Auf Achse

Knastbros Travel Weltreise

9. Woche: Georgien - Russland - Kasachstan

04.07.2016 00:00

Mit dem Visum für Russland im Sack geht die Fahrt weiter. Es gibt nur einen offiziellen Grenzübergang zwischen Russland und Georgien. Nach einer Stunde ist die Grenze überquert. Alles ist relativ gut organisiert und die Zöllner sind hilfsbereit. Wir müssen einige Zettel ausfüllen, die auf Kyrillisch geschrieben sind. Da sind wir auf die Hilfe der Zöllner angewiesen.


Grenzübertritt nach Kasachstan. (Für mehr Bilder klicken)

Die Strasse nach der Grenze ist in einem nicht allzu guten Zustand, und wir machen erstmals Bekanntschaft mit tiefen Schlaglöchern. Das macht unsern Enduros aber nicht allzu viel aus. Die Russen haben richtig Freude an Motorrädern: Fast jeder Autofahrer winkt oder hupt zur Begrüssung. Mit der Polizei haben wir auch einmal das Vergnügen. Sie stoppt uns und will unsere Papiere sehen. Dem Polizisten fällt schnell auf, dass wir keine Fahrzeugversicherung für Russland haben. Die normale Schweizer Fahrzeugversicherung zählt nur für Europa und angrenzende Mittelmeerstaaten. Uns ist schnell klar: das heisst Zahlen! Aber mit umgerechnet 10 Franken für beide kommen wir nicht schlecht davon.

 

Auf dem Weg passieren wir unzählige Checkpoints und werden auch einige Male von Hunden attackiert. Wir durchqueren Russland in zwei Tagen. Die Nächte verbringen wir im Zelt, abseits der Strassen. Wir müssen leider Russland so schnell durchqueren, weil wir Zeit verloren haben mit Warten auf die Visa und wegen technischer Probleme. So sind wir zwei Tage später schon in Kasachstan. Endlich!

 

Der Grenzübertritt nach Kasachstan ist bereits der zweite innert einer Woche. Und wieder geht alles super und schnell. Wir können mit dem Töff die Autoschlange überholen und kommen schnell an die Reihe. Es ist wieder ein ähnliches Spiel wie immer: Zuerst Pass zeigen, dann Papiere fürs Motorrad ausfüllen und noch eine kurze Gepäckkontrolle. Nach der Grenze werden wir wieder von einer richtig schlechten Strasse begrüsst. Die Schlaglöcher sind nicht mehr nur einen halben Meter lang, sondern über zwei Meter! So müssen wir unser Tempo etwas drosseln. Aber das ist uns egal, denn wir haben ja in Russland viel Zeit gut gemacht!.

 

Nach der Grenze fahren wir bis Atyrau und übernachten dort. Die Leute und die Sprache haben sich in den letzten Tagen stark verändert. Man sieht jetzt den Leuten an, dass wir in Asien angekommen sind. Auch mit Englisch ist jetzt kein Durchkommen mehr. Ab jetzt gibt es nur noch Zeichensprache. Am nächsten Tag versuchen wir uns noch in Kasachstan zu registrieren, denn wir haben gelesen, dass man sich nach spätestens fünf Tagen in Kasachstan auf einem Polizeiposten anmelden muss. So fahren wir zur Polizei und versuchen der netten Dame am Schalter beizubringen, was wir wollen.Mit einem Lächeln gibt sie uns zu verstehen, dass wir als Schweizer von dieser Regelung nicht betroffen seien. Wir werden dann an der Grenze sehen, ob das stimmt oder ob sie einfach keinen Meldeschein ausfüllen wollte...

 

So fahren wir weiter, ohne uns zu registrieren. Schon nach wenigen Kilometern auf der Überlandstrasse stoppt uns schon wieder die Polizei. Was kommt jetzt ? Sie geben uns zu verstehen, dass wir zu schnell gefahren seien. Wir stellen uns dumm und tun so als, als ob wir nichts verstehen würden. Schliesslich telefoniert der Beamte einem Freund, der gut Englisch kann. Dieser Mann fungiert via Telefon als Dolmetscher. Die Polizei behauptet, wir seien 15 km/h zu schnell gefahren und müssten eine Busse von umgerechnet 200 Franken bezahlen. Wir erklären dem Polizisten, dass wir gar nicht so viel Geld mit uns führten, und er solle doch einen Strafzettel schreiben. Das will er aber auch nicht: Wenn er nämlich nur einen Strafzettel ausfüllt, sieht er nichts vom Geld! Und so geht das ganze Spiel eine Weile hin und her. Uns ist das egal, denn wir haben ja Zeit.

 

Am Schluss bezahlen wir umgerechnet 20 Franken und fahren weiter. An solche Spiele mit der Polizei muss man sich halt gewöhnen. Das Wichtigste: Immer cool bleiben und sich dumm stellen, bis es dem Polizisten verleidet. Nach dieser Kontrolle fahren wir weiter Richtung Süden. Die Strasse ist hier in einem guten Zustand, und wir kommen gut voran.

 

Über Berni und Kevin

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