Update

Suzuki DL 1000 V-Strom

Saisontesttöff Update

12.07.2014 00:00 (br)

Hier erfahrt ihr ständig den aktuellen Zwischenstand unseres Saisontests.


1 Martin Oswald (l.) von N&O Bike AGüberreicht MSS-MitarbeiterBenny Reinhold die Schlüssel zumSaisontesttöff2014. (Für mehr Bilder klicken)

9. RUSTIKALES ALPENGLÜHEN

Chris Pergher, freizeitnomadisierender Autor von Reisereportagen in MSS, unternahm mit unserem Saisontester Suzuki DL 1000 V-Strom eine viertägige Tour durch die Tiroler Alpen. Nebst Klassikern wie Timmelsjoch, Stallersattel, Passo di Giau, Passo di Gavia oder dem Stilfser Joch standen auch eine Übernachtung auf dem 2276 m hohen Pfitscher Joch und ein Abstecher in die hinterste Ecke des Winkeltals auf dem Programm. Die Anfahrt zu den letzteren beiden Zielen führte über unbefestigtes Terrain und rundete den vielfältigen Einsatz der Suzuki ab. Egal ob auf einer schnellen Autobahnetappe oder die unzähligen Kurven des Passo di Gavia hinauf, «Suzi Q» lag satt auf der Strasse und machte allzeit eine gute Figur, auch auf kurzen Offroad-Passagen, trotz 19er-Vorderrad. Für häufigeren Einsatz auf ungeteerten Strecken würden ihr allerdings andere Fussrasten und eine Lenkererhöhung sehr zupasskommen. Chris’ ausführlichen Bericht über seine Tiroler Alpentour wirds in einer der nächsten Ausgaben von MSS zu lesen geben.

bb


8. VIER FÜSSE IM MEER

«Moment mal, hier war ich doch erst ..?», muss sich Suzy Q. gedacht haben, als sie schon wieder in Richtung Genua unterwegs war. Suzy Q. ist – der geneigte Leser weiss es – der Kosename unseres Saisontesttöffs, der Suzuki DL1000 V-Strom. Und sie ist heiss begehrt: Nur mit Mühe konnte ich ein freies Wochenende ergattern, um sie endlich auch mal zu testen (Memo an mich selber: unbedingt mehr den Chef raushängen). Das tat ich dann auch richtig: Mit Sozia gings bei bis zu 34 Grad nach Ligurien (I), um etwas Ferien vorzubeziehen. Erst vor Kurzem war unsere «Auf Achse»-Redaktorin Brigitte Burri mit demselben Töff fast dieselbe Strecke entlanggedüst, um nach Sardinien zu gelangen (siehe Seite 46). Bei der Ankunft die (kleine) Enttäuschung: Das Hotel hatte den Pool noch gar nicht gefüllt («Der Sommer fängt bei uns erst im Juli an.»), und am zweiten Tag kamen nach der Hälfte unserer Tagestour nach Portofino Abkühlung und Regen. So blieb uns nur, unsere vier Füsse ins (warme) Mittelmeer zu halten und die Rückreise etwas früher als angedacht anzutreten, um bei 9 Grad wieder über den Gotthard zu rollen und dafür rechtzeitig noch das Spiel Schweiz – Ecuador zu sehen.

Positiv bleibt nach 1700 km zu vermerken: absolut und immer ausreichend motorisiert, auch mit Originaltüte ansprechender, kerniger Sound (ich weiss, manche Kollegen sehen das anders), ab 3. Gang butterweiches Schalten, befriedigender Windschutz (Hose wurde auf der Rückfahrt nur seitlich nass, die Schuhe blieben ganz trocken), exzellente Soziustauglichkeit, griffige, fast bissige Bremsen, komfortable Sitzposition, nie Temperaturprobleme, praktisch vibrationsfrei und Spurtreue auch bei 160 km/h. Kritikpunkte: Topcase des Koffersets zu klein (obwohl ein Helm darin Platz findet), Sitzpolster könnte etwas schmaler geschnitten sein (lässt sich bestimmt im Zubehörmarkt lösen), vom 1. in den 2. Gang gehts nicht immer wie gewünscht – also etwas kräftiger treten. Ansonsten: ein klasse Reisetöff für die Strasse, den ich unbedingt wieder für eine längere Tour zu zweit nutzen werde!

