Test und Technik

Yamaha XSR 700

Der schnellere Sohn

22.01.2016 10:18 (gautschi/br)

Faster Sons – schnellere Söhne – ist ein neuer Entwicklungsweg von Yamaha. Basis dieser Philosophie sind die Sport-Heritage-Modelle: Ihre DNA schöpft aus erfolgreichen, beliebten Bikes der Vergangenheit, gebaut mit moderner Technik für die Zukunft.


Ein Cafe Racer, mit dem man auch richtig Gas geben kann. (Für mehr Bilder klicken)

Sie fährt wie erwartet

Auf den Strassen von Sardinien muss die XSR beweisen, ob sie den Vorschusslorbeeren gerecht wird. Sitz und Lenker sind höher als bei der MT- 07, die Sitzposition ist dadurch sehr aufrecht. Bei meiner Grösse von 184 cm ist der Kniewinkel nicht zu eng. Beim Anfahren macht sich eine weiche und perfekt zu dosierende Kupplung bemerkbar, die Leistung lässt sich sehr kontrollierbar abrufen. Ich rolle im dritten Gang mit 20 km/h umher und das Triebwerk goutiert es ohne Kettenschlagen. Die Soundkulisse ist dezent leise, hört sich im Fahrbetrieb aber an wie ein Bär in einer Blechbüchse. 180 km auf der XSR hinterlassen ein nachhaltiges Lächeln in meinem Gesicht. Trotz aller Widrigkeiten, die einem Motorradfahrer zustossen können, fühle ich mich immer als Herr der Lage. Sardinien zieht alle Register: Schlaglöcher, die ein komfortables Fahrwerk zu Tage bringen, und Haarnadelkurven, die spät angebremst werden, um easy in Supermotomanier die Kurve zu kratzen. In höheren Lagen ist es empfindlich kalt und das vergangene Unwetter hat tüchtig Kies auf die Strassen gespült – mit der XSR kein Problem, denn dank des geringen Gewichts, dem breiten Lenker und einer aktiv aufrechten Sitzposition korrigiere ich kleinere Rutscher, ohne dass die Pulszahlen in den roten Bereich schiessen. Wem mal die Pferde durchgehen und wer die XSR in MT-Manier bewegt, der kann problemlos aus jeder Zweite- Gang-Kurve wheelen. Schräglagenfreiheit ist auch ausreichend da. Auch von einem Regenschauer bleiben wir nicht verschont, doch die Pirelli- Phantom-Sportscomp im Retrodesign schlagen sich gut und vermitteln ausreichend Vertrauen, sodass wir immer noch recht zügig unterwegs sein können. Die runde LED-Armatur zeigt alles, was benötigt wird, ist aber bei meiner Grösse zu nahe am Fahrer platziert, um ohne Kopfbewegung ins Blickfeld zu gelangen. Eine Ganganzeige ist vorhanden, ein Drehzahlmesser auch. Der ist beim Fahren aber nicht wirklich erkennbar. Sogar ein Eco-Modus wird angezeigt, den ich aber höchst selten zu sehen bekomme: Ich bevorzuge die Mundwinkelnach- oben-Fahrweise.

 

Teil 1
Der schnellere Sohn
Teil 2
Eine Hand voll Schrauben

Teil 3
Individualisieren erwünscht!
Teil 4
Sie fährt wie erwartet
Teil 5
Cafe-Racer-Tradition gelebt
Teil 6
Meine Meinung
Teil 7
Technische Daten YAMAHA XSR 700

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