht der Zöllner sowieso nicht, was das für ein Dokument ist. Auf die Frage, ob es noch weitere Bäche zum Überqueren gebe, meinen die Zöllner, dass es noch deren drei seien, bevor wir den 40 km entfernten argentinischen Zoll erreichen werden. Da die Antwort der Zöllner relativ emotionslos kommt, denken wir, es werde schon nicht so schlimm sein.

Den ausführlichen Bericht lest ihr in MOTO SPORT SCHWEIZ 04/2009; das Heft kann selbstverständlich auch online abonniert werden. Hier lang…


Karte Südamerika mit der Strecke

Grosse Fotos von Mac Fröhlich und Sandra Aufdenblatten:


Reise-Info Südamerika: Chile und Argentinien

Geografie Chile und Argentinien bilden das südliche Ende von Südamerika. Die Tour führte uns vor allem der Grenze der zwei Länder entlang, die gebildet wird vom Gebirgszug der Anden. Vom einsamen Sandstrand bis zu Gebirgsgletschern, Vulkanen und Wüsten bietet diese Region alles, was das Herz begehrt.
Reisedauer Wir waren vom 4. Februar bis 4. April unterwegs. Wobei die effektive Reisezeit auf dem Motorrad nur etwa 6  Wochen war, da die Motorräder verspätet ankamen und man Zeit benötigt, um die Motorräder aus dem Zoll zu bekommen und am Ende der Reise wieder aufzugeben. Zwei Monate sind sicherlich das Minimum.
Distanz .10  333 km, davon etwa 2000 km Schotterpiste
Streckenbeschreibung

 Ab Santiago in den Süden: Vulkanlandschaft zwischen Chillàn und Osorno im Osten (Passo Pichachén, Volcàn Llaima, Pucon, Villarrica);

von Osorno östlich nach Argentinien, San Carlos de Bariloche, Esquel, Futaleufu; zurück auf die Carretera Austral in Chile (Coihaique, Lago General Carrera/Lago Buenos Aires, Cochrane, Puerto Yungay);

von Puerto Aisén per Schiff zurück nach Puerto Montt und ab in den Norden (Santiago, Villarica, Los Andes, Portillo) und dann wieder über die Anden auf die argentinische Seite (Christo Redentor (Blick auf den Aconcagua), Mendoza und weiter Richtung Norden (Las Flores, Passo del Agua Negra).

Zurück in Chile (Pisco Elqui, Elqui-Tal) weiterhin in nördliche Richtung bis Antofagasta (San Pedro de Atacama, Valle della Luna, El Tatio Geysers, Salar de Atacama, Laguna Miscanti) und wieder zurück nach Santiago.



Reisezeit Ab Dezember bis April – wegen der unterschiedlichen Klimazonen reicht das Angebot von 33 °C (Atacama) bis 10 °C (Patagonien).
Anreise Per Flugzeug über GS-Sportreisen (www.gs-sportreisen.de). Motorrad-Luftfracht ab München bis Santiago und retour für ein Motorrad etwa 4500 Euro. Motorradversicherungen sind ebenfalls über GS-Sportreisen buchbar.
Einreiseformalitäten Weniger als drei Monate: Reisepass genügt; Zollabfertigung der Motorräder lief entgegen aller Befürchtungen verhältnismässig schnell, d. h. weniger als 4 Stunden (Agent war vor Ort; zudem war Samstag, und die Zöllner wollten wahrscheinlich bald Feierabend machen…).
Geld/Währung Chilenische Pesos (1 SFr. = ca. 600 CLP) respektiv Argentinische Pesos (1 SFr. = ca. 3 ARS); mit US-$ in bar und in Traveller Cheques kommt man in den Banken am einfachsten zu Pesos. Die gängigsten Kreditkarten werden in grösseren Ortschaften meistens akzeptiert.
Unterkunft/Verpflegung Campings, preiswerte Hotels mit Thermalbad (Termas). Es gibt nur gutes Essen und super Wein in Chile! Auch an Tankstellen ist oftmals ein Menü erhältlich
Sprache/Verständigung Spanisch – es lohnt sich, wenn man mit den Leuten sprechen kann –, wir wurden auch schon spontan zum «asado» (chilenisches Barbecue) eingeladen
Motorrad Wie das vorliegende Beispiel zeigt, kann man das Land mit fast jedem Motorrad bereisen. Das ideale Gefährt wäre sicherlich eine Reise-Enduro.
Preise Einmal in Südamerika angekommen ist alles spottbillig (nur Benzin ist etwa gleich teuer wie hier in der Schweiz).
Reservationen nur Flug für Fahrer und Motorrad.
Reiseführer: Polyglott «on tour» und «APA guide» Chile und Argentinien (Orell Füssli).
KartenNelles Maps Chile und N/S-Argentinien, Massstab 1:2  500  000 (erhältlich bei Orell Füssli).


 


Südamerika:


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