Test und Technik

Suzuki GSX-S 1000

Die nackte Kanone

09.04.2015 09:08 (lü/bb)

Nach der nur in der Schweiz erhältlichen Virus baut Suzuki nun selbst eine nackte Kanone mit dem Motor des Supersportlers GSX-R 1000.


Suzuki hat mit dem 1000er Motor der GSX-R ein Naked Bike kreiert (Image 1 of 4) (Für mehr Bilder klicken)

Weltpremiere in Spanien: Auf 2015 hin baut Suzuki mit dem 1000er- Motor des Supersport-Töffs GSX-R ein Naked Bike. Im Hinterland von Alicante, bei dieser Gelegenheit nicht lückenlos sonnig, konnten Journalisten aus aller Welt diesen Töff erstmals fahren.

 

Weltpremiere? Das mag so sein für den Rest der Welt, doch der Sonderfall Schweiz kennt einen solchen Töff seit 2011: Während mehr als drei Jahren baute der Schweizer Suzuki- Importeur Frankonia in Eigenregie die Virus, über die MSS mehrfach berichtete. Es handelte sich um ein Naked Bike auf Basis der GSX-R 1000 der Jahrgänge 2010 oder 11. Nun hat Suzuki Japan – spät, wie sie an der Vorstellung selbst zugeben – selber einen solchen Töff gebaut und schreibt damit (für uns Schweizer) das zweite Kapitel der Story «Wir wussten natürlich von der Virus, aber wir sind bei der Entwicklung unseren eigenen Weg gegangen», antwortet Chefentwickler Shinichi Sahara auf die Frage, ob sich das Suzuki-Mutterhaus vom helvetischen Virus anstecken liess.

 

Den eigenen Weg gegangen, das heisst: Sie entschieden sich nach Vergleichsfahrten für den 1000er-Motor, der in der GSX-R von 2005 bis 08 verbaut wurde. Dieser ist langhubiger ausgelegt als die späteren Motoren (73,4 x 59 statt 74,5 x 57,3 mm) und passt vom Grundcharakter her besser zum sportlichen Landstrassentöff. Dieser Motor, mit dem Superbike-Weltmeisterschaften und TT-Rennen gewonnen wurden, ist mit einem Strauss von Änderungen für den Roadster adaptiert. Es gibt geänderte Kolben mit weniger Verdichtung, andere Nockenwellen, Iridiumkerzen und natürlich sind auch Airbox und Auspuff neu. Mit dem Verzicht auf Titanventile musste der Drehzahlbegrenzer von 13 500 auf 12 000/min runtergesetzt werden.

 

Im Datenblatt stehen immer noch verheissungsvolle 145 PS und 106 Nm. Komplett neu ist der Rahmen mit zahmerer Fahrwerksgeometrie mit flacherem Lenkkopf, mehr Nachlauf und 55 mm längerem Radstand als bei der aktuellen GSX-R.

 

Wie es unserem Tester Rolf Lüthi mit der nackten Kanone weiter ergangen ist und welches Fazit er zieht, ist in MSS 08 in voller Länge und mit vielen technischen Informationen nachzulesen. 

««zurück