Test und Technik

Neue Suzuki Haybusa kommt 2008

Haybusa 2008: noch mehr Power!

03.07.2007 00:00

Suzuki hat seinen Sporttourer Suzuki Hayabusa komplett überarbeitet. Unter anderem bekam der Motor mehr Hubraum und Power, das Cockpit hat nun eine Ganganzeige und der Haya wurde ein dreistufiges Motormapping verpasst. Einziger Wermutstropfen: von einem Haya-ABS-System scheint Suzuki nach wie vor nichts zu halten.


So sieht die Suzuki Hayabusa 2008 aus: optisch nicht gross verändert (Ausnahme: Auspuff), aber innen blieb kein Stein auf dem anderen....

Allgemein:

1999 wurde der Hochgeschwindigkeitsexpress von Suzuki zum ersten Mal vorgestellt – und seither hat sie überall auf der Welt begeisterte Anhänger gefunden. Noch heute ist sie eines der schnellsten Serienmotorräder der Welt – doch selbst engagierte Kurvenfahrt ist mit ihr problemlos möglich.

Hayabusa – das ist auf Japanisch der Name für einen der superschnellen Wanderfalken. Man hätte keinen besseren Namen dafür finden können, denn wie die Greifvögel lauert die Hayabusa weit im Hintergrund, um mit unglaublicher Geschwindigkeit gnadenlos zuzustossen. Der Wanderfalke erreicht bei seinem Sturzflug dabei Geschwindigkeiten bis zu 140 km/h…
Die Suzuki Hayabusa setzt da noch einen drauf – sie schafft locker 330 km/h. Jedenfalls bis ins Jahr 2001. Danach wurde sie zum Teil aus politischen Gründen per elektronischer Steuerung auf 298 km/h beschränkt. Seit damals prangt im Cockpit der Hayabusa also auch nur noch die „280“.
Im Laufe der Jahre vermochte die Hayabusa dank ihrer enormen Kraft und ihrem zeitlosen „High-Speed-Design“ die Konkurrenz auf Distanz zu halten…doch die Verkäufe gingen logischerweise seit den Anfangsjahren zurück (allerdings verkauft Suzuki beispielsweise in den USA immer noch pro Jahr bis zu 10'000 Einheiten – das also ausgerechnet in einer Nation, die sich selbst rigorose Speedgesetze auferlegt hat).

2008 soll nun ein neues Modell alles besser machen. Wir haben uns umgehört und dabei die folgenden, relativ offiziellen Features für die neue Hayabusa gefunden:

Design:

Suzuki ging hier sehr, sehr dezent vor. Ein Studium der Fotos der alten und der neuen Hayabusa förderten folgendes zu Tage:
Verändert wurde: Scheinwerfer, Tankform, Auspuff und die Heckunterseite.
Gleich bleibt: der Gesamtentwurf eines sehr windschlüpfrigen Bikes. Und diverse Details wie Heckbürzel, Sitz, Felgen, Hayabusa-Schriftzug, Lüftungsschlitze, Blinker, Scheibe, Spiegel, Kotflügel etc…
Die Details der Veränderungen bemerken aber allenfalls die Haya-Kenner. Haupterkennungsmerkmal für nicht Haya-Eingeweihte bleiben daher die viel klobigeren Auspüffe der 2008-Edition gegenüber der bisherigen Hayabusa (eine Anpassung an Euro-3).

Hier also die Vergleisfotos: alte Hayabusa und neue Hayabusa

Motor:

Wurde stark überarbeitet. Dank eines neues Radiators und einer Aufstockung von 1299 ccm auf 1340 ccm soll 10 Prozent mehr Leistung herausschauen. Das wären dann rund 192 PS anstatt wie bisher 175 PS. Weitere Features des neuen Motors: Wassergekühlter, Viertakt-Vierzylindermotor mit 16 Ventilen.
Ausserdem neu: Zweifacheinspritzsystem und Ram-Air-System mit grosser Airbox.
Kompressions-Verhältnis: 12.5 : 1 (alte Hayabusa: 11 : 1). Ermöglicht wird die grössere Verdichtung dank neuer Aluminiumkolben und Leichtgewicht-Titanium-Ventilen.
Auch die Zylinder wurden überarbeitet. Die Methode nennt sich SCEM (Suzuki Composite Mode Selector). Daher konnte das Bohrungs X Hub-Verhältnis verkleinert werden (neue Bohrung x Hub: 81 mm x 65 mm (alte Hayabusa: 81 mm x 63 mm)). Das hat zur Folge, dass die Hitze aus den Zylindern bessern abgeleitet wird und dass das mechanische Geräusch (und wahrscheinlich auch Verschleiss) reduziert wird.

Auch der Kühler wurde vergrössert und hat nun 10 Kühlreihen für eine optimale Wärmeableitung.

Auf jeden Fall ist das neue Triebwerk stärker als das alte - hier ein Juxfoto, das die Hayabusa mit einem Jettriebwerk zeigt.

Cockpit

Auch das wurde überarbeitet. Es gibt wie zuvor analoge Anzeigen für die Geschwindigkeit, die Drehzahl, Tankanzeige und die Wassertemperatur. Neu dazu kommen eine Motormapping-Anzeige und eine Ganganzeige.

