Test und Technik

Test Moto Guzzi Stelvio

Fahrbericht 1200 NTX

24.08.2009 00:00

Das Stilfser Joch fordert Mensch und Maschine. Doch ich und die neue Moto Guzzi Stelvio 1200 NTX müssen da durch. Geniessen wir Heimvorteil, wenn wir auf die BMW R1200GS und die KTM Adventure 990 treffen? Text: Daniel Riesen Bilder: Till Kohlmey, Riesen


Kabumm, bumm, bumm…» Im unbeleuchteten Tunnel höre ich meinen Herzschlag. Nein, nicht meinen, jenen der Moto Guzzi 1200 Stelvio. Der 90-Grad-Vierventil-Twin poltert tieftourig. Eine jener kurzen, teilweise feuchten und deshalb ungemütlichen «gallerie» im Westanstieg zum Stilfser Joch verstärken das Guzzi-Tremolo. Einer dieser Tunnel ist zudem richtig eng. Ich berühre zwar mit den schwarzen Alu-Koffern der «NTX», wie die Abenteuer-Stelvio heisst, nicht gerade die Tunnelwände. Doch der Gedanke, ein Wohnmobil hier kreuzen oder rückwärts trippeln zu müssen, beschleunigt meinen Herzschlag.

Egal, das Abenteuer muss gemeis­tert werden. Schliesslich war es meine Idee, die Moto Guzzi Stelvio NTX hier zu testen, am Stilfser Joch. Daheim, gewissermassen. Weil Kollege Till vom Reisemagazin «Tourenfahrer» die Idee ebenfalls gefiel, habe ich mit seiner Truppe oben auf dem Pass abgemacht. Sie bringen zwei ähnliche Bikes der Konkurrenz mit (siehe unten), damit man Anhaltspunkte hat.

Die Stelvio gibts 2009 in zwei Versionen: Standard und NTX. Zum Aufpreis von 3000 Franken enthält Letzere: Koffersystem, Alu-Motorschutz (statt aus Kunststoff), Sturzbügel, Handschutz und Nebelleuchten. Zudem rollt sie auf schmälerem 150er-Pneu hinten (Stelvio: 180 mm). So wie sich die Stelvio an der BMW R1200GS orientiert, erinnert die Stelvio NTX an die Adventure-Variante der GS, ohne aber deren schwindelerregende Sitzhöhe und Riesenspritfass zu imitieren. Die Sitzbank kann man in zwei Höhe arretieren, die mit 820 und 840mm im Enduro-Segment als moderat durchgehen.

Neues Nockenwellen-Profil

Motto Guzzi hat für 2009 den luft-/ölgekühlten V2 modifiziert. Veränderte Ventilsteuerzeiten und eine vergrösserte Airbox sollen das Leistungsloch in der Drehzahlmitte beheben. Eine Operation, die teilweise gelang, wie die Prüfstandskurven zeigen.

Die Guzzi-Twins mit längs liegender Kurbelwelle gelten als Charakterdarsteller. Der Quattro Valvole der Stelvio macht da keine Ausnahme. Er schüttelt sich im Stand, klöppelt bis 3000/min hörbar aus dem Zylinderkopf, poltert und hämmert aus der Tiefe des Brennraums im normalen Fahrbetrieb, und beim Gaswegnehmen sprotzt es vernehmlich aus dem Auspuff. Gleichzeitig ist er im Umgang sehr souverän, geht weich ans Gas, vibriert – oder besser pulsiert –, was kaum stört, und lässt sich dank ausreichend Schwungmasse nur vorsätzlich abwürgen. Das sind Eigenheiten, wie sie zu einem Reisegerät sehr gut passen.

Den ausführlichen Bericht lest ihr in MOTO SPORT SCHWEIZ 15/2009; das Heft kann selbstverständlich auch online abonniert werden. Hier lang…

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