Menschen und Politik

Interview mit Suzuki-Importeur Frankonia

Unter Bikern

12.03.2015 14:00 (bb/po)

Die Situation war turbulent vor einem Jahr beim Schweizer Suzuki-Importeur Frankonia: Eher unerwartet wurde der damalige Direktor Thierry Currit nach nur einem Jahr entlassen und durch Jürgen Leibinn ersetzt.


Jürgen Leibinn ist mit Herz und Seele Biker.

Leibinn kam zu einer Zeit, als die Verkaufszahlen von Suzuki in der Schweiz fast im freien Fall waren: 2013 minus 30 %. Am Suzuki-Stand der Swiss-Moto 2014 stand nur ein wirklich neues Modell, die Suzuki DL 1000 V-Strom. Trotz der schwierigen Ausgangslage konnte Jürgen Leibinn mit seinen Mitarbeitern, das schlingernde Schiff namens Frankonia wieder in ruhigeres Gewässer führen. 

 

MSS: Herr Leibinn, führen wir das Interview in Sie-Form oder duzen wir uns?

Leibinn: Unter Bikern sagen wir Du, und ich bin ein Biker.

 

Welche Situation trafst Du an bei der Frankonia vor einem Jahr?

Die Firma war in einer schwierigen Situation, durch den Umzug von Zürich nach Brügg hatten wir diverse Abgänge und dabei ging viel Fachwissen verloren. Dieses Know-how mussten wir mit neuen Mitarbeitern am neuen Standort bei Biel wieder aufbauen. Das wichtigste war, dass wir mit dem Handel den Dialog suchten, um so das angeschlagene Vertrauen wieder aufzubauen. Wir sind sicher noch nicht am Ziel angelangt, aber wir sind auf dem richtigen Weg und ich bin für die Zukunft zuversichtlich.

 

Du konntest den Niedergang der Marke nicht nur bremsen, Du hast es tatsächlich geschafft, aus der ungünstigen Ausgangslage noch ein Plus von 1,5 % hinzukriegen. Wie hast Du das geschafft?

Dieses kleine Plus möchte ich nicht auf mich beziehen, ich möchte mich hier bei den Mitarbeitern bedanken, die da im vergangen Jahr unermüdlich mitgewirkt haben. Gemeinsam haben wir Frankonia besser strukturiert und Prozesse optimiert. Die neue Suzuki DL 1000 V-Strom trug zu den Mehrverkäufen bei, aber unser meistverkauftes Modell war die GSR 750.

 

Das ist ein Modell, das es seit drei Jahren gibt. Wie kommt das?

Wir haben von der GSR 750 ein mit Zubehör aufgewertetes Schweizer Sondermodell kreiert, die Freegun. Die kostet 12 400 Franken, die Basis-GSR 9900 Franken. Wir verkauften 250 Freegun und knapp 100 Basismodelle; das lief also nicht über den Preis! Man muss nicht unbedingt billig sein, um am Schweizer Markt Erfolg zu haben. Wir konnten etwas Individuelles, Besonderes anbieten und verkauften sehr gut. Der Kunde will Individualität, die den Preis wert ist.

 

Welche Strategie verfolgst du mit dem Schweizer Händlernetz?

2014 mussten wir erst uns mal intern organisieren, am Händlernetz machten wir nichts, obwohl es hiess, der Neue würde aufräumen und Händlern die Vertretung wegnehmen. Der durchschnittliche Verkauf pro Händler ist zu tief, viel zu wenig, dass müssen wir anheben um den Faktor 2.

 

Das ganze Interview gibt’s in der MSS Ausgabe 5 vom 5. März 2015. Jetzt am Kiosk oder im Abo.

 

Steckbrief

 

Jürgen Leibinn (53) ist ausgebildeter Automechaniker, bildete sich in Verkauf, Marketing und Management weiter und hatte vor seiner Aufgabe als Managing Direktor von Moteo/Frankonia AG verschiedene Führungspositionen inne.

  • Zivilstand: Verheiratet, 2 Töchter
  • Hobbys: Pferdesport, Töff
  • Erster Töff: Honda XLR 125, eine zuverlässige Viertakt-Enduro, die aussah wie die 500er XL von Honda.
  • Derzeitiger Töff: Suzuki DL 1000 V-Strom

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