Auf Achse

Motorradreise - Nordseeküste – Schleswig-Holstein (D)

Wasser, Wind und Watt

25.11.2015 00:00 (bb/br)

Diese drei Elemente beherrschen das nördliche Deutschland, und auf den Spuren von Storms «Schimmelreiter» entdeckt der Reisende Erstaunliches im platten Land, wo Geist und Seele unendlich viel Platz zum Atmen finden.


Büsum an der Nordsee:Strandkörbe –so weit das Auge reicht. (Für mehr Bilder klicken)

Die Perle an der Elbe

Hamburg! Unserer Lieblingsstadt, dem Tor zur Welt, räumen wir am Schluss unserer Reise und bevor es in Altona wieder auf den Autozug geht, volle drei Tage ein. Von Stade her erreichen wir Deutschlands drittgrösste Stadt vom linken Elbufer her und kommen in den Genuss einer sonst für den motorisierten Verkehr gesperrten Fahrt durch den ehrwürdigen Elbtunnel. Dieser wurde 1911 eröffnet, unterquert die Norderelbe auf einer Länge von 426,5 m und verbindet Steinwerder mit der nördlichen Hafenkante bei den St.-Pauli-Landungsbrücken. Per Lift geht es zuerst in die Tiefe, dann öffnen sich die Tore, und wir fahren «im Schritt» durch das denkmalgeschützte Bauwerk. Und dann sind wir auch schon mittendrin, in der herrlichen Stadt mit der grossen Vergangenheit. Wir sind Hamburg-Aficionados und schwerste Wiederholungstäter und haben längst herausgefunden, dass man sich mit dem Motorrad am besten in der Stadt und den verschiedenen Bezirken bewegt. Allerdings zu zweit auf einem. So bleibt die Thunderbird in der Tiefgarage unseres Hotels, das direkt oberhalb der Landungsbrücken liegt, während die Trophy unser bequemes und flinkes Stadtmobil wird. Was für ein Spass, die Reeperbahn damit hoch und runter zu sausen und vor dem wohl berühmtesten Polizeirevier, der Davidwache, ein paar Bilder zu schiessen. Während wir die obligate kleine und grosse Hafenrundfahrt machen, was einen ganzen Tag beansprucht, uns aber den perfekten Überblick über die Stadt gibt, freuen wir uns schon die ganze Zeit auf die bereits zu Hause gebuchte Show im Schmidt Theater. Wir haben Glück und amüsieren uns bei der Geburtstagsgala der «Schmidtparade» mit Hits aus den 60er-, 70er- und 1980er-Jahren königlich. Es lohnt sich übrigens, sich gleich auch das vorgängige, leckere Dinner im Theater zu gönnen. Blankenese, das wir während der grossen Hafenrundfahrt bereits von der Elbe aus gesehen haben, ist unser Ziel am letzten Tag. Es ist ein westlicher Stadtteil von Hamburg im Bezirk Altona und gehört zu den Elbvororten. Herzig anzuschauen, drängen sich lauter kleine Häuschen am Hang, dem Treppenviertel. Es sind ehemalige Häuschen von Kapitänen und Lotsen, die im Hangdorf ihren Lebensabend verbrachten. Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Ort seiner schönen Lage wegen zu einem grossbürgerlichen Villenviertel. Wir setzen uns in ein Gartenrestaurant am Ufer und beobachten den Schiffsverkehr: mächtige Containerschiffe, Lastkähne, Ausflugs- und Kreuzfahrtschiffe und mittendrin auch immer mal eine Segelyacht, die elbauf oder elbab fahren. «Schiffegucken» ist übrigens ein sehr beliebter Zeitvertrieb der Hamburger. An schönen Tagen stellen sie zu Hunderten ihre Picknick-Kompositionen am Ufer auf, zücken den Feldstecher und beobachten die teils riesigen, gemächlich vorbeischwimmenden Pötte. Und da ist es wieder, das Fernweh, das mit dem Entschwinden der Schiffe am Horizont, dort, wo die Nordsee sich mit dem blauen Himmel vereinigt, fast schmerzhaft einsetzt. Doch wir haben den Nachtzug zurück zu erwischen und dürfen nun ein Jahr lang aushecken, hinter welchen Horizont uns die nächste Reise auf zwei Rädern bringen soll.

 

Teil 1
Wasser, Wind und Watt
Teil 2
Büsum – von Sturmfluten geprägt

Teil 3
Schutz vor dem Meer
Teil 4
Durchs «Katzenloch» nach Schweden
Teil 5
7,2 Millionen suchten ihr Glück in Übersee
Teil 6
Durchs Alte Land nach Stade
Teil 7
Die Perle an der Elbe
Teil 8
Reise-Info Nordseeküste und Stadtsprünge
Teil 9
Unsere Reisenden

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