hp


7. SARDISCHE FEUERPROBE BESTANDEN

2500 gebenedeite Kilometer bekam unser Saisontester «Suzi Q» in der letzten Maiwoche aufs Fell gebrannt. Per Autobahn, wo das völlig vibrationsfreie Fahren mit 120 km/h und steil gestellter Scheibe zum Genuss wurde, während die frontschutzfreien wie sturmgebeutelten Segel im Wind flatterten, gings nach Genua auf die Fähre. Auf der Überfahrt nach Olbia bewies die Suzuki V-Strom zusätzlich noch ihre Hochseetauglichkeit, bevor sie den unter Töfffahrern geheiligten Boden Sardiniens unter die Räder nahm. Kniefall vor der grossartigen Landschaft, entspanntes Cruisen entlang der Küste, dann ab in die Berge, wo Suzi Q auch ihre Kurvenfestigkeit eindrücklich unter Beweis stellte. Hier, im Irrgarten von kleinen und kleinsten Strässchen, geführt von TomToms «kurvenreicher Strecke», gabs Links- und Rechtskehren ohne Ende, Wingover und schleckige Bögen bis zum Abwinken.

Absolut komplikationslos mit immer genügend Power unter dem Fudi wurde das Explorieren der sardischen Geografie zum Genuss, ermüdungsfrei und schmerzlos am Abend das leckere sardische Bier und Spanferkel in fröhlicher Runde genossen. Kurzum: Die V-Strom funktioniert komfortabel auf jeglichen Strassen jeglicher Konstruktion und Statik, zaubert dem Fahrer ein schelmisches Grinsen ins Gesicht und hat sich als beste Kumpelin für derartige Reisen mehr als empfohlen. Der ausführliche Bericht über das Kurvenfest auf Sardinien wird im nächsten MSS unter «Auf Achse» zu lesen sein.

bb


6. AUFGERÜSTET FÜR DIE GROSSE REISE

Redaktionskollegin Brigitte Burri, die das Ressort «Auf Achse» betreut, ist derzeit unterwegs auf Sardinien. Propulsiert wird sie von unserem Saisontesttöff, der Suzuki V-Strom. Gerade rechtzeitig vor dieser Reise wurde die Reiseenduro zur – eben – Reiseenduro hochgerüstet, mit Koffern, Topcase, Sturzbügeln, Motorschutz, Handschützern, Zentralständer und höherer, geschwungener Tourenscheibe. Dazu kam die optische Verschönerung mit einem Dekorsatz und einem Alu-Kettenschutz.

Damit ist unsere Standard-V-Strom zur Voyager hochgerüstet. Mit dem Voyager-Modell bekommt der Käufer gegen einen Aufpreis von 2500 Franken Zubehör im Wert von mehr als 4000 Franken.

Eine weitere Modifikation ist fast widersprüchlich: Jetzt, wo die Kettenschmierung dank des Zentralständers ein Kinderspiel wäre, ist ein Scottoiler angebaut, ein automatisches, vom Unterdruck im Ansaugtrakt gesteuertes Kettenschmiersystem, welches tröpfchenweise die Kette schmiert. Erhältlich ist der speziell auf die V-Strom angepasste Kit beim Suzuki-Händler für CHF 219.–.

Und sonst? 3400 km standen vor Antritt der Reise in den Süden auf dem Tacho, weiter gibt es nichts zu berichten, ausser dass wir sie alle gerne fahren.


5. GENERATIONENKAMPF

Mit knapp 2500 km auf der Uhr wurde unser Saisontesttöff von unserer Videoredaktion für einen Termin genutzt. Das ganze Videoequipment fand spielend Platz im neuen Gepäcksack und war dank toller Verzurrgurten auf dem Gepäckschild unserer Suzi sicher vertäut. So ging es auf ins entlegene Bartenheim im schönen Elsass zur Firma Pichard, um eine Reportage über das neue Logistikzentrum zu drehen (ein Bericht darüber folgt in einer der nächsten MSS-Ausgaben). Unser Anzeigenleiter war mit von der Partie und fuhr auf seiner privaten Suzuki DL 1000 V-Strom mit – diese allerdings aus dem Jahr 2003. In diesen elf Jahren hat sich einiges getan in Sachen Technik. Für uns ist es anhand dieser zwei Generationen desselben Modells eine gute Gelegenheit, die Entwicklungen und Unterschiede in einer der kommenden Ausgaben im Detail aufzuzeigen.

