Sport

Strassen-SM Most (CZ)

Enge Dreikämpfe

25.06.2012 11:14 (tk)

Marc Wildisen und Horst Saiger teilen sich die Siege in der Superstock-1000-Klasse, Pascal Nadalet fährt zwei Superstock-600-Siege ein.


Marc Wildisen fuhr den ersten Sieg 2012 ein und brachte sich so wieder in den SM-Kampf zurück. Bild: Roger Lohrer
Bisher hatte jeder der drei SM-Favoriten in der STK1000-Klasse gepatzt: Lorenz Sennhauser (BMW) war in Oschersleben gestürzt, nach einem Frühstart beim Saisonauftakt in Schleiz versenkte Marc Wildisen seine BMW in Oschersleben bereits in der Aufwärmrunde und ritt auch in Lauf 2 aus. Titelverteidiger Horst Saiger (Kawasaki) hatte sich bisher nur einen Frühstart erlaubt, die übrigen drei Laufe für sich entschieden und reiste als SM-Leader mit 22 Punkten Vorsprung nach Most (CZ). In Tschechien holte sich Sennhauser, der seine Verletzung aus der Vorsaison allmählich auskuriert hatte, die Pole Position vor Wildisen und Saiger.
In Lauf 1 übernahm zunächst Saiger die Führung, wurde an der Spitze aber bald von Wildisen, der im SM-Zwischenklassement bereits auf Rang 6 abgedriftet war, verdrängt. Der Luzerner konnte seine Verfolger Saiger und Sennhauser aber nicht abschütteln, alles deutete auf ein spannendes Finale hin. Doch dann kam der vorzeitige Rennabbruch wegen eines gestürzten Fahrers. So feierte Ex-Schweizermeister Wildisen seinen ersten Sieg der Saison. Wildisen: «Endlich! In den letzten beiden Runden hätte ich mich breit gemacht wie ein Dampfschiff, das wäre ein lustiger Dreikampf geworden.“ So kam es aber nicht zu den finalen Attacken von Saiger und Sennhauser, die beiden mussten sich mit den Plätzen 2 und 3 geschlagen geben und ihre geplanten Angriffe auf Lauf 2 verschieben.
In Lauf 2 setzte sich wieder dasselbe Trio an der Spitze ab. Saiger verlor wegen Getriebeproblemen kurzfristig den Anschluss, kämpfte sich in der Folge aber wieder ran und sowohl an Wildisen als auch Sennhauser vorbei zum Sieg. Wildisen zog ebenfalls an Sennhauser vorbei, wobei dieser aber überzeugt ist, dass das nicht rechtmässig war. Sennhauser: „Marc hat mich unter Gelb überholt, ich hatte sogar die Hand gehoben. Er hätte mich wieder vorbeilassen sollen.“ Wildisen verteidigt sich, „Ich habe keine gelben Flaggen gesehen!“ und punktet schliesslich für den zweiten Rang. Im SM-Zwischenklassement setzte sich Saiger an der Spitze weiter ab und hat nun einen an sich beruhigenden Vorsprung von 39 Punkten auf Sennhauser und deren 41 auf den drittplatzierten Wildisen. Der österreichische Stammfahrer aus dem Bolliger Endurance Team weiss aber, dass es noch knapp werden wird: «Wegen einer Terminüberschneidung mit der Langstrecken-WM werde ich in Hockenheim nicht antreten können. Meine beiden Streichresultate sind also bereits weg.»
In der Superstock-600-Klasse schaffte sich Pascal Nadalet (Kawasaki), der mit dem Regen in Oschersleben nicht zurechtgekommen war, mit der klaren Bestzeit im Qualifying gute Voraussetzungen für eine Aufholjagd in der SM.  Der Schweizer Meister von 2010 in Lauf 1 nach wenigen Runden die Führung und fuhr einen überlegen Sieg ein. Der Deutsche SM-Leader Michael Peh (Yamaha) hatte keine Chance dran zu bleiben und stattdessen alle Hände voll zu tun, sich Michel Eigenmann (Honda) vom Leib zu halten. Der 22-Jährige fiel dann aber mit der falschen Reifenwahl zurück und wurde in der letzten Runde von Florian Hüsler (Kawasaki) sogar noch knapp vom Podest verdrängt.
In Lauf 2 legte Nadalet einen sauberen Start-Ziel-Sieg hin, währenden der beim Start zurückgefallene Peh nicht mehr an der zweitplatzierten Eigenmann heran kam und sich mit Rang 3 begnügen musste. Das SM-Zwischenklassement ist Nadalet mit seinem Doppelsieg aber bis auf zwei Punkte zu Leader Peh aufgerückt. Eigenmann verliert auf Rang 3 auch nur zehn Punkte.     tk

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