Menschen und Politik

Michi Lindinger - Sattlerin

Firmenstart mit fünf Auf trägen

19.02.2015 00:00 (Göggel/br)

«Jetzt dörfsch dini Sackhaar wachse laa, jetz ghörsch zu öis», so die männlichen Kollegen nach einer steilen Geländeauffahrt in Spanien. Ist Michi Lindinger nicht auf dem Geländetöff, näht sie am liebsten Ledertöffsättel.


Andere schmücken die Wände im luxuriösen Büromit einem Picasso ... (Für mehr Bilder klicken)

Ohne jegliche Erfahrung eine Rennlizenz gelöst

Liiert mit einem Motorradmechaniker, kam Michi 1997 auf den Geschmack, Rennen zu fahren. Ihr erstes Rennen, ein Plausch-Supermotard, bestritt sie auf einer 80er-Motocross-Suzuki. «Ich ha gar nöd rächt chöne Töff fahre und bin ohni Training mitgfahre», verrät sie grinsend. «Was hani welle, er meldete mich während meines USA-Aufenthalts einfach an.» Eine Rennsaison später griff Michi auf einer 610er-Husqvarna an. 2006 ging die Freundschaft Knall auf Fall auseinander.

Unerschrocken kaufte sich Michi auf die nächste Saison eine Suzuki RMZ 250, löste eine Lizenz beim Rennveranstalter SAM und besorgte sich einen Lieferwagen, um damit den Töff zu transportieren. Eigenwillig, wie sie ist, wollte sie mit dem Crosstöff auf Supermoto-Rädern die Supermotard- Serie Fun Open fahren. Alleine fuhr sie jeweils auf den Rennplatz und half sich selber, so gut es eben ging. «Ich wollte eh immer alles selber machen, doch ich habe die Rennsaison abgebrochen. Ich konnte nervlich nicht mehr, habe dauernd erbrochen. Hatte meist schon zwei Wochen vor den Rennen dä Moralisch. Ständig redete ich mir ein, dass mich die Zuschauer belächeln, wil ich als ‹alti Mueter› da no mitfahre. Ein ganzes Jahr pausierte ich.» Wieder in Fahrt, stürzte Michi 2008 beim Training und verletzte sich. «Auf der Anfahrt zu einem Sprung war ich einen Gang zu hoch, gab aber gleich viel Gas. Erst am Boden bin ich wieder zu mir gekommen, Schulter und Rippen waren lädiert und ich hatte Probleme beim Atmen. Fünf Wochen war ich nicht mehr auf dem Hobel und fuhr ohne Training das Supermoto-Rennen in Bäretswil. Doch ich hatte auf den Supermotoreifen extrem Mühe im Dreck und hörte damit auf. Im Gelände fahren wollte ich nach wie vor.»

 

Teil 1
Firmenstart mit fünf Auf trägen
Teil 2
Will nicht auf brotlosem Job aufbauen

Teil 3
Ohne jegliche Erfahrung eine Rennlizenz gelöst
Teil 4
Abhängig sein? Nein danke!
Teil 5
Einmal im Dreck, immer im Dreck
Teil 6
Steckbrief MICHI LINDINGER

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