Die Reise führte uns auf unterschiedlichstes Terrain wie Kies und Asphalt, über Landstrassen, auf die Autobahn und durch die Stadt. Die neue V-Strom fühlte sich überall pudelwohl. Einziger Schwachpunkt ist der flüsterleise und piepsige Ton des Auspuffs. Wir wünschen uns – jetzt, wo die Motorrad-Motion im Nationalrat versenkt wurde(s. Seite 18) – sehnlichst einen (legalen) Nachrüstauspuff für unsere Suzi, damit auch sie bald in einer so schönen Bassstimme zu uns sprechen kann wie ihre (nachgerüstete) Vorgängerin.

br/js


Zwischenbericht - Stromschlag auf der Schleuderplatte

 

Ross und Reiter auf Herz und Nieren prüfen und dazulernen: Das war das Ziel des Fahrsicherheitstrainings im Driving Center Seelisberg mit unserem Saisontesttöff Suzuki V-Strom.


4. DIE SCHONZEIT IST VORBEI

Der 1000er-Service ist erledigt, es gibt keinen Grund mehr, unseren Saisontesttöff zu schonen: Stunde der Wahrheit auf dem Prüfstand von Exclusive Imports Maag in Rorbas ZH. Dani Maag quetscht wie immer routiniert 91,53 PS bei 8200/min und 91,88 Nm bei 3900/min aus dem V2 der Suzuki – am Hinterrad. 100 PS bei 8000/min und 103 Nm bei 4000/ min lauten die auf den Motor bezogenen Werksangaben. Man rechnet im Antrieb (Kupplung, Getriebe, Kette) mit rund 10 % Leistungsverlust, womit die V-Strom die Werksangaben erreicht. Beeindruckender als die nackte Zahl der Spitzenleistung ist die Drehmomentkurve: Von 3000 bis 8000/min stehen permanent mehr als 80 Nm zur Verfügung. Im Sattel fühlt sich der Motor unaufgeregt souverän an, es ist immer Dampf da, doch der Motor lechzt nicht aufdringlich nach Speed. Ideal für effizientes Schnittfahren.


3. KURZER BOXENSTOPP

 

Zwei Wochen hat es gedauert, da waren auch schon 1000 km auf dem Zähler unseres Saisontesters – Zeit für den ersten Service. Dieser umfasst einen Ölwechsel samt Austausch des Ölfilters und eine Durchsicht mit Kontrolle aller Schraubverbindungen samt abschliessender Probefahrt. Ein zeitlicher Aufwand von eineinhalb Stunden. Diese Arbeiten wurden durchgeführt von Mechaniker Roli Moser vom Zweiradcenter Toggenburg in Lütisburg SG. «Alles in Ordnung, keine lockeren Schrauben, nur das Spiel im Gaszug war etwas gross, das habe ich korrigiert», so Roli. Jetzt kann die Suzuki V-Strom Kilometer fressen, bis sie mit 12 000 km auf dem Tacho wieder in die Werkstatt muss.


2. JUHUI, SONNE UND KEINE MAPPINGS!

Schönes Frühlingswetter, ich schnappe mir die Suzuki DL 1000 V-Strom, den neuen Saisontesttöff von MSS, und bin positiv erstaunt. Es braucht weder eine lange Erklärung noch ein Fremdwörterbuch, um den Töff zu verstehen. Das Cockpit verfügt über wenige, dafür auch für mich verständliche Funktionen und, oh Freude, über einen analogen Drehzahlmesser. Keine Mappings und andere Schnörkel, ich bin erleichtert. Schalter und Griffe sind Schalter und Griffe, und nicht verworren multifunktional, wie es grad der Stil der Zeit ist. Das Aufsteigen müsste bei 810 mm Sitzhöhe ein Kinderspiel sein. Doch der hohe Schwerpunkt des V-Motors verlangt Konzentration und Kraft, um den Töff vom Seitenständer in die Senkrechte zu hieven. Und genau da, wo ich der Beinlänge wegen gezwungenermassen abstehen muss, quetschen sich die Fussrasten in meine Unterschenkel.