Fahrwerk

Die Gabel wurde offenbar komplett überarbeitet, sie wird zusammen mit dem hinteren Federbein komplett einstellbar sein. Offenbar ist der neue Rahmen aus Leichtgewichts-Aluminium (der alte bestand aus Leichtmetall). Auch die Schwinge wurde überarbeitet – auch sie besteht neu aus Aluminium.

Komfort


Neben dem hohen Preis und den nicht ABS-Bremsen war dies bei der bisherigen Hayabusa der einzige Kritikpunkt. Und leider scheint auch die 2008-Hayabusa hier nicht wirklich Punkten zu können. Das Problem liegt darin, dass die Hayabusa als Hochgeschwindigkeits-Fahrzeug ausgelegt ist. Das bedeutet, dass der Fahrer tief hinter der Verkleidung verschwinden muss, um Geschwindigkeiten um 300 km/h erreichen zu können.

Das ist nur mit einer sehr sportlichen Sitzposition mit tiefen Lenkerstummeln und engem Kniewinkel erreichbar. Andererseits ist die Hayabusa ein typischer Sporttourer, der auf Langstrecken (gerne auch lange Autobahn-Etappen) eingesetzt wird. Diese beiden Anforderungsprofile vertragen sich nicht besonders gut miteinander. Also: auch die 2008-Hayabusa hat eine sportliche Sitzposition, die vor allem für grössere Menschen auf die Dauer unbequem wird.


Getriebe:

Wie zuvor ein Sechsgang-Getriebe. Dies muss kaum gross überarbeitet werden – es war schon zuvor leicht und exakt zu schalten. Neu scheint eine Rutschkupplung hinzugekommen sein.

Bremsen:

Neu mit radialer Verschraubung und vorne verkleinerten Bremsscheiben (neu 310 mm anstatt 320 mm). Hinten allerdings wurde sie vergrössert (von 240 mm auf 260 mm). Hauptkritikpunkt bei der alten Hayabusa waren die Nicht-ABS-Bremsen, da in diesem Segment der Sporttourer, die Konkurrenz längstens mit dem Bremshelferlein unterwegs ist (bsp. BMW K 1200 S, BMW K 1200 R Sport, Ducati ST3, Honda CBF 1000, Kawasaki ZZR 1400, Moto Guzzi Sport 1200, Triumph Sprint ST, Yamaha FZ1 und FJR).

Einzig Suzuki mit der Hayabusa und Hondas Blackbird halten hier die Fahne der Tourensportler/Sportourer ohne ABS hoch – unverständlich. Noch unverständlicher, dass in sämtlichen Unterlagen ein Hinweis auf eine ABS-gebremste Hayabusa fehlt. Zumindestens abschaltbar oder als Option sollte sie erhältlich sein – das würde nicht zuletzt auch helfen, noch grösser Käuferschichten erschliessen.

Sound, Auspuff, Verbrauch

Wir sind sehr gespannt auf den Sound der neuen Hayabusa. Die alte klang einfach geil: kehlig, dunkel-grollend. Allerdings muss leider vermutet werden, dass der neue Klang dank Euro-3-Anpassung bei weitem nicht den alten Klang erreicht. Wir lassen uns aber gerne vom Gegenteil überzeugen…
Das neue Auspuffsystem funktioniert auf der Basis von einer 4-2-1-2-Auspuffführung und erreicht wie erwähnt Euro-3. Der Verbrauch? Wir vermuten, dass er geringer als der alte liegt (rund 7 Liter auf 100 km).


Weitere Features

Tankinhalt neu 21 Liter (vorher 22 Liter), Reifengrösse unveränder (vorne 120/70-ZR-17, hinten 190/ 50-ZR-17, Trockengewicht neu bei 220 Kilogramm. Vollgetankt ergibt das rund 245 Kilogramm (alte Hayabusa: 251 Kilogramm).

Preis:


18’790 Franken will Suzuki derzeit für die 2007er-Hayabusa. Viel Geld für ein einzigartiges Motorrad. Wir sehen auch die neue Hayabusa ungefähr in der 19’000-Frankenregion, keinesfalls aber über der magischen Grenze von 20'000 Franken. Tipp: Vermutlich dürften im Herbst 2007 die 07-Hayabusas sehr günstig zu bekommen sein...also aufgepasst, ihr Schnäppchenjäger. Allerdings sind derzeit keine 20 neuen 2007-Hayabusas mehr in der Schweiz vorhanden...die Händler dürften also nicht viel Druck verspüren, ihre Hayabusas um jeden Preis zu verkaufen....

Erhältlich wird die 2008-Hayabusa sein in:

schwarz

rot

blau

Fazit:


Wir sind sehr gespannt auf den 2008-Wanderfalken aus Japan. Vor allem vom neuen, hubraumstärkeren Motor erwarten wir exorbitante Leistungen. Zwar ist es ja kaum mehr möglich, die 300 km/h-schnelle Hayabusa wirklich auszufahren – aber sie ist nach wie vor ein ganz toller Sporttourer. Vermutlich wird die Hayabusa auch in zehn Jahren noch das Lieblingsbike aller Hochgeschwindigkeits-Tuner bleiben. Das grosse Geld dürfte Suzuki auch mit der neuen Hayabusa nicht machen, dazu sind die Stückzahlen zu klein und der Forschungs/Fertigungsaufwand zu hoch. Aber die Haya bleibt ein einzigartiges Konzept, das ihresgleichen sucht und auf das Suzuki zu Recht sehr stolz sein darf.


Hier geht es zu grossformatigen Fotos der 2007-er Hayabusa

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