Auf Achse

KnastBros Travel - Weltreise

12. Woche: Kirgistan (Teil 2)

18.07.2016 10:51 (bb/bb)

Nach unserm Bad im Salzsee geht es weiter zum Sungkul. Der Sungkul ist ein See auf 3100 Meter über Meer. Der erste Strassenabschnitt ist schön asphaltiert, nur auf den letzten 18 km müssen wir mit einer Schotterstrasse Vorlieb nehmen, die sich schliesslich auf den letzten neun Kilometern in eine kleine, teils sehr ausgewaschene Passstrasse verwandelt.


Jurten-Dorf beim Song-Kül-See. (Für mehr Bilder klicken)

Das Wetter ist nicht berauschend: Es regnet bei kühlen fünf Grad. Wir legen in der Nähe des Sees einen kurzen Halt ein, damit wir uns wärmer anziehen können. Nach wenigen Minuten taucht ein kleines Mädchen aus dem nahen Jurten-Dorf auf. Ein wenig später folgt ihre ältere Schwester, die ein wenig Englisch spricht und uns zu einer Tasse Tee einlädt. Dieses nette Angebot lehnen wir nicht ab, zumal es nun in Strömen zu regnen beginnt. 

 

So folgen wir den Mädchen zum ihrem Dorf. Dort wird uns Tee mit Kumys serviert. Kumys ist vergorene Stutenmilch. Stutenmilch kommt in ein grosses Fass und wird immer wieder umgerührt, bis sie zu gären anfängt. Kumys schmeckt nach alter, ziemlich säuerlicher Milch. Unser Lieblingsgetränk wird es sicherlich nicht werden... Aber aus Anstand trinken wir, ohne mit der Wimper zu zucken. Nach einer Weile fragen uns die Gastgeber, ob wir nicht bei ihnen übernachten wollen. Sehr gerne sagen wir zu. So verbringen wir den Abend mit der Jurten-Familie und spielen Fussball mit den Kindern.

 

Unsere Motorräder werden schnell zu Klettergerüsten umfunktioniert. Natürlich müssen wir mit den Kindern auch Spritztouren machen. Zum Abendessen gibt es mit Zwiebeln und Tomaten gefüllte Teigrollen, die uns sehr gut schmecken. Die Nacht verbringen wir in einer Jurte. Als kleines Dankeschön schenken wir der Familie zwei Schweizer Taschenmesser, die wir für solche Zwecke mitgenommen haben.

 

Nach einigen Kilometern Weiterfahrt kommen wir in ein Hagelwetter. Das einzige Wetter, das wir noch nicht erlebt haben auf unserer Reise! Wir müssen anhalten und warten, bis das Unwetter vorüber ist. Bald meldet sich die Sonne zurück, und wir fahren weiter in Richtung Ak-Tal. Die Strasse von Sungkul hinunter nach Ak-Tal ist eine schöne Schotterstrasse, die uns 900 Höhenmeter hinunterführt. Man merkt schnell, dass dies eine touristische Region ist, weil uns einige Radfahrer und auch ein paar Motorradfahrer entgegen kommen.

 

Jetzt geht es 240 km weiter bis nach Kazarman. Die Strasse führt über diverse Pässe, die um die 3000 m hoch sind. Auch die Natur wechselt rasch; von grünen Wäldern bis zu kargen Steppen in der Höhe ist alles vorhanden. Solche Strassen wünscht sich das Motorradfahrerherz! Wir stellen unser Zelt nach Kazarman auf einem Hügel auf und kochen uns wieder einmal Pasta.

 

Am nächsten Tag fahren wir weiter bis nach Arslanbob. Arslanbob ist berühmt für seine riesigen Walnusswälder. So legen wir am Donnerstag einen motorradfreien Tag ein und gehen zur Abwechslung wandern.

 

Am Freitag geht es aber weiter nach Osch. Hier gibt es die Schweizer Firma „Muz Too“, die Motorradtouren in Kirgistan und im Pamir-Gebirge anbietet und auch eine Motorradwerkstatt hat. So haben wir die Möglichkeit, unseren anstehenden Service dort selbst auszuführen. Den Samstag verbringen wir mit der Wartung „unserer Damen“. Die Muz Too-Werkstatt ist auch eine Anlaufstelle für alle Overland-Reisenden. So ergeben sich einige interessante Gespräche, und wir können uns mit Gleichgesinnten austauschen.

 

Über Berni und Kevin

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