Saegessers Speed-Weltrekord-Angriff
Markus Saegesser mit seiner Naked Bullet auf erster Testfahrt auf dem Flugplatz Buochs.
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In der Schweiz wird das Speed-Custom-Bike Naked Bullet in einem von CCCP umfunktionierten Pferdeanhänger transportier.

Erstes Zurechtfinden auf dem Liege-Velo: Zugunsten eines möglichst kleinen Luftwiderstands legt sich Saegesser flach aufs Bike. Die Rasten sind bei der Hinterachse angebracht, die Sitzbank so tief, wie reglementarisch erlaubt.

Der in Fahrtrichtung offen einatmende Luftfilter soll dem Mikuni-Vergaser Sauerstoff unter Druck verabreichen. Man erhofft sich einige Zusatz-PS. Kohlefaserteile von K-Carbon, Malerei von Lackwerk.

Wenn alles rund läuft, wird es für Markus Saegesser ein wilder Ritt auf der Naked Bullet. Über 300 km/h ohne Verkleidung, das ist kein Kaffeekränzchen!

Remo Bernasconi alias Coni zu Saegesser: "So ist gut, aerodynamisch liegst du jetzt opimal." Saegesser zu Coni: "Super, aber ich seh nichts." Coni zu Saegesser: "In der Messzone gilt halt die Devise, Gring abe u...". An den Feinheiten kann noch getüftelt werden.

Eine Fernseh-Crew begleitet Markus Saegesser bei den Vorbereitungen und natürlich bei den erhofften Rekordfahrten in Bonneville. Im Oktober auf Cash-TV im Schweizer Fernsehen zu sehen.

Lieferwagen der anderen Art von CCCP: ausgedientes Dienstfahrzeug eines Bestattungsunternehmens. Schön geräumig.

Auf der welligen Piste von Buochs waren keine hohen Tempi möglich. Und Saegesser musst nach Schlaglöchern und Wassertümpeln Ausschau halten.

Karbon nicht zur Zierde, sondern als Puzzleteil auf der Suche nach Leichtbau. Das 180-PS-Bike soll nicht viel mehr als 120 kg wiegen.

Die Naked Bullet würde auch als reines Show-Custombike keine schlechte Figur machen. Ein Kurvenwunder wird die flache Flunder aber nie werden.

Für optimalen Grip setzt das Team um Markus Saegesser und CCCP auf Racing Pneus von Pirelli, genauer auf Intermediates. Teamchef Coni ist noch ein Trick eingefallen. Er zieht auf die 5,5-Zoll-Hinterradfelge einen 160er Pneu auf anstatt des hier montierten 180er. Das zieht den Gummig für mehr Aufstandsfläche in die Breite.

Es war am Testtag auf dem Flugplatz Buochs trüb, doch von seiner Oakley-Brille trennte sich Saegesser ausser unter dem Helm nie. Den Sponsor freuts.

Der Mann, das Bike und der offene Raum. Für Schweizer Verhältnisse scheint ein Flugplatz geräumig. Doch die Salt Flats bei Bonneville haben andere Dimensionen. Ideal, um auf Tempo zu kommen - und dann wieder herunterzubremsen. Saegessers Bike hat übrigens nur eine matte Hinterradbremse und sonst nix. Braucht definitv viel Auslauf!