Die Superbike-Saison endete in Portimao (P) beinahe so, wie sie am 1. März in Phillip Islands (AUS) begonnen hatte: mit einem Ducati-Sieg. Und doch gelang den Italienern die Titelverteidigung nicht, Haga konnte Troy Bayliss nicht beerben. Stattdessen kam es zu einer doppelten Premiere: Der amerikanische Superstar Ben Spies holte nach drei Titeln in den USA seine erste WM-Krone und Yamaha gewann mit der neuen R1 das erste Mal überhaupt die Superbike-WM.
Nach Portugal reiste «Nitro Nori» – so genannt wegen seiner früher explosiven Fahrweise – mit zehn Punkten Vorsprung. Doch schon nach den Trainings hatten sich die Vorteile in Richtung Spies, dessen Übername «Elbows» angesichts seines Fahrstils selbsterklärend ist – verschoben: Während er seine elfte Pole (in 14 Rennen) holte, klagte der Japaner über Gripprobleme, sodass er die letzte Runde der Superpole verpasste. Startplatz 10 war keine ideale Voraussetzung für die Rennen.
Niemand war erstaunt, dass Spies in Lauf 1 tatsächlich Reissaus nahm. Einige Runden lag er in Schlagdistanz von Aprilia-Pilot Max Biaggi, der dann aber abreissen liess. Die Entscheidung im WM-Fight passierte etwas weiter hinten. Haga lag nach einigen Überholmanövern auf Platz 5, als er in der siebten Runden beim Anbremsen einer engen Links das Vorderrad verlor und mit hängendem Kopf davonstapfte. Spies gewann und verwandelte den 10-Punkte-Rückstand in ein Polster von 15 Zählern.
Dennoch war Lauf 2 keine lockere Sache für Spies. Bei einem Sieg Hagas musste er Sechster werden, und das inmitten hochmotivierter Kämpfer, die wenig zu verlieren hatten. Er hielt sich denn auch aus dem Gröbsten raus, liess bei Rennmitte den Japaner passieren, wunderte sich über mehrere ungezielte Attacken von Biaggi und fuhr einen sicheren fünften Platz nach Hause. Vorne überholte Nori Haga...
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