Menschen und Politik

Oldtimer-Dachverbände

FSVA UND SWISS OLDTIMERS AUF DEM WEG ZUR FUSION

21.02.2015 00:00 (Kohler/br)

Die Aktivitäten von Dachverbänden gleichen Elefantenhochzeiten: Alles spielt sich auf einem sehr hohen Niveau ab, es wird viel Staub aufgewirbelt, und Resultate sieht man erst Jahre später. Unsere Verbände sind aber wichtig, denn täglich, überall und oft unerwartet werden in der Politik und in der Verwaltung Entscheide gefällt, die uns alle angehen.


Oldtimerverbände helfenmit, wichtige Anliegenanzustossen. (Foto: hp)

Wenn wir heute Töff fahren können, dann nur, weil sich vor Jahrzehnten Leute für uns stark gemacht haben: Zum Beispiel indem sie das Fahrverbot für Motorfahrzeuge in Graubünden zu Fall gebracht haben (1927), die Alkoholbeimischung abgeschafft haben (1936), die Tempolimiten für Motorfahrzeuge von 40 km/h ausserorts abgeschafft haben (1933), 80 km/h auf Autobahnen für Töfffahrer abgewiesen haben (2002) und die Umweltzonen in der Schweiz verhindert haben (2010). Die Liste lässt sich beliebig erweitern. Auch historische Fahrzeuge haben es heute schwerer als früher. Sie sind – verglichen mit modernen Fahrzeugen – eindeutige Stinker. Sie sind technisch veraltet, die Bremsen schlecht, ihr Licht nicht eben berauschend, eben weil es Fortschritt gibt. Das muss man immer wieder den sicherheitsbesessenen Verkehrsgurus klarmachen. Andererseits sind sie aber wertvoll und werden stetig wertvoller. Das ruft Fälscher und Verfälscher auf den Plan. Hier müssen Instanzen geschaffen werden, die die Spreu vom Weizen sondern können. Dachverbände haben den Nachteil grosser Verbände, dass die Basis kaum die Vorstandsmitglieder kennt. So können sich Sesselkleber dort erstaunlich lange halten. Amtszeiten von über 20 Jahren sind für jeden Verein oder Verband eine Hypothek, denn sie verhindern Fortschritt. Das war auch der Grund, als eine Gruppe jüngerer Vorstände vor einem Jahr unter Zusammenlegung der beiden alten Oldtimer- Dachverbände einen neuen Dachverband (FSVH) gründen wollte, um einen Neubeginn zu machen. Das verärgerte die alte Garde. Nach einer turbulenten Delegiertenversammlung wurde jedoch beschlossen, Verhandlungen in dieser Sache einzuleiten. Die beiden grossen Oldtimer-Dachorganisationen Swiss Oldtimers (SO) und Fédération Suisse des Véhicules Anciens (FSVA) wollen bis spätestens 30. Juni 2015 fusionieren. Eine aus je drei Vorstandsmitgliedern von SO und FSVA zusammengesetzte Kommission klärt Einzelheiten wie Vorgehen, Statuten, Name und Finanzen. Mit der Unterstützung möglichst aller Mitgliedclubs kann so ein starker Schweizer Dachverband geschaffen werden, was seit Jahren überfällig ist. Der Vorstoss, die beiden Dachverbände aufzulösen und die Fédération Suisse des Véhicules Historiques (FSVH) zu gründen, wäre dann hinfällig.

Info: www.fsva.ch und www.swissoldtimers. ch

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