Mal in Fahrt, sitze ich ergonomisch gut, aufrecht und bequem im Sattel. Der grosszügige Kniewinkel lässt langes, entspanntes Fahren zu. Der Kupplungshebel ist für meine Hände zu weit vorne, lässt sich aber flink ohne Werkzeug einstellen.

Auf den kleinen und kleinsten Strässchen im Toggenburg ist die Suzuki ein sicherer Wert. Die lineare Motorcharakteristik ist ihre Stärke. Egal, wenn man auch mal zwei Gänge daneben ist. Satt, aber nicht aggressiv, keineswegs lahm oder gar apathisch zieht mich der Töff übers Land. Die Suzuki macht grenzenlos Spass, überfordert in keiner Situation.

Gerne reite ich sie wieder. Doch zuvor gehts bei Tachostand 1000 km in den ersten Service. Danach erst wieder nach 12 000 km; was für ein langes Reisevergnügen!


1. ERSTES FRÜHLINGSGEZWITSCHER

Endlich war es so weit: Unser neuer Saisontesttöff, die Suzuki DL 1000 V-Strom stand bei der N&O Bike AG in Gebenstorf zur Abholung bereit. Dort angekommen, blickte mich ein metallicrot glänzendes Etwas an, die Form mit dem Schnabel erinnert an einen grossen Vogel. Der schön in mattschwarz abgesetzte Rahmen und die matt silbernen Details gefallen und verbinden sich zu einem stimmigen Gesamtbild.

Beim Probesitzen wird klar: Auch gross gewachsene Menschen haben bequem Platz. Der dimmbare Bordcomputer neben dem riesigen Drehzahlmesser informiert reichlich, aber übersichtlich: über Umgebungs- und Motortemperatur, Momentan- und Durchschnittsverbrauch, Bordspannung, Benzinvorrat in Balkenform, verbleibende Reichweite und natürlich auch über die Geschwindigkeit.

Nachdem mir Martin Oswald von N&O Bike den Schlüssel in die Hand fallen liess, lehnte ich den angebotenen Kaffee dankend ab. Zu gross war die Neugier, wie sich die DL 1000 auf der Strasse verhält. Mit genau 111 km auf der Uhr heisst es klar, erst mal geschmeidig einfahren und übermässige Strapazen vermeiden. Die ersten Fahreindrücke waren gut, der Motor ist spritzig und ruhig, der Töff lässt sich locker um die Kurven bringen und die Sitzposition ist angenehm.

Am nächsten Tag war die liebevoll «Suzi» getaufte V-Strom schon als Redaktionsfahrzeug im Einsatz. Leider war das Voyager Paket, das die Seitenkoffer, Griffheizung, Zentralständer und Griffschützer beinhaltet, noch nicht lieferbar. Die Fahrt über die Autobahn hat Spass gemacht, die in der Neigung und Höhe einstellbare Scheibe verrichtet gute Dienste und hält den Fahrtwind recht gut ab. Auf dem Heimweg testete ich dann noch die Sonderfunktion «Kurvenreichste Strecke» des nachträglich montierten Navigationssystems TomTom Rider. Diese Funktion verspricht, einen über die kurvigste Strecke ans Ziel zu bringen. Und siehe da, das Navi bescherte mir eine der schönsten Heimfahrten von Flawil nach Zürich, die ich je auf dieser Strecke hatte. In der schönen Abendsonne einfach herrlich. Sogar einige Schotterpisten waren dabei, wo Suzi ihre Offroadtauglichkeit unter Beweis stellte.

Über einen Nachrüstauspuff sollten wir noch nachdenken, zwitschert die V-Strom doch eher unspektakulär vor sich hin. Alle Reiseerlebnisse und Erfahrungen mit unserem Saisontesttöff 2014 gibt es in den nächsten Ausgaben von Moto Sport Schweiz.

 

Benny Reinhold

««zurück