Test und Technik

Yamaha XV 950 Racer

Die mit dem Wolfspelz tanzt

23.10.2015 10:08 (hp/br)

Einen Einstiegs-Cafe-Racer ab Stange – das bietet Yamaha seit Kurzem mit der XV 950 Racer, einem Derivat der beliebten XV 950 (R). Auch wenn sie rassig aussieht und Racer heisst, ist das Solobike vor allem etwas für gemächlichere Temperamente.


Japan-Cafe-Racer sind angesagt wie nie – Yamahahat mit der XV 950 Racer einen im Angebot, mitdem jeder (und jede) sofort zurechtkommt. (Für mehr Bilder klicken)

Simple, aber hübsche Technik

Ein weiteres optisches Highlight sind die schwarze Aluminiumplatte oberhalb der Lenkerbefestigung und das Anzeigeinstrument im Klassiklook zentral über dem Scheinwerfer. Die vorderen Blinker sind nun direkt an der unteren Gabelbrücke befestigt. Der luftgekühlte 60 °-V2 mit 942 cm³ Hubraum sieht nicht nur gefällig aus, er ist auch sehr angenehm zu fahren. Zwar verlangt der Kupplungshebel kräftige Finger, und der Kupplungsdruckpunkt ist zudem schwer spürbar. Dafür schalten die Gänge geräuschvoll, aber sauber und leicht. Es gibt fast keine falsche Drehzahl zum Schalten, der Antriebsstrang reagiert immer sehr gutmütig, weshalb auch die Kritik bezüglich Druckpunkt wenig ins Gewicht fällt.

Schon bei 3000/min drückt der V2 rund 80 Nm auf die Kurbelwelle, seine Höchstleistung von 52 PS erreicht er bei 5500/min. Das heisst, schon bei geringer Drehzahl ist reichlich Schub vorhanden. Die Racer wird aber nie zum Haken schlagenden Terrier, sondern bleibt immer muskulöse Dogge: beeindruckend, aber lieb. Das äussert sich auch im gar züchtigen Sound: Die Yamaha ist Musterschülerin statt Krawallschwester; hier schlagen die japanischen Gene eben voll durch. Der Riemenantrieb macht Freude, Lastwechsel sind überhaupt kein Thema. Der dritte Gang ist optimal für 50 km/h, der vierte Gang für 80 km/h, in den fünften Gang schaltet man nur auf der Autobahn. Im Geradeauslauf ist die Racer stabil. Nur der Winddruck auf der Autobahn macht einem etwas zu schaffen. Langsamfahren, insbesondere das Manövrieren, verlangt Konzentration, denn der Töff ist etwas kopflastig, das heisst, es tritt gerne ein Eigenlenkverhalten zu Tage, an das man sich gewöhnen muss. Fährt man zu hochtourig, also beispielsweise 80 km/h im dritten Gang, dann vibrieren lediglich die Fussrasten unangenehm, nicht aber der ganze Töff, wie man es von anderen Cruisern kennt. Der vordere Hauptbremszylinder ist kleiner als bei den anderen XV 950-Modellen. Während bei der Standard- XV 950, mit der fast ausschliesslich relaxt gecruist wird, die Vorderbremse wenig Tadel einheimst, beisst das Einscheibensystem bei forciert rassigerer Gangart beim Cafe Racer zu wenig – zumindest für jemanden, der sonst potentere Töff gewohnt ist. Verändert wurde gegenüber der Basis auch das Fahrwerk. Die 41-mm-Telegabel bietet mit 144 mm Federweg im Vergleich zum Schwestermodell 9 mm mehr. Die beiden Gasdruck-Stossdämpfer mit Ausgleichsbehälter am Heck wurden ebenfalls für den Einsatz an der Racer abgestimmt und sorgen für 116-mm-Radfederweg – 6 mm mehr als am Basismodell. Wer seinen Töff noch individueller gestalten will, für den hat Yamaha reichlich Zubehör entwickelt.

 

Teil 1
Die mit dem Wolfspelz tanzt
Teil 2
Simple, aber hübsche Technik

Teil 3
Technische Daten YAMAHA XV 950 RACER
Teil 4
Meine Meinung

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